KinderWissen (Foto: ©Klartext Verlag, Friedeberg)

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Fragen und Antworten für Besserwisser

Neue Gedankenräume erobern.

Mehr Auswahl macht nicht glücklicher

Du gehst zum Bäcker und kaufst Brötchen, zum Supermarkt und holst Getränke oder bestellst dir eine Hose im Internet. Überall musst du dich entscheiden, welches Produkt du möchtest. Wenn du dich schon einmal für eine bestimmte Sorte entschieden hast, beeinflusst das natürlich deine Entscheidung. Wenn sie dir gefallen hat, wirst du diese bestimmt wiederwählen.
Was aber, wenn du etwas Neues kaufst. Zum Beispiel spezielle Marmeladensorten aussuchen sollst? Forscher interessieren sich sehr für diesen Auswahlprozess. Auch für die Wirtschaft könnte das wichtig sein. Wenn du in die Supermärkte guckst, wird dir eins klar: Viel Auswahl scheint uns wichtig zu sein.
Aber macht viel Auswahl auch glücklich? Und kaufen wir bei viel Auswahl auch mehr?
Überraschenderweise kamen Forscher zu einem anderen Ergebnis. Sie präsentierten einmal nur 6 und dann 24 Marmeladensorten verschiedenen Kunden. Danach konnten sie die Marmeladen auch kaufen. Bei einer größeren Auswahl ließen sich mehr Kunden anlocken. Das überraschte die Forscher nicht.
Doch dann kam das Unerwartete: Standen weniger Marmeladen zur Auswahl, kauften die Tester diese danach lieber. Außerdem waren sie nach der Wahl viel zufriedener. Kurios, oder? Viel Auswahl scheint uns also einerseits anzulocken, andererseits aber nicht kauffreudiger und schon gar nicht glücklicher zu machen.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 06. Juli 2019)

Rückschau

Warum die Braunschweiger Bolchen sagen

29.06.2019

Bist Du ein Klinterklater? Das ist eine Person, die mit Okerwasser getauft, also in Braunschweig geboren wurde. Und weißt Du, was ein Bolchen ist?
Es gibt verschiedene Worte, die man nur in der Region Braunschweig benutzt. Sogenannte Sprachfärbungen findet man in verschiedenen Regionen Deutschlands. Vielen sind sie als Dialekte bekannt.
In der Sprachwissenschaft geht man davon aus, dass es eine Gemeinsprache gibt, die für alle einheitlich und verständlich ist. In unserem Fall ist das zum Beispiel die deutsche Hochsprache. Zusätzlich zur Gemeinsprache gibt es die sogenannten Varietäten", erklärt Dr. Ayse Yurdakul vom Institut für Germanistik der TU Braunschweig.
Zu den Varietäten gehören Dialekte, Soziolekte und Fachsprachen. Ein Dialekt ist die Art und Weise, in der in einer bestimmten Region gesprochen wird, zum Beispiel Bayrisch. Ein Soziolekt bezeichnet, wie bestimmte Gruppen miteinander sprechen, zum Beispiel Jugendsprache. Und Fachsprachen sind unterschiedlich je nach dem Beruf, den jemand ausübt.
Wichtig an Varietäten ist, dass sie sich zwar in der Wortwahl und Aussprache unterscheiden, nicht aber in den allgemeinen Sprachregeln. "Eine Varietät ist immer nur einer bestimmten Gruppe vorbehalten. Jugendsprache etwa wird von Jugendlichen verwendet, und ein Hamburger spricht kein Bayrisch", so Yurdakul. Ein Bolchen ist übrigens ein Bonbon. Obwohl wir in Braunschweig keinen ausgeprägten Dialekt haben, gibt es doch auch hier eine Sprachfärbung.

Autor*in: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 29. Juni 2019)

Was Ziegen alles können

22.06.2019

Ziegen sind bei uns nicht mehr so häufig zu sehen wie in anderen Ländern. Die etwas eigenwilligen Tiere begleiten den Menschen als Nutztiere aber schon mehr als 10.000 Jahre. Sie sind äußerst genügsam und fressen auch Pflanzen, die der Mensch sowieso nicht nutzen möchte. Außerdem werden Fleisch und die Milch verwendet.
Gerade stehen Ziegen aber aus weiteren Gründen wieder im Interesse der Forschung. Sie werden beispielsweise eingesetzt, um Brände zu verhindern. Ob dies dauerhaft nutzt, wird zum Beispiel in Kalifornien untersucht. Wie das geht? Ziegen müssen nur wenig betreut werden und fressen sogar vertrocknetes Gras. Dadurch werden viele brennbare Materialien einfach "weggemümmelt".
Und Ziegen sollen sogar noch mehr können. Im Rahmen eines großen Forschungsprojektes namens "Icarus" wird untersucht, ob Ziegen Vulkanausbrüche vorhersagen können. Die Ziegen laufen am Vulkan Ätna in Sizilien herum. Mit Sendern bestückt werden diese Daten von der Raumstation ISS überwacht und genau aufgezeichnet.
Erste Erfolge sind schon zu verzeichnen. Auf große Unruhe in der Herde folgte immer ein kleiner Vulkanausbruch. Damit dies zuverlässig als Vorhersage funktioniert, muss aber noch viel weitere Forschungsarbeit folgen. Dass dies Ziegen überhaupt können, haben übrigens Hirten rund um den Ätna den Wissenschaftlern verraten.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 22. Juni 2019)

Wozu baut man Deiche?

15.06.2019

Wenn du schon einmal an der Küste warst, hast du es bestimmt bemerkt: An vielen Stellen ist eine langgezogene Erhebung. Die Rede ist von Deichen. Aber wozu baut man die? Dr. Stefan Schimmels vom Forschungszentrum Küste erklärt: "Die wichtigste Funktion von Deichen ist der Schutz vor Hochwasser." Wenn an der See zum Beispiel eine Sturmflut kommt, wird das Wasser vom Wind an die Küste gedrückt, und der Wasserspiegel steigt - manchmal um mehrere Meter. Hinzu kommen sehr viel größere Wellen. Dass all das Wasser einfach ins Hinterland läuft, verhindert der Deich.
Schon vor über 1000 Jahren haben Menschen Deiche gebaut. Besonders an der Nordsee haben sie eine lange Tradition. Zur Seeseite läuft ein Deich so flach wie möglich aus, und es gibt im Optimalfall ein Vorland. Das dient dazu, dass die ankommenden Wellen sofort gebrochen werden und nicht mit voller Energie auf den Deich treffen. Wie hoch ein Deich gebaut wird, hängt davon ab, wie viel Wasser er abhalten muss.
"Früher wurde ein Deich einfach aus Erde aufgeschüttet. Heute besteht er aus einem Kern aus Sand. Damit da kein Wasser durchsickert, legt man eine etwa ein Meter dicke Schicht Klei darüber. Dieser hat eine ähnliche Konsistenz wie Lehm. Über dieser Kleischicht liegt eine Grasschicht. Dann ist der Deich sehr stabil", so Schimmels.
Das Bild von einem Deich mit friedlich grasenden Schafen ist übrigens kein Vorurteil: Schafe halten das Gras kurz, und durch das Herumtrampeln verdichten sie zugleich den Boden.

Autor*in: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 15. Juni 2019)

Wozu sind Eh-da-Flächen zu gebrauchen?

08.06.2019

In der Gesellschaft wird zurzeit das Insektensterben intensiv diskutiert. Denn es hat viele Auswirkungen, die uns Sorgen machen müssen: Vögel, die sich von Insekten ernähren, sind betroffen und deren Anzahl könnte massiv zurückgehen. Außerdem könnten auch Nahrungsmittel wie viele Obstsorten knapper werden, wenn diese von Insekten bestäubt werden.
Viele Projekte werden derzeit begonnen, um das Insektenvorkommen wieder zu erhöhen. Zum Beispiel sollen Eh-da-Flächen wieder aufgewertet werden. Was genau ist damit gemeint?
Der Begriff ist wörtlich zu verstehen. Es sind Flächen, die eh da sind und bisher nicht gebraucht werden. Es sind also keine Äcker, Straßen, Orte oder Naturschutzgebiete. Was sind Eh-da-Flächen dann? Zum Beispiel Straßenränder, Verkehrsinseln oder Böschungen. Als verschiedene Experten diese Flächen nun kartiert haben, waren sie selbst erstaunt wie hoch dieser Anteil in der Landschaft ist.
Bis zu 6 Prozent machen diese Flächen in Deutschland aus. Man könnte diese mit blühenden Pflanzen für Insekten bestücken. Außerdem könnte man sie speziell mähen, damit bestimmte Insekten besonders gut Nahrung finden. Manche Gemeinden haben schon damit begonnen, diese Vorschläge umzusetzen.
Auch in Braunschweig wurden zum Beispiel schon Blühpflanzen an Straßenrändern ausgesät. Das sieht nicht nur schön aus, sondern hilft, dem Insektensterben entgegenzuwirken. 

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 08. Juni 2019)

Wieso ist Feuerwerk bunt?

01.06.2019

Sei es an Silvester oder zu besonderen Anlässen - beim Feuerwerk wird der Himmel in verschiedene Farben getaucht. Aber wie kommt es eigentlich, dass ein Feuerwerk bunt ist?
Dr. Timm Wilke, Juniorprofessor an der TU Braunschweig, erklärt, dass man sich beim Feuerwerk das Prinzip der Flammenfärbung zunutze macht. Wenn verschiedene Stoffe hinzugefügt werden, färbt sich die Flamme unterschiedlich. Kupfer färbt sie zum Beispiel grün, mit Strontium oder Lithium werden sie intensiv rot.
Der Grund dafür liegt in den Atomen. "Ein Atom besteht aus einem Atomkern und Elektronen, die sich um den Kern bewegen. Wird einem Stoff Wärme zugeführt, in unserem Beispiel durch die Verbrennung des Feuerwerks, werden die Elektronen angeregt und bewegen sich weiter vom Atomkern weg. Sie fallen aber dann schnell wieder auf das Ursprungslevel zurück - hierbei wird Energie in Form von Licht freigesetzt. Je nach Stoff wird dabei unterschiedlich viel Energie aufgenommen und abgegeben - wir nehmen das mit unseren Augen als unterschiedlich gefärbte Flammen wahr", so Wilke.
Für ein Feuerwerk werden nun Metallsalze als Effektladung genutzt. Oben in der Luft angekommen, explodiert die Ladung, und durch das Prinzip der Flammenfärbung der Metalle sehen wir die verschiedenen Farben am Himmel. Die Flammenfärbung betrifft übrigens nicht nur Metalle, sondern auch andere Stoffe. Ein Holzfeuer zum Beispiel hat eine gelbe Flamme wegen des enthaltenen Kohlenstoffs, denn der glüht gelb.

Autor*in: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 01. Juni 2019)

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