KinderWissen (Foto: ©Klartext Verlag, Friedeberg)

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Fragen und Antworten für Besserwisser

Neue Gedankenräume erobern.

Was ist Ingwer?

Ingwerplätzchen, Ingwer in der Suppe, Ingwereis ? Starköche haben längst dieses Gewürz für alle möglichen Speisen für sich entdeckt. Zusätzlich schwören viele auf die seit Jahrhunderten bekannten positiven Effekte für die Gesundheit. Ingwer fördert zum Beispiel die Verdauung und soll die Immunabwehr stärken.
Von weitem sieht Ingwer im Supermarkt aus wie eine schrumpelige Kartoffel mit Fingern. Wenn du Ingwer mal testest, sei ein bisschen vorsichtig: Ingwer kann sehr scharf sein!
Diese "schrumpelige Kartoffel" wächst unterirdisch und wird botanisch Rhizom genannt. Das bedeutet, dass diese "Knolle" zum Spross gehört und unter der Erde wächst. Von diesem Rhizom treiben dann die Wurzeln und auch die oberirdischen Pflanzenteile aus. Zufällig kann dies auch mal in der Küche passieren, wenn man frischen Ingwer lange liegen lässt.
Ganz bewusst kann man frischen Ingwer aber auch in einen Topf mit Erde einpflanzen. Die daraus wachsende Staude ist schön: Die Blätter sind sattgrün, und die roten "Blütenstände" findet man zurzeit oft in Wintersträußen. Bis zur Ernte des Ingwers müsste man jetzt aber noch über acht Monate warten. Geerntet werden nur Teile des Rhizoms, so dass der verbleibende Rest wieder austreiben kann.
Ein Tipp zum Verzehr: Ingwereis ist eine tolle Geschmackserfahrung - zumindest für Ingwerliebhaber!

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 16. März 2019)

Rückschau

Warum ist der Regenbogen gebogen?

12.03.2019

Wenn es regnet und die Sonne scheint, ist manchmal ein Regenbogen zu sehen. "Ein Regenbogen entsteht, weil Sonnenlicht auf Regentropfen fällt und dort gebrochen und reflektiert wird. Licht beinhaltet alle Farben. Diese Farben haben verschiedene Wellenlängen, Blau ist kürzer als Grün und Grün kürzer als Rot. Wird das Licht gebrochen, werden diese unterschiedlichen Farben sichtbar", erklärt Agnes Straaten vom Institut für Geoökologie der TU Braunschweig.
Aber warum ist der Regenbogen eigentlich gebogen? Vielleicht ist dir schon mal aufgefallen, dass ein Regenbogen nur zu sehen ist, wenn die Sonne tief steht. Mittags zum Beispiel, wenn die Sonne hoch steht, können wir keinen Regenbogen erkennen.
"Das liegt daran, dass zwischen Sonne, Regentropfen und Betrachter ein Winkel von 42 Grad vorliegen muss, damit man einen Regenbogen sehen kann. Das Licht fällt auf den Tropfen, wird gebrochen und reflektiert und fällt dann in einem Winkel von 42 Grad in unser Auge. Alle Punkte, bei denen dieser Winkel exakt 42 Grad beträgt, liegen auf einem Kreis. Das bedeutet, dass der Regenbogen eigentlich ein Kreis ist, nur können wir den unteren Teil nicht sehen, weil der Horizont im Weg ist", so Straaten.
Das heißt übrigens auch, dass jeder Mensch seinen eigenen Regenbogen sieht. Weil der Winkel zwischen Sonne, Tropfen und Beobachter immer 42 Grad sein muss, sieht jemand, der zum Beispiel größer ist, anderes Licht, als jemand kleineres. Aber keine Sorge: einen Regenbogen erkennen natürlich beide.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 09. März 2019)

Was ist Drechseln?

02.03.2019

Wenn man einen alten Holzstuhl betrachtet, dann sieht man, wofür Drechseln gut sein kann. Damit man so ein verschnörkeltes Stuhlbein formen kann, spannt man ein Stück Holz horizontal in eine Maschine - die sogenannte Drehbank - ein. Wenn das Holzstück gedreht wird, dann kann man es mit Metallwerkzeugen bearbeiten. Dabei hält man kleine Meißel an das Holz und trägt das Holz ab.

Den Beruf nennt man Drechsler. Dieser würde aber bei seiner Tätigkeit selbst nicht von drechseln sprechen, sondern diese Art der Holzbearbeitung meist drehen nennen. Wenn man das Holzstück anders einspannt, kann man sogar Schalen drechseln. Die Maschinen haben sich dabei auch aufgrund moderner Computertechnik enorm weiterentwickelt. Die Ideen werden heutzutage in einen Computer einprogrammiert, der die Maschine steuert. Mit solchen CNC-Maschinen kann man immer das gleiche Werkstück fertigen.

Auf vielen Mittelaltermärkten kann man das rein mechanische Drechseln selbst ausprobieren und besonders gut nachvollziehen. Mit ein bisschen Übung bekommt man dann schon einen kleinen Kerzenständer zustande. Mit ein wenig Vorstellungskraft erkennt man dabei, wie aus einer zweidimensionalen Idee oder Skizze ein dreidimensionaler Körper entsteht.

Außer Holz lassen sich zum Beispiel Horn, Bernstein oder verschiedene Kunststoffe in dieser Weise bearbeiten. Tipp: Zurzeit wird die Technikwerkstatt Drechseln auch im Phaeno an den Wochenenden angeboten.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 02. März 2019)

Warum muss Teewasser heiß sein?

23.02.2019

Trinkst du morgens gern eine Tasse Tee? Um einen Tee zuzubereiten, muss man den Teebeutel mit heißem Wasser übergießen. Jetzt kannst du einmal einen Versuch durchführen: Nimm zwei Tassen oder Gläser und gieße in eine heißes und in die andere kaltes Wasser. Hänge dann jeweils einen Teebeutel hinein. Was passiert?
Während der Tee in heißem Wasser gut zubereitet werden kann, scheint in dem kalten Wasser kaum etwas zu passieren. Aber woran liegt das? Cornelia Borchert forscht in der Chemiedidaktik an der TU Braunschweig. Sie erklärt: "Hinter der Teezubereitung stehen zwei Prozesse. Zum einen lösen sich die wasserlöslichen Bestandteile des Tees. Dabei handelt es sich um Farbpartikel und Aromen."
Wenn du zum Beispiel Früchtetee ziehen lässt, kannst du beobachten, wie sich feine, meist rote Schlieren vom Teebeutel ins Wasser ziehen. Und die Aromen machen den Geschmack des Tees aus. Wenn man beispielsweise schwarzen Tee zu lange ziehen lässt, wird er bitter, weil immer mehr Aromen aus dem Tee gelöst werden.
Das erklärt aber noch nicht, warum dieser Prozess bei heißem Wasser besser funktioniert als bei kaltem: "Wasser besteht aus kleinen Teilchen, die sich bewegen", sagt Cornelia Borchert. "In heißem Wasser bewegen sich die Teilchen viel schneller als in kaltem." Es handelt sich bei der Teezubereitung also um einen einfachen mechanischen Prozess: Weil sich die Teilchen in heißem Wasser schneller bewegen, können die Farbpartikel und Aromen schneller gelöst und im Wasser verteilt werden.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 23. Februar 2019)

Was passiert beim Atmen?

09.02.2019

Über das Atmen müssen wir nicht groß nachdenken. "Ohne dass wir es bemerken, misst das Atemzentrum unseres Gehirns den Gehalt von Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid (CO2). Der Atemantrieb wird primär über den CO2-Gehalt reguliert", erklärt Privatdozent Dr. Thomas Fühner, Chefarzt in der Klinik für Pneumologie (das bedeutet Lungenheilkunde) und Beatmungsmedizin am Städtischen Klinikum Braunschweig.
Das Zwerchfell zieht sich zusammen, der Brustkorb hebt sich, und Luft strömt in die Lunge. Dort verteilt sich die Luft weiter in die Bronchien und schließlich zu den kleinsten Lungenbläschen, die Alveole heißen. Die sehen ein bisschen aus wie die Waben im Bienenstock.
Beim Einatmen nehmen wir Sauerstoff auf, beim Ausatmen geben wir CO2 ab. Der Sauerstoff wird über das Blut zu jeder Zelle unseres Körpers transportiert. In der Zelle entsteht CO2, das über das Blut abtransportiert wird.
Aber wie gelangt der Sauerstoff von der Lunge ins Blut? "Neben den Alveolen liegen kleinste Blutgefäße. Das vorbeifließende Blut ist arm an Sauerstoff und reich an CO2. Bei der Atemluft in der Lunge ist das umgekehrt. Zwischen den Alveolen und den Blutgefäßen liegt eine Membran, das ist eine Trennschicht, durch die die Gase hindurchtreten, um das Gefälle auszugleichen", so Dr. Fühner. Der Sauerstoff gelangt so ins Blut und das CO2 in die Lunge, von wo es wieder ausgeatmet wird.
Die Lunge leistet einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Gesundheit. Darum ist es auch so wichtig, sie zu pflegen und nicht zu rauchen.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 09. Februar 2019)

Warum im Winter die Brille beschlägt

02.02.2019

Jetzt ist es kalt draußen und drinnen schön kuschlig warm. Deswegen erleben nun viele Brillenträger ein lästiges Problem. Die Brille beschlägt, wenn sie von der Kälte in die Wärme kommen. Manche bleiben da ganz gelassen. Sie nehmen die Brille ab, und irgendwann ist die freie Durchsicht wieder da. Andere putzen wild drauflos.

Aber warum beschlägt die Brille überhaupt? Grundsätzlich gilt, dass die warme Luft mehr Wasserdampf aufnehmen kann als kalte. Wenn nun die kalte Brille von der warmen Luft umgeben ist, wird die Luft um die Brille herum kälter. Diese Luft wird dann Wasser wieder "abgeben", die sich dann lästig auf der Brille niederlässt. Es bilden sich dort kleine Wassertropfen. Die Brille beschlägt.

Wenn gasförmiges Wasser wieder zu flüssigem Wasser wird, sagt man "es kondensiert". Gleichen sich die Temperaturen von der Brille und der Luft wieder an, verschwindet die schlechte Sicht von alleine.

Ähnliches passiert bei Kälte auch mit unserer Atemluft. Die Luft aus dem Körper enthält viel Wasserdampf. Wenn wir ausatmen, stößt diese Luft auf die kalte Umgebungsluft. Diese kühlt die warme Atemluft, die dann weniger Wasserdampf aufnehmen kann. Das darin enthaltene Wasser wird durch kleine Wassertröpfchen als Hauch sichtbar. Solange es nicht zu kalt wird, kann man das entspannt beobachten. Probiere es mal aus!

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 02. Februar 2019)

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