KinderWissen (Foto: ©Klartext Verlag, Friedeberg)

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Fragen und Antworten für Besserwisser

Neue Gedankenräume erobern.

Wie Grammatik Blumentöpfe rettet

Stell dir vor, du fährst auf deinem Fahrrad durch die Stadt, und auf einmal steht ein großer Blumentopf im Weg. Du hast jetzt zwei Möglichkeiten. Du kannst den Blumentopf umfahren, so dass er umkippt. Du kannst den Blumentopf aber auch umfahren, also einen großen Bogen darum machen. Aber Moment mal: ist dir auch aufgefallen, dass die beiden Wörter umfahren und umfahren genau gleich aussehen, obwohl sie das Gegenteil ausdrücken?
Eine sprachlich wichtige Frage die uns Jana Schönheiter vom Institut für Germanistik der TU Braunschweig erklärt. Sie ist Linguistin. Linguistik, das ist die Wissenschaft von der Sprache. "Wenn man solche sprachlichen Eigenheiten erforscht, beschäftigt man sich mit Wortbildungsmustern", erklärt sie "Obwohl umfahren und umfahren gleich geschrieben werden, sind es doch zwei unterschiedliche Wörter. Das erkennt man zum einen an der Betonung. Außerdem werden die Wörter im Satz anders gebeugt.
"Bei umfahren und umfahren ist nämlich der Unterschied, dass das 'um' einmal fest an das 'fahren' angeklebt ist: ich umfahre etwas. Beim anderen 'umfahren' kann auch etwas zwischen 'um' und 'fahren' stehen: Ich fahre etwas um, fahre also bewusst dagegen.
Wörter, die aus mehreren Teilen bestehen, gibt es viele, manche können getrennt werden, zum Beispiel herumlaufen, andere wollen zusammenbleiben, zum Beispiel beladen. Vielleicht fallen dir noch ein paar andere Wörter ein?

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 12. Januar 2019)

Rückschau

Was ist eine Seekuh?

05.01.2019

Ja, an eine Kuh denkt man schnell, wenn man beispielsweise die Rundschwanzseekühe in den Gewässern der Karibik genüsslich stundenlang Seegras abweiden sieht! Dabei sind diese großen Säugetiere viel näher mit Elefanten verwandt als mit der Kuh.
Es existieren zwei Seekuhfamilien. Die Familie der Gabelschwanzseekühe oder auch Dugongs und die Rundschwanzseekühe oder Manatis. Alle heutzutage lebenden Seekühe lieben warmes Wasser. Ausgewachsene Seekühe haben kaum natürliche Feinde außer große Haie oder Krokodile. Es kommt vor allem zu Unfällen mit Booten. Forscher rätseln, warum sie diesen nicht ausweichen, obwohl sie sie gut hören können.
Was Rundschanzseekühen neben den Booten noch gefährlich werden kann, sind Hurrikane. Oft wurde jedoch beobachtet, dass die Seekühe sich vor Stürmen zum Beispiel in Mangrovenwälder zurückziehen. Dies sind Wälder direkt an der Küste, die durch ihre Stelzwurzeln die Wucht des Sturms abmildern können.
Viele Arten sind stark gefährdet. Sei es durch Wasserverschmutzung oder Verlust des Lebensraums. Der berühmte Naturfilmer und -schützer Bernhard Grzimek bedauerte zutiefst, dass eine Art, die Stellersche Seekuh, schon kurz nach ihrer Entdeckung im 18. Jahrhundert ausstarb. Es gibt jedoch auch Positives zu berichten: Die Bestände der an den Küsten Floridas lebenden Unterart der Rundschwanzseekuh haben sich in den letzten Jahren durch intensiven Schutz erholt.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 05. Januar 2019)

Auf Polarexpedition

29.12.2018

Die Arktis und Antarktis sind riesengroße Gebiete und nur schwer zugänglich. Die Antarktis ist zum Beispiel größer als ganz Europa. Trotzdem machen sich immer wieder Forscher auf den Weg, sie zu erforschen, denn die Pole sind sehr wichtig, um unser Klima besser zu verstehen.
Im Sommer reisen die Forscher mit dem Flugzeug, im Winter mit dem Eisbrecher an. "Früher konnten Forscher diese Gebiete nicht erreichen, weil nicht die richtige Ausrüstung da war. Heute sind Expeditionen möglich, aber immer noch sehr teuer, darum tun sich Forscher meistens in internationalen Verbünden zusammen", erklärt Barbara Altstädter vom Institut für Flugführung der TU Braunschweig.
Wohnen können die Forscher während der Expedition gemeinsam in kleinen Hütten. Tagsüber führen sie Untersuchungen und Experimente durch. Biologen etwa erforschen das Verhalten von Walen oder Pinguinen. Physiker interessieren sich für die Bewegungen des Eises, Meteorologen untersuchen vor allem die Lufttemperatur, die Feuchtigkeit und den Wind in der Atmosphäre.
In den Polargebieten geht im Sommer die Sonne nie unter und im Winter bleibt es den ganzen Tag dunkel. Außerdem ist es ganz schön kalt, selbst im Sommer schmilzt das Eis nur sehr gering. Im Winter wird die Kälte noch durch den Wind verstärkt. Da muss man sich möglichst viel anziehen und spezielle Jacken und Stiefel tragen.
Und das wichtigste für so eine Expedition verrät Frau Altstädter auch noch: "Heißer Kaffee und Schokoladenkekse! So bleibt man warm."

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 29. Dezember 2018)

Wie entsteht wohl dieser Lichteffekt?

22.12.2018

Lichteffekte können wunderschön sein. Der Fachbegriff für den Lichteffekt in dem Foto klingt nicht so schön: Kaustik. Er entsteht in diesem Goldring, wenn Licht von der gewölbten Oberfläche des Rings in eine andere Richtung gelenkt wird.
Du kannst diesen Lichteffekt auch selbst erzeugen. Du brauchst dafür nur einen Ring, der Licht reflektiert und eine Taschenlampe. Dann leuchtest du mit einer Taschenlampe von einer Seite den Ring innen an und schon kannst du diesen Lichteffekt sehen.
Wie die Kaustik dann genau aussieht, hängt davon ab, wie groß der Durchmesser des Rings ist, vom Material und ob noch ein Name in den Ring eingeschliffen ist. Hier siehst du in dem Ring auf der linken und rechten inneren Seiten den bogenförmigen Lichteffekt.
Physiker und Techniker beschäftigen diese Kaustiken seit langem. Zum einen, da sie wunderschön sind. Zum anderen, da sie auch viel Ärger bereiten können. Denn wenn Optiker zum Beispiel mit Linsen arbeiten, wird das Licht meist nie genau in einem Punkt gesammelt. Und solche ungewollten Lichteffekte sind dann sehr ärgerlich und sollen möglichst reduziert werden.
Die Entstehung eines Regenbogens nennen Physiker übrigens auch Kaustik. Da du diese nicht zu berechnen brauchst, kannst du sie jetzt ganz in Ruhe ausprobieren oder beim Anblick eines Regenbogens genießen!

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 22. Dezember 2018)

Was macht Wasser in der Luft?

15.12.2018

Luft kann sich schwül, feucht oder trocken anfühlen. Das hängt mit der Luftfeuchtigkeit zusammen. Aber was genau ist das eigentlich? Dr. Anne Geese forscht am Institut für Didaktik der Naturwissenschaften der TU Braunschweig. Sie erklärt: "Man unterscheidet zwischen der absoluten und der relativen Luftfeuchtigkeit. Die absolute Luftfeuchtigkeit gibt an, wie viel Masse an Wasser insgesamt in der Luft ist."
Im Wetterbericht hört man aber meist von der relativen Luftfeuchtigkeit, die in Prozent angegeben wird. Die relative Luftfeuchtigkeit beschreibt, wie viel Wasser in der Luft ist im Verhältnis dazu, wie viel Wasser in der Luft sein könnte. 50 Prozent Luftfeuchtigkeit bedeutet also, dass die Hälfte der möglichen Wassermenge in der Luft gelöst ist. Kalte Luft kann weniger Wasser aufnehmen als warme, darum ist bei gleicher Prozentzahl in kalter Luft absolut weniger Wasser enthalten als in warmer.
100 Prozent Luftfeuchtigkeit bedeutet also auch nicht, dass man schwimmt, sondern dass nicht noch mehr Wasser in der Luft gelöst sein kann. "Eine hohe Luftfeuchtigkeit erkennt man daran, dass das Wasser in der Luft sich an ebenen Flächen niederschlägt. Wenn du zum Beispiel mit kalter Brille ins Schwimmbad gehst oder dich im Winter mit feuchten Klamotten ins Auto setzt, kondensiert das Wasser an den Scheiben", so Geese.
Luftfeuchtigkeit hat große Auswirkungen im Alltag. Ist die Luft in Räumen zu feucht, kann Schimmel entstehen, ist sie zu trocken, trocknen unsere Schleimhäute aus, und wir werden schneller krank.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 15. Dezember 2018)

Was ist eigentlich Zimt?

08.12.2018

Zimt riecht man zurzeit fast an jeder Ecke. Erkennst du den Geruch und magst du ihn? Zimt verströmt einen unverkennbar würzigen und süßen Duft zugleich. Ob in Plätzchen oder in Tees - es ist einfach ein besonderes Weihnachtsgewürz! Die sogenannten Zimtstangen sind sogar auf manchem Adventskranz zu finden. Meist wird beim Backen oder für Milchreis mit Zimt jedoch das Zimtpulver verwendet. Doch was ist eigentlich Zimt?
Vielleicht wirst du jetzt überrascht sein, aber Zimt ist Baumrinde. Das Gewürz stammt von zwei verschiedenen Zimtbäumen. Das Produkt schmeckt und riecht auch unterschiedlich. Auch die begehrte Rinde wird etwas anders gewonnen.Der sogenannte Celyon-Zimt bleibt in der Kultur strauchförmig. Dort werden zarte Äste geschält. Der Cassia-Zimtbaum wächst hingegen zum Baum heran. Das eigentliche Zimt-Gewürz stammt von der inneren Rinde des Baumes, der dazu ebenfalls geschält wird. Diese geschälten Rinden sind die Zimtstangen, die man ebenfalls kaufen kann oder auf den Kränzen als Schmuck findet.
Zimt wurde schon seit über 4000 Jahren als Heilmittel benutzt. Vor kurzem erst fanden Forscher heraus, dass ein bestimmter Stoff im Zimt den Blutzuckerspiegel und Blutfettwerte positiv beeinflussen kann. Hohe Dosen des Gewürzes können durch den Inhaltsstoff Cumarin aber für die Leber schädlich sein.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 08. Dezember 2018)

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