KinderWissen (Foto: ©Klartext Verlag, Friedeberg)

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Fragen und Antworten für Besserwisser

Neue Gedankenräume erobern.

Wozu brauchen Pflanzen Insekten?

Es ist Frühling, und Blumen und Bäume blühen über und über. Die Blüten bieten mit ihrem Nektar und Pollen Nahrung für Insekten. Diese erfüllen für die Pflanzen eine wichtige Funktion, denn sie helfen bei der Fortpflanzung. "Dieser Prozess wird als Bestäubung bezeichnet", erklärt Dag Pfannenschmidt von der Grünen Schule Braunschweig.
"In den männlichen Blütenteilen werden Pollen gebildet, die Keimzellen enthalten. Pollen sind winzig klein, werden aber in großen Mengen hergestellt. Den weiblichen Teil der Blüte nennt man auch Stempel. Gelangt der Pollen auf die klebrige Narbe am oberen Ende des Stempels, kann sich eine Frucht ausbilden, in der sich die Samen für neue Pflanzen befinden."
Es gibt Pflanzen, bei denen die Pollen ihren Weg über die Luft finden, das ist die sogenannte Windbestäubung. Andere Pflanzen sind auf die Hilfe von Insekten angewiesen. "Die Pollen bleiben an den Insekten, die in der Blüte nach Nahrung suchen, haften. Fliegt das Insekt zur nächsten Blüte, können die Pollen dort an die Narbe gelangen. Einige Pflanzen sind in ihrer Form der Blüte an ganz bestimmte Bestäuberinsekten angepasst", so Pfannenschmidt. Ohne Bestäubung gäbe es also keine Früchte, und Pflanzen könnten sich nicht vermehren.
Daher ist es sehr wichtig, Insekten zu schützen, die durch einseitige Landwirtschaft, den Klimawandel oder Pflanzenschutzmittel gefährdet sind. Indem ein vielfältiger Lebensraum mit unterschiedlichen Pflanzenarten geboten wird, kann Insekten aber geholfen werden.

Autor*in: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 18. Mai 2019)

Rückschau

Was ist eigentlich ein Sandmagerrasen

11.05.2019

Zurzeit ist optimale Fahrradzeit. Nicht zu heiß und nicht zu kalt. Wenn du dann mal in Riddagshausen herumfahren solltest, dann achte doch einmal auf die vielen Schilder im Naturschutzgebiet. Da gibt es so viel extra zu entdecken. Von wilden Bienen bis zum Sandmagerrasen. Auf der Fläche des Sandmagerrasens "Neues Land" blühen gerade die Grasnelken und bilden ein Meer aus rosa Blüten, die im Wind schaukeln.
Wie der Name schon sagt, wachsen diese Pflanzen auf Sand. Und der Boden ist dadurch so nährstoffarm, dass dort sehr viele Spezialisten gedeihen, die sehr selten sind. Durch die harte Konkurrenz ist diese Fläche sehr artenreich. Diese wurde 1992 auf ehemaligen Äckern neu geschaffen. Dazu wurden auf Sand ganze Grasnarben und Samen aufgebracht. Nach relativ kurzer Zeit bildete sich so eine sehr artenreiche Pflanzen- und Tierwelt. Über 260 verschiedene Pflanzenarten wurden hier gezählt.
Besonders gut ist auf der Fläche auch noch zu sehen, wie sich die Pflanzenwelt entwickelt. Auf der einen Seite sieht man noch die nährstoffreiche, aber nicht so artenreiche Wiese mit Löwenzahn und Klee, auf der anderen Seite gedeihen die vielen unterschiedlichen Pflanzenarten des Sandmagerrasens. Natürlich darf man die empfindliche Fläche nicht betreten. Aber eine Bank gibt einen herrlichen Ausblick, und vom Rand aus sieht man auch alles!

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 11. Mai 2019)

Warum knistert es am Lagerfeuer?

04.05.2019

Wenn du an einem großen Lagerfeuer oder an einem Kamin sitzt, kannst du es prasseln und knistern hören. Das Feuer macht Geräusche. Aber wieso knackt und knistert es überhaupt?Der Grund liegt im Holz - nur Holzfeuer knistern, Kerzen oder Gaslampen brennen dagegen geräuschlos vor sich hin.
Bevor ein Holzscheit fürs Feuermachen genutzt werden kann, muss er gut trocknen, weil es sonst zu sehr rauchen würde. Deshalb wird Feuerholz auch nicht sofort nach dem Fällen eines Baums verwendet, sondern zuerst zugeschnitten und dann an einem trockenen Ort für längere Zeit gelagert. Aber so gut man die Holzscheite auch trocknen lässt - es bleibt immer ein kleiner Rest an Wasser übrig, der in Hohlräumen des Holzscheits eingeschlossen ist.
Wenn das Feuer nun brennt, verwandelt sich das Wasser in Wasserdampf und dehnt sich aus. Durch den Druck, der dabei entsteht, platzen die Holzzellen, das Wasser verdampft, und du hörst es knistern. Das gemütliche Knistern am Lagerfeuer ist also auf viele kleine Explosionen zurückzuführen. Dieser Effekt wird übrigens bei Nadelhölzern noch verstärkt. Diese sind harzreicher als Laubhölzer. Die ätherischen Öle im Baumharz brennen besonders gut, und das Harz verbrennt nach dem gleichen Prinzip wie das Wasser.

Autor*in: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 04. Mai 2019)

Was ist ein Nacktmull?

27.04.2019

Schönheit ist bekanntlich relativ. Im Zoo in Dresden kann man beispielsweise den Nacktmull in seinem Bau unter Tage beobachten. Dabei gehen die Meinungen über sein Aussehen weit auseinander. Manche finden ihn süß, andere wiederum extrem hässlich.
Der Nachwuchs wird nur von einem Weibchen, der Königin, geboren. Und zumindest diese Winzlinge sehen putzig aus. Der Nacktmull ist, wie der Name schon sagt, fast unbehaart. Als Nagetier hat er vorne vier kräftige Zähne, mit denen er in der Erde wühlen kann. Damit er dabei nicht den Mund zu voll bekommt, kann er sogar den Mund unter den Zähnen verschließen. Außerdem sieht er fast nichts. Unter der Erde braucht er diesen Sinn auch nicht.
Er lebt in Ostafrika in Kolonien von 20 bis ca. 300 Tieren zusammen. Ähnlich wie bei staatenbildenden Insekten findet dabei eine Arbeitsteilung statt. Es gibt Tiere, die sich um den Nachwuchs kümmern, andere sind für Bautätigkeiten zuständig. Außerdem muss der Bau natürlich auch gegen Eindringlinge bewacht werden.
Aufgrund vieler Besonderheiten ist der Nacktmull auch für die medizinische Forschung sehr interessant: Der Nacktmull spürt beispielsweise kaum Schmerzen, wird für ein Nagetier sehr alt und bekommt keinen Krebs. Weltweit wird daher intensiv an den Ursachen dieser außergewöhnlichen Eigenschaften geforscht.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 27. April 2019)

Unsichtbare Kräfte

20.04.2019

Magnete begegnen uns überall im Alltag: egal ob als Kühlschrankmagnet, als Verschluss von Türen oder in einem Kompass. "Im Alltag benutzen wir meist Magnete aus Eisen, Kobalt oder Nickel. Diese Dauermagnete sind von unsichtbaren Kraftfeldern umgeben. Dabei kann die Magnetkraft auch durch andere Stoffe und Gegenstände hindurch wirken", erklärt Dr. Anne Geese vom Institut für Didaktik der Naturwissenschaften der TU Braunschweig.
Wenn ihr beispielsweise einen Magneten an den Kühlschrank hängt, könnt ihr noch ein Blatt Papier dazwischenstecken. Je nachdem, wie stark das Magnetfeld ist, kann man auch zwei, drei oder noch mehr Blätter dazwischenhängen - probiert es mal aus!
Die magnetischen Kräfte könnt ihr normalerweise nicht sehen. Legt ihr aber einen Magneten in einen Behälter mit Eisenspänen, dann ordnen sich die Späne entlang der Magnetlinien an. So könnt ihr das Kraftfeld sichtbar machen.
Übrigens ziehen Magnete nicht alle Metalle an - bei Gold, Kupfer oder Silber etwa zeigen sie keine Kraftwirkung. Magnete haben zwei Pole, den Nord- und den Südpol. Wenn verschiedene Pole einander gegenüberstehen, ziehen sich die Magnete an. Wenn sich hingegen die gleichen Pole angucken, stoßen sie sich voneinander ab. Auch das könnt ihr mit Küchenmagneten ausprobieren. "Die Atome in den Magneten sind nämlich alle gleich ausgerichtet. Weil sie quasi alle in dieselbe Richtung schauen, überlagern sich ihre kleinen Felder, und es entsteht ein starkes Magnetfeld", so Geese.

Autor*in: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 20. April 2019)

Warum Kamele Höcker haben

13.04.2019

Kamele - oder genauer gesagt Altweltkamele - gibt es mit zwei oder einem Höcker. Hat ein Kamel nur einen Höcker, nennt man es Dromedar. Mit zwei Höckern Trampeltier. Und Kamele haben noch einen weiteren Namen: Wüstenschiff.
So heißen sie, weil sie sich durch ihren besonderen Passgang wie ein Schiff schaukelnd durch die Gegend bewegen. Dabei ziehen sie immer beide linken oder rechten Beine gleichzeitig nach vorne.
Trampeltiere und Dromedare kommen in heißen Gegenden vor. Deswegen haben sie viele Anpassungen, die ihnen das Leben dort ermöglichen. Dazu gehören auch die Höcker. In ihnen wird Fett gespeichert. Dadurch können Kamele lange mit nur wenig Nahrung auskommen.
Die Höckerform ist sinnvoll. Denn würde man das Fett über den ganzen Körper verteilen, könnten sie sich viel schlechter fortbewegen. Außerdem schützen die Fettpolster auch vor Überhitzung. Denn Fett leitet Wärme schlecht.
Weitere Vorteile für ein Leben in der Wüste sind die breiten Sohlen, die sie nicht so leicht im Sand einsinken lassen, und lange Wimpern, die gegen den Sand schützen. Aber auch innere Anpassungen wie die Möglichkeit, den Urin sehr zu konzentrieren. Das Wasser bleibt dann im Körper. Sie müssen nur circa einen Liter am Tag abgeben.
Außerdem können Kamel ihre Körpertemperatur regulieren. Sie schwitzen so weniger.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 13. April 2019)

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