Rückschau (Foto: ©Studierende der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften)

Rückschau

Rückschau

Das Veranstaltungsarchiv

Neue Gedankenräume erobern.

Was bisher so bei uns los war:

Exkursion: INVENT GmbH

11. August 2017

INVENT GmbH
Christian-Pommer-Straße 34, 38112 Braunschweig

Schriftliche Anmeldung bei der NFL Geschäftsstelle vom 24. Juli bis 04. August 2017 erforderlich.

Die INVENT GmbH ist seit 1996 zum anerkannten Engineering- und Fertigungs-Spezialisten für Faserverbundtechnologien erwachsen, der Strukturkomponenten von der ersten Idee über die Kompetenzfelder Strukturanalyse, Bauweisenentwicklung bis hin zur Serienfertigung entwickelt. Ein weiteres, bedeutendes Kompetenzfeld ist der Bereich Forschung und Entwicklung mit vielfältigen Verbundaktivitäten im Bereich der Faserverbundstrukturen.

Die Realisation und Vermarktung innovativer Verbundwerkstofftechnologien sowie die Planung, Organisation, Koordination und Steuerung als Serviceleistung zur Erzielung eines effizienten Transfers für innovative Technologien zwischen Grundlagenforschung und Industrie ist Gegenstand der Unternehmenstätigkeit. Als Dienstleister und Berater arbeitet die INVENT GmbH mit industriellen und grundlagenorientierten Partnern zusammen und vernetzt diese zudem erfolgreich zu einem Gesamtsystem mit hoher Marktkompetenz.

Referenten/innen

  • Dipl.-Ing. Henning Wichmann, Invent GmbH
  • Dr. Olaf Heintze, Invent GmbH
  • Dr.-Ing. Shanna Schönhals, NFL / TU Braunschweig

Zukunftsfragen kontrovers Welches Saatgut - für eine gerechte und nachhaltige Landwirtschaft?

03. Juli 2017

Exkursion: Fliegerhorst Faßberg

30. Juni 2017

DLR-Standort Trauen
Eugen-Sänger-Straße, 29328 Faßberg

Begrenzte Teilnehmerzahl
Schriftliche Anmeldung beim DLR Braunschweig Mark Schmidt vom 01. bis 15. Juni 2017 erforderlich

Mit dem 1981 verlegten Transporthubschrauberregiment 10 "Lüneburger Heide" ist am Standort Faßberg der größte fliegende Einsatzverband des Heeres in Niedersachsen beheimatet. Der Fliegerhorst beherbergt zudem das Technische Ausbildungszentrum der Luftwaffe (TAusbZLW), das Kompetenzzentrum für die technisch-logistische Ausbildung an Hubschraubern für das Heer und die Luftwaffe.

In direkter Nähe zur Bundeswehr befindet sich der Standort Trauen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Seit 1935 wird die vorteilhafte Lage abseits von Siedlungen und dennoch in der Nähe von Ballungsräumen genutzt, um hochanspruchsvolle Versuche für die Forschung durchzuführen. Besondere wissenschaftliche Aufmerksamkeit erlangten die Arbeiten und Versuche von Prof. Eugen Sänger, der das Raketenzentrum in Trauen federführend aufbaute und Raketen- und luftatmende Flugkörperantriebe entwickelte. Schwerpunkte der heutigen Forschung am Standort sind Vorbereitung und Durchführung von Versuchen in den Arbeitsbereichen Antrieb, Akustik, Strukturmechanik, Entwurf/Aerodynamik und Brandsicherheit.

Referenten

  • OStFw Paul Hicks, Fliegerhorst Faßberg
  • Dipl.-Ing. Jürgen Veth, DLR Trauen
  • Dipl.-Vw. Mark Schmidt, DLR Braunschweig

Ausschreitungen, Mobbing, Übergriffe: Verändert sich die Gewalt in Deutschland?

20. Juni 2017

Mord, Totschlag, Sexualdelikte, schwere Körperverletzung: die Zahl von Gewaltverbrechen ist laut der neuesten Kriminalstatistik deutlich gestiegen.

Die größte Steigerungsrate verzeichnen Mord- und Totschlags-Fälle. Aber auch Sexualdelikte und Körperverletzungen haben im vergangenen Jahr zugenommen. Nicht zuletzt scheinen auch Beleidigungen, üble Nachrede und Mobbing eine größere Rolle in unserem Alltag zu spielen. Laut einer PISA-Studie wird in Deutschland inzwischen fast jeder sechste Jugendliche regelmäßig von seinen Mitmenschen gemobbt. Die psychische Gewalt ist zwar weniger auffällig als die körperliche, hinterlässt aber ebenfalls tiefe Verletzungen bei den Betroffenen.

Auch die Entwicklung der körperlichen Gewalt hat die Forscherinnen und Forscher alarmiert: Das Gewaltspektrum reicht von Angriffen auf Lehrerinnen und Lehrer über Waffen in Schulen bis hin zu Amokläufen wie in Winnenden und Erfurt. Mehr als früher geht es daher auch in der Wissenschaft inzwischen darum zu untersuchen, ob junge Menschen heute eher zu Gewalttaten neigen als früher.

Haben sich die Werte in unserer Gesellschaft verändert? Hat sich in Deutschland ein neues Verhältnis zur Gewalt entwickelt? Und falls das so sein sollte: Was sind die Gründe dafür? Welche Präventions-Methoden könnten in der Zukunft helfen?

Die Sendung zum Nachhören auf NDR Info

Lotsenarbeitsplatz der Zukunft Ein Blick in die Flugsicherung von morgen

19. Juni 2017

Fluglotsen arbeiten heutzutage entweder im Flughafen-Tower oder in einer Überwachungszentrale (Center). Für den jeweiligen Arbeitsplatz sind die Außensicht bzw. das Radardisplay von entscheidender Bedeutung, um durch Kommandos an die Piloten einen sicheren und effizienten Luftverkehr herzustellen.
Die Kommunikation zwischen Lotsen und Piloten basiert dabei immer noch weitestgehend auf Sprechfunk. Durch zunehmenden Flugverkehr und den Einzug stärkerer Automatisierung wird nach Wegen gesucht, Fluglotsen zukünftig vor allem mit moderner Technik bei ihrer Arbeit zu unterstützen und damit zu entlasten.

Der Vortrag wird aktuelle Forschungen zur Lotsenassistenz vorstellen, wie zum Beispiel einen multimodalen Lotsenarbeitsplatz, der Sprache, Blicke und Gesten erkennt. Dies erleichtert Center-Lotsen die Arbeit und erlaubt ihnen intuitive Eingaben über verschiedene menschliche Sinne. Tower-Lotsen wiederum können durch eine kamerabasierte Fernüberwachung von Flughäfen flexibler arbeiten, ohne örtlich an ihren Flughafen gebunden zu sein. Solche neuen Systeme bzw. Mensch-Maschine-Schnittstellen sollten dabei jedoch stets den Operateur im Fokus haben.

Referenten

  • Dipl.-Ing. Jürgen Rataj, Institut für Flugführung, DLR Braunschweig
  • Dr.-Ing. Oliver Ohneiser, Institut für Flugführung, DLR Braunschweig

Mobilität Automatisiert - vernetzt - intermodal

15. Juni 2017
  • Kurzinformation
  • ausführliche Information

Digitalisierung heißt der Wandel unserer Zeit. Für Reisende soll sie mehr Flexibilität, Komfort und Schnelligkeit bringen. Busse fahren ohne festen Fahrplan, wann und wo die Fahrgäste ihn bestellen – vielleicht sogar ohne Fahrer. Dienstreisende arbeiten auf der Autobahn, Autos „sprechen“ Spurwechsel miteinander ab und fahren gleiche Wege aneinandergekoppelt. Wenn doch mal Stau ist, steigt man spontan in den nächsten Zug – eine App mit aktuellen Infos aller Verkehrsträger kennt immer den besten Weg. Solche Szenarien werden möglich dank Automatisierung, Vernetzung und Intermodalität. Doch wie weit sind wir technisch davon noch entfernt? Wie versteht sich ein automatisiertes Auto mit einem herkömmlichen? Können digitale Angebote das Leben auf dem Land schöner machen? Und wie verändert digitale Mobilität das Leben in den Städten?

Kommen Sie ins Haus der Wissenschaft und reden Sie mit!

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Wachsende Städte, der Klimawandel, sich ändernde Lebens- und Arbeitsformen und neue Technologien beeinflussen unsere Mobilität. Der motorisierte Individualverkehr, der derzeit noch alles dominiert, überfordert die Infrastruktur, insbesondere in der Stadt und macht sich als Stau und Parkplatznot bemerkbar. Hohe Feinstaubbelastung und CO2-Emissionen überfordern zudem Gesundheit und Umwelt. Gefragt sind neue Mobilitätskonzepte, die den drohenden Verkehrskollaps verhindern und zudem nachhaltiger sind.

Mobilitätsforscher erhoffen sich durch die Digitalisierung eine Verkehrswende. Sie wollen dadurch verschiedene Verkehrssysteme intelligent miteinander vernetzen. So sollen Smartphone-Apps künftig für Reisende aus Bus, Bahn, Auto und Fahrrad eine optimale Mobilitätskette errechnen, die sie von A nach B bringt - ohne Stau, ohne Anschlusslöcher, ohne Tarifdschungel.

Zusätzlich arbeiten Wissenschaftler daran, den Individualverkehr zu automatisieren: Autos sollen selbst fahren, damit Reisende die Zeit im Auto für andere Tätigkeiten nutzen können, beispielsweise um zu arbeiten oder zu lesen. Auch autonome Busse sind denkbar, die per App bestellt werden können und ihre Fahrgäste einsammeln - auf der für alle optimalen Route. Vernetzt man die Autos und Busse zudem, kann man künftig darüber auch Staus vermeiden. Und wenn doch mal Stau ist, steigt man spontan in den nächsten Zug - eine App mit aktuellen Infos aller Verkehrsträger kennt den besten Weg.

Diese Entwicklung könnte unser Verhältnis zum eigenen Auto grundlegend ändern. Wenn man jederzeit Zugriff auf automatisiertes Carsharing hat, benötigt man womöglich gar kein eigenes Auto mehr. Jedenfalls im Ballungsraum Stadt. Anders aber stellt sich die Situation auf dem Land dar, wo der öffentliche Verkehr noch große Lücken aufweist und man noch kaum auf das eigene Auto verzichten kann.

Der Verkehr der Zukunft wirft zudem viele Fragen auf: Wie versteht sich ein automatisiertes Auto mit einem herkömmlichen? Wie kompliziert wird Mobilität durch die Digitalisierung - werden ältere Menschen ausgeschlossen? Wie sicher sind vernetzte, autonome Autos gegenüber Hackerangriffen? Und wie gläsern werden Bürger, wenn man jede ihrer Bewegungen in einem digitalisierten Verkehrsnetz künftig erfassen kann?

Referenten

Prof. Dr. Frank Köster
Prof. Dr. Frank Köster
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt


Sein Statement:
"Automatisiertes und vernetztes Fahren wird zum Kernelement unserer Mobilität von morgen werden."

Prof. Dr. Thomas Siefer
Prof. Dr. Thomas Siefer
Technische Universität Braunschweig


Sein Statement:
"Der Zuzug in die Städte erfordert für die Städte Konzepte mit immer weniger individueller Mobilität, nur so können die Städte lebenswert bleiben."

Prof. Dr. Jorge Marx Gómez
Prof. Dr. Jorge Marx Gómez
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Moderator

Jens Lubbadeh (Foto: ©privat)
Jens Lubbadeh
Wissenschaftsjournalist

Impulse zum Feierabend

12. Juni 2017

Innovative Lösungen „zum Anfassen“ können die Teilnehmenden an diesem Abend in einer kleinen Begleitausstellung erleben. Vorgestellt werden dabei auch das „MoCaB – Mobile Care Backup“ zur verlässlichen mobilen Begleitung für pflegende Angehörige, die „Pflegebrille“ zur Entlastung bei der häuslichen (Intensiv-)Pflege, ein „Mobility Monitoring“ zur Dekubitus-Prophylaxe und Sturzprävention und das Forschungsprojekt "SecuRIn - Security Referenzmodell Industrie 4.0".

Gespräche mit

Dr. Nils Hellrung, Symeda GmbH
Prof. Dr. Dr.-Ing. Michael Marschollek, Medizinische Hochschule Hannover
Prof. Dr.-Ing. Michael Prilla, TU Clausthal
Erika Reimer, ambet e.V.
Prof. Dr. Sandra Müller, Ostfalia Hochschule
Prof. Dr. Ina Schiering, Ostfalia Hochschule

Moderation

Florian Kneifel
Journalist und Reporter beim NDR

Flugzeugreifen Ähnlich wie PKW-/LKW-Reifen oder ganz verschieden?

29. Mai 2017

Michelin, the leading tire company, is dedicated to enhancing its clients' mobility, sustainably; designing and distributing the most suitable tires, services and solutions for its clients' needs; providing digital services, maps and guides to help enrich trips and travels and make them unique experiences; and developing high-technology materials that serve the mobility industry. Headquartered in Clermont-Ferrand, France, Michelin is present in 170 countries, has 111,700 employees and operates 68 production facilities in 17 countries which together produced 184 million tires in 2015. MICHELIN® Aircraft Tire supplies bias tires, radial tires, and tubes for aviation clients around the world in a range of applications including commercial and regional airlines, general aviation and military aviation. Michelin, a trusted partner delivering customers peace of mind.

Referenten

  • Dipl.-Ing. Frank Erath, Executive Vice President Sales Michelin Aircraft Tires, Clermont-Ferrand, France

Antibiotika Unterwegs auf Reserve

18. Mai 2017
  • Kurzinformation
  • ausführliche Information

Als Antibiotika vor 100 Jahren entdeckt wurden, verloren Krankheiten wie Tuberkulose, Cholera und Syphilis auf einen Schlag ihren Schrecken. Doch unsere Waffe wird stumpf, weil Bakterien resistent werden.

In Krankenhäusern tauchen immer häufiger Keime auf, denen man nicht einmal mehr mit Reserveantibiotika beikommen kann. Es ist ein globales Problem, denn resistente Erreger kümmern sich nicht um Grenzen.Die Ursachen sind vielfältig: Antibiotika werden häufig unnötig eingenommen, in vielen Ländern sind sie zudem freiverkäuflich.

Ihr Einsatz in der Tiermast produziert resistente Erreger, die über das Fleisch auf uns übergehen. Müssen wir nun die alten Krankheiten wieder fürchten? Oder können wir das Problem lösen? Wie bündelt man Maßnahmen - auch auf globaler Ebene?

Kommen Sie ins Haus der Wissenschaft und reden Sie mit.

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Antibiotika waren eine der größten Erfindungen des letzten Jahrhunderts, sie nahmen bakteriellen Infektionskrankheiten wie Cholera, Tuberkulose, Syphillis den Schrecken. Aber die Evolution schläft nicht, die Bakterien haben nachgerüstet und Resistenzen gegen auch die stärksten Antibiotika entwickelt. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Einer der Hauptgründe ist der häufig noch zu leichtfertige und oft auch falsche Einsatz von Antibiotika. Ärzte verschreiben diese Präparate immer noch zu häufig und viele Patienten wissen immer noch nicht, dass Antibiotika nur gegen Bakterien und nicht gegen Viren wirken. Auch der Einsatz von Antibiotika in der Tiermast produziert zusätzlich resistente Keime.

Die alten Waffen werden zunehmend stumpf und es kommen zuwenig neue hinzu. Der Grund: Für die Pharmakonzerne ist es nicht lukrativ genug, neue Antibiotika zu entwickeln. Ein neuer Wirkstoff wird häufig als Reserve zurückgestellt und spielt für den Konzern kaum Geld ein. Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnte daher bereits vor einem "post-antibiotischen Zeitalter": Im 21. Jahrhundert könnten "verbreitete Infekte und harmlose Verletzungen wieder tödlich sein".

Vor allem in Krankenhäusern machen sich resistente Keime bemerkbar. Ohnehin schon geschwächte Patienten können sich dort mit multiresistenten Erregern wie MRSA und ESBL infizieren, was tödlich enden kann. Genaue Zahlen hat niemand, weil es schwierig ist zu belegen, ob ein resistenter Erreger die Todesursache war oder nur eine Begleiterscheinung - aber die Bundesregierung spricht von rund 15.000 von multiresistenten Erregern verursachten Todesfällen pro Jahr in Deutschland. Sie hat einen Zehn-Punkte-Plan entwickelt, um das Problem einzudämmen. Zentral ist dabei die Einhaltung strengerer Hygienemaßnahmen in den Krankenhäusern und einer besseren Überwachung der Antibiotika-Verordnungen und ihres Einsatzes in der Tiermast. Viele Maßnahmen sind erforderlich, um das Problem in den Griff zu kriegen - nicht nur auf nationaler Ebene, denn resistente Erreger kümmern sich nicht um Grenzen. Besonders dramatisch ist die Lage in Schwellenländern. Mit unseren Gästen diskutieren wir das Problem in all seinen Facetten: Chefarzt Wilfried Bautsch berichtet von der Lage in der Klinik. Die Tierärztin Kristina Kadlec vom Friedrich-Löffler Institut erläutert, warum Antibiotika in der Tiermast problematisch sind. Mark Brönstrup vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung entwickelt neue Wirkstoffe und berichtet, warum es so lange dauert, bis wir neue Antibiotika haben. Und der Gesundheitspolitiker Christos Pantazis erklärt, was die Politik gegen die sich ausbreitenden Resistenzen tun kann. Kommen Sie ins Haus der Wissenschaft und diskutieren Sie mit!

Referenten

Prof. Dr. Mark Brönstrup
Prof. Dr. Mark Brönstrup
Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung


Sein Statement:
„Die Erforschung und Entwicklung ganz neuer Antibiotika muss dringend intensiviert werden, um der Resistenzproblematik effektiv begegnen zu können.“

Dr. Christos Pantazis
Dr. Christos Pantazis
Mitglied des Niedersächsischen Landtags


Sein Statement:
"Die Entstehung und Verbreitung resistenter Bakterienstämme ist eine Gefahr sowohl für den Einzelnen als auch für die öffentliche Gesundheit und kann zu erheblichen Belastungen für das Gesundheitssystem führen."

Prof. Dr. Dr. Wilfried Bautsch
Prof. Dr. Dr. Wilfried Bautsch
Städtisches Klinikum Braunschweig


Sein Statement:
„Antibiotika sind lebensrettend, aber man muss sie gezielt einsetzen, weil sie sonst ihre Wirkung verlieren.“

Kristina Kadlec, PhD
Kristina Kadlec, PhD
Friedrich-Loeffler-Institut


Ihr Statement:
„Wer bei Antibiotikaresistenz als erstes an die Tiermast denkt, sucht nicht nach Lösungen, sondern nach Schuld.“

Moderator

Jens Lubbadeh (Foto: ©privat)
Jens Lubbadeh
Wissenschaftsjournalist

Before the Flood Klimaschutz-Dokumentation von Leonardo DiCaprio

16. Mai 2017

Eine authentische Dokumentation über den Klimawandel ausgerechnet aus Hollywood?
Wir waren erst skeptisch, aber Leonardo DiCaprio und Fisher Stevens haben es mit Before the Flood (2016) geschafft, auf gleichzeitig eindrucksvolle und erschreckende Weise darzustellen, was derzeit auf unserem Blauen Planeten schief läuft.

Auf der Suche nach Ursachen für das sich wandelnde Klima trifft Leonardo DiCaprio Menschen wie Barack Obama oder Papst Franziskus. Stetiges Wachstum, globale Erderwärmung, Armut und Hunger sind nur einige der Themen, die im Film aufgegriffen werden. Einzigartige Naturaufnahmen führen vor Augen, warum Klimaschutz wichtiger denn je ist. Wir sind der Meinung, das sollte man gesehen haben: Im Energiecafé präsentieren wir den kompletten Film auf großer Leinwand und in deutscher Fassung.
Filmlänge: 96 Minuten

Fake News Eine Gefahr für die Demokratie?

27. April 2017
  • Kurzinformation
  • ausführliche Information

Dieses Jahr stehen Bundestagswahlen an und viele haben ein ungutes Gefühl dabei. Denn noch nie war es so leicht, Menschen mit gezielten Unwahrheiten zu beeinflussen wie heute. Fake News verbreiten sich über Social-Media-Kanäle wie Twitter und Facebook rasant.

Neu ist, dass dies selbst von hochrangigen Politikern wie US-Präsident Donald Trump mittlerweile ganz offen praktiziert wird. Dazu kommen Computerprogramme, die auf diesen Kanälen wie menschliche NutzerInnen agieren und die öffentliche Meinung beeinflussen, sogenannte Social Bots.

Worauf sollen wir unsere Meinung stützen, worauf vertrauen? Wie gehen die klassischen Medien damit um? Und wie gefährlich sind diese Entwicklungen für unsere Demokratie?

Kommen Sie ins Haus der Wissenschaft und reden Sie mit.

Wollen Sie mehr erfahren? Dann lesen Sie hier unsere ausführliche Version!

Dieses Jahr stehen in Frankreich und in Deutschland Wahlen an – ausgerechnet zu einer Zeit, wo es noch nie so leicht war, Menschen mit gezielten Unwahrheiten zu beeinflussen. Propaganda und Fake News verbreiten sich über Social-Media-Kanäle wie Twitter und Facebook rasant, oftmals werden sie gar nicht mehr von echten Menschen in die Welt gesetzt, sondern von sogenannten Social Bots, Computerprogrammen, die in sozialen Netzwerken vorgeben, reale Nutzer zu sein und auf diesen Kanälen Meinung im Sinne ihrer Erschaffer beeinflussen sollen.

Besonders deutlich wurde das bei der Brexit-Diskussion und dem letzten US-Wahlkampf, wo Social Bots bereits zum Einsatz kamen. So ermittelten Forscher, dass nur rund 60 Prozent der Follower von Donald Trump und Hillary Clinton echte Menschen waren – der Rest waren Computerprogramme. Ihr Ziel: Den politischen Gegner diskreditieren, Masse erzeugen, um eine Meinung zu verstärken, Statistiken verdrehen, Stimmungen erzeugen, Menschen verunsichern – oft mithilfe von Lügen und kompromittierendem Material aus Cyberangriffen.

Die Unterschiede zwischen den Bots sind sehr groß. Im einfachsten Fall beschränkt sich das selbständige Handeln dieser Roboter darauf, vorgefertigte Nachrichten zu versenden. Komplexere Bots sind aber auch in der Lage, mit echten Nutzern zu interagieren und eigenständig neue Texte zu generieren. Da die normale Kommunikation in den sozialen Netzwerken in der Regel nicht besonders komplex ist, fallen aber auch die primitiven Bots häufig nicht auf.

Es existiert bereits eine regelrechte Schattenwirtschaft. Man kann Bots auf dunklen Kanälen kaufen, die auf Twitter und Facebook und in den Kommentarspalten von Online-Medien automatisch Texte verbreiten. Über einfache Schnittstellen kann man so viele Bots auf einmal steuern und sie leicht mit Textbausteinen versorgen, die verbreitet werden sollen.

Eine große Mehrheit der Menschen in Deutschland ist davon überzeugt, dass von Social Bots und Fake News eine reale Gefahr ausgeht. Bei einer aktuellen repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov stimmten 44 Prozent der Aussage „voll und ganz“ und 40 Prozent „eher“ zu, dass Fake News die Wahlen beeinflussen können. Nur 9 Prozent waren der Meinung, dass Fake News „eher nicht“, oder „ganz und gar nicht“ (2 Prozent) Einfluss haben auf die Bundestagswahlen. Dass Populisten aufgrund von Fake News an Zustimmung gewinnen, glauben 40 Prozent „voll und ganz“, 37 Prozent „eher“ (10 Prozent „eher nicht“, 4 Prozent „ganz und gar nicht“).

Inwieweit und ob überhaupt Social Bots tatsächlich Auswirkungen auf die öffentliche Meinung haben, darüber gibt es noch keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse. Das Büro für Technikfolgenabschätzung ist eine wissenschaftliche Einrichtung zur Beratung des Bundestags. Es lässt seit Oktober 2016 die gesellschaftliche und politische Relevanz von Social Bots untersuchen.

Medienforscher vermuten, dass der Einfluss von Bots eher indirekt sein könnte, indem sie Journalisten und Politikern Meinungstrends vorgaukeln, die diese wiederum in ihrer Berichterstattung oder ihrer Politik beeinflussen. Aber sie können laut Medienforschern vermutlich die Gesellschaft polarisieren, Spannungen verstärken und Risse zwischen gesellschaftlichen Gruppen verstärken.

Ansgar Kellner ist Informatiker am Institut für Systemsicherheit der TU Braunschweig. Er beschäftigt sich mit der Erkennung von Social Bots und ist an einem BMBF-geförderten Projekt namens „Propstop“ beteiligt. Das Ziel: Social Bots erkennen und ausschalten. „Viele Bots verraten sich durch bestimmte Merkmale “, sagt Kellner. Programme, die ununterbrochen, auch nachts, Meldungen senden, seien simpel zu erkennen. „Manche aber simulieren Nacht-Wach-Zyklen, um so realistischer zu wirken.“ Er hofft, am Ende einmal ein System zu haben, das letztlich mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit angeben kann, ob es sich um einen Bot handelt oder nicht. Dieses System könnte Moderatoren von Diskussionsforen dabei unterstützen, Propaganda-Bots herauszufischen und zu sperren.

Das Problem: Social Bots sind nicht verboten, es gibt keinerlei Regulierung durch den Gesetzgeber. Immerhin haben die deutschen Parteien verkündet, im Wahlkampf keine Propaganda-Roboter einsetzen zu wollen, um mit Fake News Verwirrung zu stiften. Doch das bleibt freiwillig. Die Grünen haben eine Anmeldepflicht für Social Bots gefordert. Die Unionsfraktion brachte eine Kennzeichnungspflicht ins Spiel. 

Nach Meinung von Harald Rau braucht es jedoch keine „Fake-News-Polizei“. „Was wir  brauchen ist mehr Medienkompetenz und selbstbewusstere Medien“, sagt Rau.

Erschwert wird die Debatte dadurch, dass selbst hochrangige Politiker wie US-Präsident Donald Trump Falschmeldungen verbreiten und ihrerseits die Medien als Verbreiter von Fake News bezichtigen. Dies erzeugt zusätzlich ein Klima der Unsicherheit.

Worauf kann der Bürger noch vertrauen, worauf soll er seine Meinung stützen? Wie gehen die klassischen Medien damit um? Und wie gefährlich sind diese Entwicklungen für unsere Demokratie? Kommen Sie zu unserer Veranstaltung und diskutieren Sie mit uns über diese Fragen.

Referenten

Prof. Dr. Monika Taddicken
Prof. Dr. Monika Taddicken
Institut für Sozialwissenschaften, TU Braunschweig


Ihr Statement:
„Welchen Einfluss die sog. Fake News tatsächlich auf die öffentliche Meinung insgesamt haben, ist noch unzureichend erforscht. Und weiterhin wissen wir auch nicht, welche Wirkung Maßnahmen im Kampf gegen diese Fake News entfalten werden bzw. würden.“

Prof. Dr. Harald Rau
Prof. Dr. Harald Rau
Institut für Medienmanagement, Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, Salzgitter


Sein Statement:
"Brauchen wir eine Fake-News-Polizei? Nein. Wir brauchen mehr Medienkompetenz."

Dr. Ansgar Kellner
Dr. Ansgar Kellner
Institut für Systemsicherheit, TU Braunschweig


Sein Statement:
"Medienkompetenz ist der Schlüssel zum Schutz der modernen Demokratie. Das Erkennen von Social Bots und Fake News ist ein elementarer Teil davon."

www.propstop.de

Moderator

Jens Lubbadeh (Foto: ©privat)
Jens Lubbadeh
Wissenschaftsjournalist

Das Plastik-Problem Lässt es sich noch lösen?

25. April 2017

Plastik ist zwar auch ein Erfolgsprodukt – aber was unsere Natur und Gesundheit  angeht, ist es ein immer größer werdendes Problem!
Ob in der Wohnung, im Büro oder im Auto: Gegenstände aus Plastik befinden sich überall. Sie lassen sich zwar wegwerfen, allerdings deutlich schwieriger entsorgen: Ihre Zersetzung dauert 100 bis 500 Jahre.

Die Folgen sind bekannt: Der Plastikmüll sammelt sich in allen Lebensräumen der Erde. Sollte die Zersetzung einmal begonnen haben, macht es die Situation auch nicht besser: Erst sind es kleine Kunststoffkörnchen und schließlich das für unser Auge unsichtbare Mikroplastik, das sich überall verbreitet.  

Auch in unseren Meeren landen Millionen Tonnen von Plastikmüll. Tiere verfangen sich darin, verhungern auf Grund von Plastikteilchen, die ihr Verdauungssystem blockieren oder nehmen mit dem Mikroplastik auch die gesundheitschädlichen Stoffe auf, die daran haften. Letztendlich landen die durch die Nahrungskette später möglicherweise wieder auf unseren Tellern.

Können wir uns und unseren Planeten vor dem vergiftenden Plastikmüll überhaupt noch schützen? Können wir das Plastik entfernen? In unseren Meeren, unseren Lebensmitteln oder Kosmetika?

Lässt sich unser  Plastik-Problem noch lösen?

Mitschnitt der Diskussionsveranstaltung zum Anhören auf NDRinfo

Wann ist Fliegen sicher genug? Das Ende des Risikofaktors Mensch?

24. April 2017

Inhalt

"Das Gefährlichste am Fliegen ist die Fahrt zum Flughafen." Ist diese häufig gehörte Redewendung tatsächlich zutreffend? Wie sicher ist Fliegen heute und wie sicher muss es sein? Der Vortrag betrachtet, welche ethischen, moralischen und wirtschaftlichen Anforderungen das Sicherheitsniveau in der Passagierluftfahrt bestimmen. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Risikofaktor "menschliches Versagen" und wie künstliche Intelligenz das Fliegen in Zukunft sicherer machen kann.

Referent

  • Julian Oehling, Flight Safety Department, Deutsche Lufthansa AG

KiWi - Osterferien 2017 Forschertage für Kinder

11. + 12. April 2017

Am 11. - 12. April 2017 konnten bereits zum 15. Mal insgesamt 90 Schülerinnen und Schüler im Alter von 10-14 Jahren an den KiWi-Forschertagen teilnehmen.

Wie schaffen Knochen ihren Knochenjob? Aus welchen Bestandteilen setzen sich Seife, Tee und Co. zusammen? Und wie funktioniert eigentlich die Abfallentsorgung in Braunschweig? Diesen und vielen weiteren Fragen gingen die neugierigen Nachwuchsforscher bei den KiWi-Forschertagen für Kinder auf den Grund.

Das Haus der Wissenschaft veranstaltet das wissenschaftliche Ferienprogramm in Kooperation mit FiBS (Ferien in Braunschweig), der Jugendförderung der Stadt Braunschweig und der Braunschweiger Verkehrs-GmbH. Die Forschertage werden gefördert durch den Science Club des Haus der Wissenschaft, EWE Armaturen GmbH & Co.KGALBA Braunschweig, die Bürgerstiftung Braunschweig und die Ecki Wohlgehagen-Stiftung. Auch zu dieser Veranstaltung war es dem Haus der Wissenschaft in Zusammenarbeit mit dem Kinder- und Familienzentrum Schwedenheim und der Migrationsberatung AWO Bezirksverband Braunschweig e.V. möglich, mehrere Stipendien an Kinder zu vergeben, die aus finanziellen und sozialen Gründen sonst nicht teilnehmen könnten.

Wir bedanken uns bei allen Partnern, durch deren Engagement in den Osterferien wieder ein tolles Programm entstanden ist und natürlich auch bei allen neugierigen KiWis für ihre Teilnahme! Wir hoffen sie und viele neue Neugierige bei den nächsten KiWi-Forschertagen in den Herbstferien 2017 wiederzusehen!

Smart City Was macht Städte intelligent?

28. März 2017

Die Welt wird smart. Sei es Smartphone, Smart Home oder Smart Mobility.
Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt und der Forschung erst recht nicht. Innovative Konzepte und neue Technologien sollen das Leben in Zukunft einfacher, nachhaltiger und sozialer machen.
Die Smart City ist der Ort, an dem alles zusammentrifft. Doch was macht eine Stadt intelligent? Ist es ein ausgewogenes Stadtkonzept? Sind es Autos, die miteinander kommunizieren und selbstständig den Verkehr regeln? Oder sind es digital vernetzte Häuser, bei denen Verbrauch und Versorgung automatisch aufeinander abgestimmt werden?

So oder so. Eines wird immer deutlicher, die Smart City soll vor allem eines können: sich selbst organisieren! Doch wie bringt man ihr das bei?

Der lange Weg zum leisen Hubschrauberrotor Von der Grundlagenforschung zum fliegenden Produkt

27. März 2017

Inhalt

Hubschrauber sind ein unverzichtbarer Bestandteil in vielen Bereichen des täglichen Lebens, den meisten bekannt durch die ADAC Luftrettung. Die zahlreichen Starts und Landungen an Krankenhäusern werfen jedoch die Problematik der Lärmbelastung umliegender bewohnter Gebiete auf, da gerade im Landeanflug sehr großer Lärm durch die Rotorblätter erzeugt wird. Trotz ständig verschärfter Zulassungsvorschriften sind Hubschrauber immer noch erheblich lauter als z.B. der Straßenverkehr. Bürgerinitiativen gegen Fluglärm sind die logische Folge und können den Einsatz von Hubschraubern durch lokale Verordnungen erheblich einschränken oder sogar gänzlich unterbinden. Daher kommt der Reduktion des Rotorlärms seit Jahrzehnten große Bedeutung zu und stellt heutzutage auch einen wichtigen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz dar.

Die Grundlagenforschung und die Industrie arbeiten entsprechend lange mit verschiedensten Ansätzen an diesem Thema. Optimierte Anflugverfahren, hochfrequente Rotorblattsteuerung und die Formgebung der Rotorblätter sind übliche Ansätze. In diesem Vortrag wird ein Beispiel für die Lärmreduktion durch optimierte Formgebung dargestellt, beginnend mit der Grundlagenforschung anhand der numerischen Simulation, Windkanalexperimenten zur Validierung der numerischen Ergebnisse, Übertragung der Erkenntnisse auf einen industriell einsetzbaren Hubschrauberrotor, der Flugerprobung bis hin zur Vorstellung der neuen Rotorgeneration von Airbus Helicopters auf dem neuen H160 Hubschrauber, der sich seit 2015 in der Zertifizierungsphase befindet und ab 2018 ausgeliefert werden soll. Dessen Rotor stellt ein gelungenes Beispiel für die Übertragung von Grundlagenforschung an Großforschungseinrichtungen wie dem DLR zur industriellen Anwendung am Serienhubschrauber zum Nutzen der Gesellschaft dar.

Referent

  • Prof. Dr.-Ing. Berend G. van der Wall, Institut für Flugsystemtechnik, DLR Braunschweig

Erdöl adieu Alles grün, alles gut?

23. März 2017
  • Kurzinformation
  • ausführliche Information

Was vielen nicht bewusst ist: Mit Erdöl heizen und fahren wir nicht nur. Es steckt in irgendeiner Form in fast allen Alltagsprodukten. Ob Tupperdose oder Tablette, Staubsauger oder Schnuller, Kleidung oder Kondom - Erdöl ist einer unserer am häufigsten verwendeten Rohstoffe.

Doch er ist endlich - und außerdem schlecht für das Klima. Die Bundesregierung will daher, dass die deutsche Wirtschaft darauf reagiert: Weg vom Öl, hin zu erneuerbaren Rohstoffen. Bioökonomie lautet die Formel. Eine enorme Herausforderung. Können wir künftig all diese Produkte, an die wir uns gewöhnt haben, aus Pflanzen, Bakterien und organischem Abfall herstellen? Kommen Sie ins Haus der Wissenschaft und reden Sie mit.

Wollen Sie mehr erfahren? Dann lesen Sie hier unsere ausführliche Version!

Der Siegeszug des Erdöls begann vor etwa 150 Jahren – zunächst löste es in Form von Petroleum das Walöl als Brennstoff für Lampen ab. Und sehr schnell wurde es der Treibstoff der jungen, boomenden Automobilindustrie – das ist bis heute seine Hauptrolle. Aber wir verfeuern Erdöl nicht nur, es ist auch einer der wichtigsten Rohstoffe der Industrie. Ein Großteil der Produkte des modernen Lebens basieren auf dem Schwarzen Gold: Kunststoff, Textilien, Medikamente, Bau- und Dämmstoffe, Verpackungen, Putzmittel, Kosmetika. Erdöl aber ist eine endliche Ressource – und eine, die den Klimawandel befördert. Daher müssen wir Alternativen finden.

Die Wirtschaft soll sich erneuern, soll weg von fossilen, hin zu erneuerbaren Rohstoffen – so der Wille der Bundesregierung. Künftig könnten beispielsweise die Autoreifen aus Löwenzahn-Gummi hergestellt werden, der Kunststoff aus Kaffeesatz, und Essensbestandteile aus Algen. Nur drei Beispiele für das Ziel, künftig alle Produkte des modernen Lebens nach und nach aus Pflanzen, Mikroorganismen und Algen zu erzeugen. Außerdem soll dadurch auch die weltweite Ernährung langfristig gesichert werden und das Ungleichgewicht zwischen ressourcenreichen und –armen Ländern beendet werden.

Jörg Overmann, Geschäftsführer der Deutschen Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen, sieht vor allem im Einsatz von Bakterien enormes Potenzial: „Bakterien bieten eine enorme Artenvielfalt, die wir zum größten Teil noch gar nicht kennen.“ Die entdeckten wie noch unentdeckten Einzeller stellen einen genetischen Schatz für die Biotechnologie dar, der neuartige Fertigungsprozesse möglich machen wird.

Die Umstellung auf nachwachsende Rohstoffe ist eine gewaltige Aufgabe, bei der auch Fehler passieren können. Im Bereich Energie hat in der jüngeren Vergangenheit ein Zuviel an politischer Förderung dazu geführt, dass Bauern vermehrt Mais zur Biogas-Erzeugung angebaut haben. Dadurch kam es zur Konkurrenz von Nahrungs- und Energieerzeugung. Den richtigen Weg zu finden, ist schwierig, wie Folkhard Isermeyer, Chef des Thünen-Instituts betont. Um ihn zu finden, hat das Bundesforschungsministerium 2009 den sogenannten Bioökonomierat eingesetzt, ein Expertengremium aus Wissenschaftlern, Biotechnologen und Ökonomen. Der Rat soll Strategien für die Umstellung der Wirtschaft entwickeln und seine Erkenntnisse auch für die Öffentlichkeit aufbereitet.

Die Politik muss dann die Weichen stellen, fordert Martina Kolarek, Referentin für Bioökonomie beim Naturschutzbund. Das tut sie vor allem durch Forschungsförderung und direkte Förderung gewünschter Prozesse und Produkte. Kolarek, die sich schon lange mit dem Thema beschäftigt, bezweifelt jedoch, dass eine Umstellung der derzeitigen Wirtschaft auf natürliche Rohstoffe eins zu eins gelingen kann. „Letztlich kommen dann die Rohstoffe aus dem Boden. Bei dem derzeitigen Ressourcenbedarf werden wir wieder Nutzungskonflikte haben und wir laufen Gefahr, die Böden zu überfordern“, sagt Kolarek. Und am Ende muss diese biobasierte Wirtschaft auch konkurrenzfähig sein – und zwar in einer globalisierten Welt.

„Es nützt nichts, Strafsteuern auf fossile Rohstoffe zu erheben“, sagt Folkhard Isermeyer. Damit würde man nur energieintensive Industrien aus dem Land drängen, die diese Produkte im Ausland produzieren und „wir würden sie wieder importieren“, so Isermeyer. „Wir brauchen daher ein international abgestimmtes und leicht kontrollierbares Vorgehen.“

Der Abschied vom Erdöl ist eine gewaltige Aufgabe, die auch die Mithilfe jedes Einzelnen erfordert. Denn es ist fraglich, ob wir einfach so weiter machen können, wie bisher, glaubt Martina Kolarek.

Im Haus der Wissenschaft haben Sie die Möglichkeit mit den Experten darüber zu diskutieren.

Referenten

Prof. Dr. Folkhard Isermeyer
Prof. Dr. Folkhard Isermeyer
Thünen Institut, Mitglied im Bioökonomierat


Sein Statement:
"Solange unsere Wirtschaft auf fossilen Ressourcen basiert, ist sie nicht nachhaltig. Der Umbau zu einer biobasierten Wirtschaft führt allerdings nicht automatisch zu einem nachhaltigen Wirtschaftssystem, sondern nur, wenn dieser Umbauprozess politisch klug gesteuert wird."

Martina Kolarek
Martina Kolarek
NABU – Naturschutzbund Deutschland e. V.


Ihr Statement: "Es ist nicht möglich, alle erdölbasierten durch biobasierte Rohstoffe zu  ersetzen. Biologische Ressourcen stehen uns weder räumlich noch zeitlich unbegrenzt zur Verfügung. Sie sind in erster Linie Lebensraum und Nahrungsquelle für Pflanzen, Tiere und Menschen"

Prof. Dr. Jörg Overmann
Prof. Dr. Jörg Overmann
Leibniz-Institut DSMZ, Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen


Sein Statement:
"Das Potenzial von Mikroorganismen ist noch längst nicht ausgeschöpft in Bezug auf neue Aktivitäten und hochwertige Produkte"

Moderator

Jens Lubbadeh (Foto: ©privat)
Jens Lubbadeh
Wissenschaftsjournalist

Hubschrauberfliegen Zukünftig mit Lenkrad?

27. Februar 2017

Inhalt

Kann das Fliegen eines Hubschraubers so einfach werden wie Autofahren? Dies ist eine der Fragen des europäischen Forschungsprojektes "myCopter". Zusammen mit fünf weiteren Universitäten und Forschungseinrichtungen hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt Technologien untersucht, die das Fliegen von morgen erleichtern können. Die Steuerung eines Hubschraubers erfolgt bisher mithilfe von je zwei Steuerknüppeln und Pedalen. Beide Hände und Füße müssen stets parallel eingesetzt werden, um die Steuerung zu koordinieren. Wird einer der beteiligten Hebel oder Pedale verstellt, beeinflusst dies den gesamten Bewegungsablauf des Hubschrauberflugs. Um einen sicheren Flug zu gewährleisten, braucht es ein zeitaufwendiges Training, viel Geschick und Erfahrung.In ihrem Vortrag stellt Ingenieurin Bianca Schuchardt eine Lenkrad-steuerung für Hubschrauber vor, die einen intuitiven Einstieg in die Hubschrauber-Fliegerei erlaubt. In Verbindung mit einem für das Projekt "myCopter" entwickelten Autopiloten konnten Personen ohne vorherige Flugerfahrung im Hubschraubersimulator innerhalb kürzester Zeit die Steuerung erlernen und das simulierte Fluggerät sicher durch eine Hinderniskulisse bewegen. Die Versuche fanden im AVES-Simulatorzentrum am DLR Braunschweig statt.

Referentin

  • Dipl.-Ing. Bianca I. Schuchardt, Institut für Flugsystemtechnik, DLR Braunschweig

Hybride Eisschutzsysteme Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

30. Januar 2017

Inhalt

Zur Befreiung der während des Flugs auftretenden atmosphärischen Vereisung werden für die auftriebserzeugenden Oberflächen von Großraumpassagierflugzeugen vorwiegend thermische Systeme eingesetzt. Die vereisten Oberflächen werden durch heiße Zapfluft des pneumatischen Systems erwärmt. Die Luftfahrtakteure sind seit Längerem bestrebt, das energieineffiziente Zapfluftsystem durch Eisschutzsysteme zu ersetzen, die in zukünftige Flugzeugkonfigurationen mit teilweise oder vollelektrisch ausgelegter Systemarchitektur integriert werden sollen. Siehe dazu auch die Konzeptstudien des sog. More Electric Aircraft (MEA) oder All Electric Aircraft (AEA). Bei Verwendung vollelektrischer thermischer Eisschutzsystemen muss eine verhältnismäßig hohe elektrische Leistung bereitgestellt werden. Dies ist auf die großflächige Beheizung der von Vereisung betroffenen Oberflächen zurückzuführen, wobei der erforderliche Leistungsbedarf selbst bei kurzzeitigem zyklischem Systembetrieb vergleichsweise hoch ist. Die Reduktion dieses Leistungsbedarfs verlangt nach der Entwicklung einer vollelektrischen Technologie, bei der der ineffiziente Wärmeeintrag durch ein energiesparenderes Wirkprinzip ersetzt wird.

Referent

  • Dr. Elmar Bonaccurso, Aerodynamic Efficient Surfaces, Airbus Group Innovations

In weiter Ferne so nah

30. November 2016

Die letzte Diskussion innerhalb der Veranstaltungsreihe „Digitalisierung des Gesundheitswesens“ in diesem Jahr widmet sich der sogenannten Telemedizin. Diese kann u. a. mithilfe audiovisueller Kommunikationstechnologien auch weite Distanzen zwischen Arzt und Patient überbrücken. Selbst stark mobilitätseingeschränkten Menschen oder sehr abgeschieden lebenden Personen kann auf diese Weise Zugang zu medizinischen Dienstleistungen ermöglicht werden.

Schon heute wird Telemedizin bei der medizinischen Betreuung von Arbeitern und Arbeiterinnen auf Offshore-Windparks vor der deutschen Nordseeküste praktisch erprobt. Das Klinikum Oldenburg hat hierzu eine Telemedizin-Zentrale eingerichtet, deren Leiter Dr. Daniel Overheu das „Telemedizin-Netzwerk für Menschen ohne Zugang zu ärztlicher Versorgung“ betreut. In diesem Projekt steht die Gewährleistung der Notfallversorgung auch außerhalb der Reichweite von Rettungsdiensten im Zentrum. Technisch und strukturell wird das Netzwerk unterstützt von der IQ.medworks GmbH. Deren Senior Director Klaus Graf sieht in sektorenübergreifender Vernetzung und interdisziplinärer ärztlicher Präsenz die Basis für eine lückenlose medizinische Versorgung aller Regionen des Landes.

Doch wie lassen sich telemedizinische Verfahren flächendeckend etablieren und in die Lebenswelt der Patienten integrieren? Über Fragen der Akzeptanz und (Technik-) Adoption hat Dr. Christoph Dockweiler promoviert und seinen Blick dabei auch auf mögliche Widerstände aus Patientensicht gerichtet. Die digitale Gesundheit sei ein Paradigmenwechsel, der geduldig und sorgfältig vollzogen werden müsse, sagt er.

Unsere drei Spezialisten aus Forschung und Praxis berichten am 30. November über ihre Erfahrungen und Ergebnisse zum Thema. Gemeinsam mit dem Publikum diskutieren die Experten zum Beispiel über technische Voraussetzungen, gesetzliche Hürden sowie Potenziale der Telemedizin.

Diskussion mit

  • Dr. Christoph Dockweiler ist wissenschaftlicher Angestellter an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld und Lehrbeauftragter für den Bereich "eHealth und Telemedizin". Er promovierte zum Thema "Adoption und Akzeptanz telemedizinischer Leistungen aus Perspektive der Nutzerinnen und Nutzer".

    Sein Statement
    : "Digitale Gesundheit ist ein Paradigmenwechsel, der entlang der Bedarfe und Bedürfnisse der Nutzer gestaltet werden muss. Hierfür braucht es Geduld, Sorgfalt und Vertrauen."

  • Klaus Graf ist Senior Director der IQ.medworks GmbH in Freyung (Bayern) und von Beginn an am ausgezeichneten Projekt „Telemedizin-Netzwerk für Menschen ohne Zugang zu ärztlicher Versorgung“ sowie an verschiedenen akut- und notfallmedizinisch orientierten Telemedizinprojekten beteiligt.

    Sein Statement:
    "Um den Anforderungen der Zukunft wirkungsvoll begegnen zu können, brauchen wir eine sektorenübergreifende Vernetzung und über telemedizinische Verfahren realisierte, hohe interdisziplinäre ärztliche Präsenz in der Patientenversorgung. „Die Medizin muss zum Patienten kommen und nicht umgekehrt!"
  • Dr. Daniel Overheu ist Facharzt der Anästhesie und ärztlicher Leiter der Telemedizin-Zentrale am Klinikum Oldenburg. Er hat das Projekt „Telemedizin-Netzwerk für Menschen ohne Zugang zu ärztlicher Versorgung“ von Anfang an betreut.

Moderation

Florian Kneifel
Journalist und Reporter beim NDR

Von Geckos, Raketen und Hybriden Studentische Entwicklungen in der Raumfahrttechnik

29. November 2016

Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, das Weltall zu erkunden? Die Mitglieder der ExperimentalRaumfahrt-InteressenGemeinschaft e.V. (ERIG) setzen diesen Traum in die Tat um. Die ERIG ist ein eingetragener studentischer Verein, der sich aus Studierenden unterschiedlicher Fachrichtungen der Technischen Universität Braunschweig zusammensetzt. Seit 1999 beschäftigt sich der Verein mit dem Entwurf, der Konstruktion und dem Bau von Experimentalraketen, Kleinsatelliten und Wetterballons. Mitglieder der ERIG stellen an diesem Abend ihren Verein und die Ergebnisse von zwei Projekten vor, die durch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ausgeschriebenen wurden.

Zu Beginn des Abends informiert Tobias Stelzer über aktuelle Projekte und Entwicklungen von ERIG. Er verrät dem Publikum, womit die Studierenden zurzeit beschäftigt sind und wie sie ihre Raketen, Satelliten und andere Systeme kontinuierlich verbessern wollen. Johannes Becker berichtet dann über das STERN-Programm (Studentische Experimental-Raketen). Studierende bekamen hier unter anderem die Aufgabe, eine Experimentalrakete mit allen benötigten Startvorrichtungen zu planen, zu entwickeln und zu bauen. Lasse Maywald gibt Einblicke in das REXUS/BEXUS-Programm (Raketen- und Ballonexperimente für Universitätsstudenten), innerhalb dessen ein Experiment zum Flug auf einer Rakete entwickelt wurde, die im Februar 2017 starten soll. Das Experiment untersucht das Verhalten von sogenannten „Geckomaterialien“ unter weltraumähnlichen Bedingungen. Diese Materialien haften aufgrund ihrer Oberflächenstruktur an fast allen Feststoffen. Sie können zudem leicht ausgetauscht und wiederverwendet werden. Die Erkenntnisse können in der Zukunft bei der Beseitigung von Weltraummüll helfen.

Referenten

Team der ExperimentalRaumfahrt-InteressenGemeinschaft e.V. (ERIG)

Energie Wie verschwendet man etwas, das nicht weniger werden kann?

29. November 2016

Erneuerbare Energien, Energieproduktion, Energiewende, Energieverschwendung - alles schon gehört, aber mal ehrlich: Haben wir überhaupt Ahnung davon, was Energie eigentlich ist?

Im Rahmen des 28. Braunschweiger Energiecafés stellt Diplom-Ingenieur Martin Buchholz in einer Mischung aus Vortrag, Lesung und Science Slam sein Buch "Energie - Wie verschwendet man etwas, das nicht weniger werden kann?" vor und diskutiert mit Ihnen über vermeintlich hohe Stromrechnungen und die Probleme einer Energiewende.

Martin Buchholz führt uns vor Augen, welche Missverständnisse in unseren Köpfen zu diesem Thema existieren und wird einige davon aufklären: Zum Beispiel, warum Wärme weniger wert ist als Strom, obwohl beides in Kilowattstunden gemessen wird, oder warum man Energie sparen soll, obwohl dies doch eigentlich eine Größe ist, die nicht mehr und nicht weniger werden kann.

Moderiert wird der Abend von Dr. Karen Minna Oltersdorf, Geschäftsführerin der Haus der Wissenschaft Braunschweig GmbH.

Referent

Martin Buchholz arbeitet am Institut für Thermodynamik der Technischen Universität Braunschweig und vermittelt Wissenschaft für Groß und Klein. Er ist Science Slammer der ersten Stunde und hält bundesweit Vorträge zum Thema Energie.

Intelligente Messsysteme Fluch oder Segen?

17. November 2016
  • Kurzinformation
  • ausführliche Information

Klassische Stromzähler haben mit der Verabschiedung des Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende bald ausgedient. Ab 2017 sollen schrittweise digitale Stromzähler über den Stromverbrauch Buch führen. Diese sogenannten Smart Meter werden zunächst für GroßkundInnen Pflicht, ab 2020 sollen dann auch private Haushalte sie einbauen. Vorbei sind dann die Zeiten, in denen einmal im Jahr die Zählerstände abgelesen werden müssen. Die Smart Meter leiten die Verbrauchswerte über das Internet direkt an die Energiekonzerne.
Die intelligenten Messsysteme haben Vorteile. Man kann seinen Stromverbrauch jederzeit sehr leicht erfassen und optimieren. Aber die neue Technologie weckt auch die Angst vor dem "gläsernen Zuhause". Wer hat Zugriff auf die Daten? Wie werden sie geschützt? Bei dem Themenabend "Intelligente Messsysteme - Fluch oder Segen?" diskutieren wir mit vier Experten aus Messwesen, Industrie und Verbraucherschutz die verschiedenen Facetten der Smart Meter.

Referenten

  • Dr. Helmut Többen
    Physikalisch-Technische Bundesanstalt, Fachbereichsleiter "Gase"
    Sein Statement: Intelligente Messsysteme erfassen, verarbeiten und transferieren abrechnungsrelevante Messwerte. Die Richtigkeit der Messwerte und die Nachvollziehbarkeit der Abrechnung werden durch die Anwendung des Eichrechts sichergestellt.

  • Ingo Schönberg
    Vorstandsvorsitzender der Power Plus Communications AG
    Sein Statement: Digitalisierung und Energiewende werden mit dem Smart Meter verheiratet. Ohne Digitalisierung keine erfolgreiche Energiewende.

  • Prof. Dr.-Ing. Bernd Engel
    Technische Universität Braunschweig, Institut für Hochspannungstechnik und Elektrische Energieanlagen

  • Dr. Thomas Engelke
    Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv)
    Sein Statement: Smart Meter dürfen nicht mehr kosten als sie auch Strom einsparen.

 

 

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CO2 einsparen bedeutet, weniger fossile Brennstoffe zur Stromerzeugung benutzen. Aber Sonne und Wind lassen sich nicht so steuern wie ein Kohlekraftwerk. Wenn Deutschland einmal vollständig mit Strom aus Sonnen- und Windkraft versorgt werden soll, muss man den Strombedarf genau kennen, um ihn flexibel erzeugen zu können. Dafür braucht man "intelligente Stromnetze", Smart Grids, deren Einführung die EU bereits vor einigen Jahren beschlossen hat. Doch intelligente Netze brauchen "intelligente Stromzähler" (Smart Meter). Sie messen permanent den Stromverbrauch eines Haushalts und melden an den Energieversorger zurück.
Auch Deutschland setzt den EU-Beschluss nun um und beginnt 2017 schrittweise mit der Einführung von Smart Metern. Als erste sollen Großverbraucher mit einem Jahresverbrauch von mehr als 10.000 Kilowattstunden Smart Meter einbauen, ebenso Bürger mit einer Photovoltaik-Anlage. Ab 2020 werden Smart Meter dann auch für private Haushalte verpflichtend, zunächst auch nur für große Haushalte mit einem Jahresverbrauch von mehr als 6000 Kilowattstunden (entspricht einer monatlichen Stromrechnung von 145 Euro). Nach und nach sollen dann alle Haushalte die Smart Meter einbauen.
Nicht nur das Klima soll davon profitieren, sondern auch der einzelne Verbraucher - so jedenfalls das Versprechen der Befürworter der Geräte. Smart Meter sollen mehr Transparenz über den eigenen Verbrauch schaffen, Kunden können sehr bequem per App ihren Verbrauch jederzeit im Blick behalten. Auch flexible und auf den persönlichen Verbrauch abgestimmte Stromtarife sollen so möglich werden - und womöglich günstiger sein als die bisherigen. Weiterer Effekt der intelligenten Stromzähler: Sie können zur Steuerungszentrale des intelligenten Hauses werden, Waschmaschine und Heizung ließen sich zeit- und fernsteuern.
Aber erst einmal kosten die Smart Meter. Zwar hat der Gesetzgeber die Betriebskosten der Smart Meter auf maximal 100 Euro pro Privathaushalt gedeckelt. Das aber allein bedeutet schon eine Steigerung zu herkömmlichen Stromzählern, die nur 30 Euro im Betrieb kosten. Und fraglich ist, ob ihre Einsparpotenziale die Kosten der Geräte aufwiegen. Kritiker bezweifeln das.
Kritiker sorgen sich zudem um den Datenschutz. Zwar hat das BSI hohe Anforderungen an die Geräte gestellt, was Datenschutz und -Sicherheit angeht. Trotzdem gibt es Sorgen ind er Bevölkerung durch diese Geräte zum gläsernen Bürger zu werden. Aus den Verbrauchsprofilen lassen sich nämlich Verhaltensprofile ablesen, ob jemand zuhause ist oder nicht, wann und wie oft er welche Geräte benutzt. Zudem garantiert die Datenverschlüsselung nur die sichere Übertragung der Daten vom Smart Meter zum Energieversorger. Wünscht der Kunde aber, dass seine Daten für eine App-Steuerung aufbereitet werden, landen sie im normalen Internet. An dem Themenabend "Intelligente Messsysteme - Fluch oder Segen?" diskutieren wir mit Experten aus dem Messwesen, der Industrie und dem Verbraucherschutz über das Für und Wider von Smart Metern.

Die ungleichen Geschwister der Erde Die Entwicklung der terrestrischen Planeten im Vergleich

14. November 2016

Unsere Erde und ihre terrestrischen Nachbarplaneten Mars, Venus und Merkur sind ebenso „Geschwister“ wie die weiter entfernten Gasplaneten des äußeren Sonnensystems. Alle zusammen sind sie vor 4,6 Milliarden Jahren durch Zusammenballung zahlloser zunächst kleiner, dann immer größerer Brocken in einer Gas- und Staubscheibe um die junge Sonne entstanden. Doch seitdem haben sie sich trotz einiger gemeinsamer Merkmale relativ unterschiedlich entwickelt, und wir können durch den Vergleich zwischen ihnen sehr wertvolle Erkenntnisse gewinnen. Ob eine Atmosphäre stabil bleibt oder nicht, ob sich ein Treibhauseffekt entwickelt, welche Bedeutung der Existenz eines planetaren Magnetfelds zukommt oder ob es Plattentektonik oder Vulkanismus gibt: Alle diese Fragen hat die Weltraumforschung der letzten Jahrzehnte für die junge Wissenschaft der „vergleichenden Planetologie“ erschlossen und lässt uns auch unseren Heimatplaneten viel besser verstehen als früher.

Referentin

Prof. Dr. Doris Breuer studierte, promovierte und forschte zunächst an der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) in Münster und war Post-Doc an der University of Minnesota. Danach forschte und lehrte sie wieder an der WWU, vor allem über den inneren Aufbau der terrestrischen Planeten. Heute leitet Doris Breuer die Abteilung Planetenphysik im Institut für Planetenforschung des DLR in Berlin.

Das Finale der ROSETTA-Mission Für immer auf 67P/Churyumov-Gerasimenko

07. November 2016

Die ROSETTA-Mission der europäischen Raumfahrtagentur ESA, an der auch zahlreiche Wissenschaftler aus Braunschweig und Göttingen beteiligt sind, hat aufregende neue Erkenntnisse über Kometen und damit über die Frühgeschichte des Sonnensystems erbracht. Besonders aufschlussreich sind die Aufnahmen der Kamera OSIRIS, die die bizarre Form des Kometen 67P / Churyumov-Gerasimenko und zahllose überraschende Details auf seiner Oberfläche offenbaren. Am 30. September endete die Mission mit einem spektakulären Finale: Das Raumfahrzeug wurde direkt auf der Oberfläche des Kometen abgesetzt, nachdem in der Phase der Annäherung noch eine große Menge von Aufnahmen und Messdaten aus nächster Nähe gewonnen werden konnte. Wenige Wochen zuvor war auf einer Aufnahme der OSIRIS-Kamera auch der Lander PHILAE wiederentdeckt worden, der nach seiner Landung im November 2014 in einer dunklen Spalte zur Ruhe gekommen war, aber trotz dieser ungünstigen Position noch viele wertvolle Daten hatte übertragen können. 

Referent

Dr. Carsten Güttler ist einer der verantwortlichen Wissenschaftler für die Kamera OSIRIS auf der Raumsonde ROSETTA. Er hat zunächst am Institut für Geophysik und extraterrestrische Physik der Technischen Universität Braunschweig geforscht und arbeitet jetzt am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen.

Mein Arzt, meine Daten und ich

2. November 2016

Neue Technologien und eine digitale Infrastruktur versprechen eine vereinfachte Kommunikation und Zeiteinsparungen bei administrativen Prozessen, doch gleichzeitig kommen Fragen hinsichtlich des Umgangs mit großen Mengen sensibler Daten und nach der persönlichen Betreuung von Patienten auf.

Wie können die Potenziale, die die Digitalisierung für die Arzt-Patient-Beziehung bietet, erkannt und genutzt und die Qualität verbessert werden? Wie lassen sich assistierende Gesundheitstechnologien einsetzen, um die eigene Wohnung zu einem neuen zusätzlichen diagnostisch-therapeutischen Raum zu machen? Und wie lässt sich der Spagat zwischen Datensicherheit, -schutz und -transparenz schaffen?

Diesen und weiteren spannenden und wichtigen Fragen möchten drei ExpertInnen aus Wissenschaft und Medizin zur zweiten Veranstaltung unserer Dialogreihe auf den Grund gehen. Gemeinsam mit dem Publikum diskutieren sie über Themen wie das Verhältnis zwischen Arzt und Patient, die Vor- und Nachteile eines breiteren Zugangs zu medizinischen Daten und die Werkzeuge, die die Informatik bereitstellen kann und muss.

Diskussion mit

  • Dr. Thorsten Kleinschmidt ist Facharzt für Allgemeinmedizin, Vorsitzender des Bezirksausschusses Braunschweig der Kassenärztlichen Vereinigung und praktiziert in seiner Lehndorfer Praxis.

    Sein Statement: "e-health kann die Behandlungsqualität und -sicherheit verbessern, wenn wir den Spagat zwischen Datensicherheit, Datenschutz und gewünschter Datentransparenz schaffen. Mehr Datenflut bedeutet aber auch mehr Arbeitszeit pro Patient für den Arzt. Hier ist mehr Support durch die EDV-Systeme erforderlich."

  • Prof. Dr. Reinhold Haux ist Geschäftsführender Direktor am Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik der Technischen Universität Braunschweig und der Medizinischen Hochschule Hannover. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf den Gebieten assistierende Gesundheitstechnologien sowie Informationsmanagement und Informationssysteme im Gesundheitswesen.

    Sein Statement: "Medizin und Gesundheitsversorgung waren und sind im Wandel. Aktuelle Fortschritte ergeben sich auch durch neue Informatik-Werkzeuge, den sogenannten assistierenden Gesundheitstechnologien, durch die eine Wohnung zum neuen, zusätzlichen "diagnostisch-therapeutischen Raum" werden kann."
    • Dr. Sabine Wöhlke ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Ethik und Geschichte der Medizin der Universitätsmedizin Göttingen und hat zudem langjährige Erfahrung als examinierte Pflegekraft. Sie beschäftigt sich unter anderem mit den medizinethischen Aspekten der Arzt-Patient-Kommunikation in der individualisierten Medizin.

      Ihr Statement: "Die Digitalisierung der Arzt-Patient-Beziehung wird kommen und birgt positive Potenziale in sich. Dieser Fortschritt wird allerdings nichts an der Qualität des Arzt-Patient-Gespräches verbessern. Es muss uns gelingen, Daten für medizinische Laien entsprechend zugänglich zu machen, aufzubereiten und zu schützen, so dass für Patienten eine Nutzung realisierbar wird."

    Moderation

    Florian Kneifel
    Journalist und Reporter beim NDR

    Vom Urknall zur grenzenlosen Inflation Wie man die moderne Kosmologie vermitteln kann

    24. Oktober 2016

    Wir wissen heute mehr über die Entwicklung der Welt, in der wir leben, als alle Generationen vor uns. Dennoch erschließt sich dieses Wissen vielen Menschen nur unvollkommen, weil man sich dazu räumliche und zeitliche Dimensionen vorstellen muss, die um so viele Größenordnungen über unsere Alltagserfahrung hinausgehen, dass die normale Anschauung meist versagt. Durch geeignete Modellbildungen kann man jedoch eine Vorstellung davon erlangen, wie unser Universum im Großen strukturiert ist, wie es vor ungefähr 13,7 Milliarden Jahren entstanden ist und welchem Schicksal es langfristig entgegengeht, wenn seine Bestandteile immer schneller auseinandertreiben. Der Zeitabschnitt, in dem lebentragende Planeten möglich sind, erscheint dabei nur als ein Intervall in einer viel längeren kosmischen Geschichte. Die Frage, warum unsere Naturgesetze Konstanten aufweisen, die gerade eine solche Welt ermöglichen, wird ebenfalls diskutiert.

    Referent

    Professor Joachim Block leitet die Standorte Braunschweig und Göttingen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und lehrt auch am Institut für Geophysik und extraterrestrische Physik der Technischen Universität Braunschweig. Er ist von Haus aus Physiker und war an zahlreichen Raumfahrtprojekten beteiligt, darunter an der Kometenforschungsmission ROSETTA.

    Gesundheitsstudien Was habe ich davon?

    20. Oktober 2016
    • Kurzinformation
    • ausführliche Information

    "Gemeinsam forschen für eine gesündere Zukunft" - mit diesem Slogan wirbt die NAKO-Gesundheitsstudie. Sie ist mit 200.000 anvisierten Teilnehmenden die bislang größte deutsche Langzeitstudie. Was macht uns krank? Was hält uns gesund? Diese zentralen Fragen will die öffentlich finanzierte Studie beantworten. Die zufällig ausgewählten Personen werden über einen Zeitraum von etwa 20 Jahrenin regelmäßigen Abständen medizinisch untersucht und nach ihren Lebensumständen befragt. Dabei sind klassische Risikofaktoren wie körperliche Aktivität, Ernährung oder Tabakkonsum von Interesse. Aber auch soziale, berufsbezogene, geografische und umweltbedingte Faktoren werden erfasst. Die ForscherInnen wollen zu einem besseren Verständnis über die Ursachen von Volkskrankheiten wie Diabetes oder Krebs beitragen. Die Erkenntnisse aus der NAKOStudie könnten die Vorbeugung, Früherkennung und Behandlungsolcher Erkrankungen künftig verbessern. Das besagt zumindest die Theorie.
    Aber was bedeutet es wirklich, Teil dieser Studie zu sein? Was genau wird untersucht? Welchen Nutzen bringen Gesundheitsstudien überhaupt - und vor allem wann? Könnten mir oder meinen Kindern daraus auch Nachteile entstehen? Darüber wollen wir gemeinsam mit Ihnen und unseren Expertinnen und Experten diskutieren.

    Referenten

    • Dr. Silja Samerski
      Universität Bremen
      Ihr Statement:
      "In einer Medizin, in der Statistiken das Handeln bestimmen, verschwinden leibhaftige Menschen hinter gesichtslosen Datenprofilen. Krank sind aber ganze Menschen, und nicht ihre Daten"

    • Prof. Gérard Krause
      Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung
      Sein Statement:
      "Ich gehe davon aus, dass wir im Rahmen der Nako unerwartete und neue Zusammenhänge zwischen Infektionskrankheiten und chronischen Krankheiten finden"

    • Dr. Christos Pantazis
      Mitglied des Niedersächsischen Landtags

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    Früher rafften Infektionskrankheiten wie Tuberkulose und Cholera die Menschen dahin. Mit besserer Hygiene und Antibiotika konnte man den Schrecken dieser Krankheiten beenden. Die Volkskrankheiten unserer Zeit heißen: Bluthochdruck, Arteriosklerose, Krebs, Diabetes, Demenz, Depression.
    Wieder arbeitet die Medizin daran, auch sie zu heilen. Doch anders als bei Infektionskrankheiten wie Cholera und Tuberkulose ist nicht ein einziger Grund die Ursache, sondern viele verschiedene Faktoren tragen zur Entstehung dieser Krankheiten bei. Es ist schwierig herauszufinden, welche das sind. Wie viel Anteil haben die Gene? Wie viel die Lebensweise? Und, die wichtigste Frage: Könnte man vielleicht verhindern, dass sie überhaupt erst entstehen?
    Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, startete vor zwei Jahren eine der größten Bevölkerungsstudien Deutschlands, die Nationale Kohorte, kurz Nako.
    200.000 Freiwillige im Alter von 20 bis 69 Jahren sollen alle vier Jahre medizinisch eingehend untersucht werden - über einen Zeitraum von 20 bis 30 Jahren. Dabei geben die Teilnehmer auch Blut-, Urin-, Speichel- und Stuhlproben ab, die untersucht und eingelagert werden. Alle zwei bis drei Jahre sollen die Studienteilnehmenden auch Fragebogen ausfüllen, in dem sie über ihren Lebensstil Auskunft geben. So entsteht über die Jahre eine Fülle an Daten, von denen sich die Forscher erhoffen, endlich neue Erkenntnisse über die Gründe der Entstehung der komplexen Volkskrankheiten zu gewinnen - und so auch vor allem ihre Vorbeugung, Früherkennung und Behandlung zu verbessern.
    Mit den Daten wird sorgsam umgegangen, sagt Gérard Krause vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung und Leiter der Abteilung Epidemiologie der Nako-Studie. "Die Gesundheitsdaten der Teilnehmer und die abgegebenen Proben werden anonymisiert und die Informationen verschlüsselt."
    Mitmachen kann prinzipiell jeder, die Probanden werden vom regionalen Einwohnermeldeamt per Zufall ausgewählt und mit der Bitte um Teilnahme angeschrieben. Die Nako-Studie ist teuer, die Kosten in Höhe von 210 Millionen Euro alleine für die ersten zehn Jahre tragen das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie die Helmholtz-Gesellschaft und die Länder.
    Christos Pantazis, Neurologe und Mitglied des niedersächsischen Landtags für die SPD, befürwortet die Studie: "Mit einer so großen Anzahl an Teilnehmern, bin ich überzeugt, dass man am Ende valide Daten bekommen wird - zum Wohle der besseren Gesundheit der Gesellschaft." Pantazis erhofft sich auch Erkenntnisgewinne für die Politik: "Die Ergebnisse der Studie können auch Politikern Hinweise geben, manche Bevölkerungsgruppen im Hinblick auf Gesundheitsmaßnahmen künftig stärker zu berücksichtigen."
    Doch es gibt auch Kritik an der Nako-Studie. "Solche Studien ergeben am Ende immer nur statistische Häufigkeiten und Risiko-Wahrscheinlichkeiten", sagt Silja Samerski, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Ethnologie und Kulturwissenschaft an der Universität Bremen. "Statistische Häufigkeiten sagen aber nichts über den individuellen Patienten und sein Schicksal aus. Der gerät bei solch einem statistischen Ansatz aus dem Blick."
    Bei komplexen Krankheiten mit vielen Risikofaktoren ergeben sich am Ende immer einzelne Wahrscheinlichkeiten. Kürzlich sorgte die Weltgesundheitsorganisation WHO für Schlagzeilen mit der Aussage, dass der Konsum von rotem Fleisch krebserregend sei. Die Experten bezifferten das Risiko derart: Der Konsum von 100 Gramm täglich würde einen Anstieg des Darmkrebsrisikos um 17 Prozent bedeuten. "Die Frage ist, wie Patienten mit Risikoaussagen umgehen und ob diese nicht nur zu mehr Verunsicherung beitragen", sagt Samerski.

    Warum gibt es mehr Weltraummüll als Satelliten? Space Debris und seine Quellen

    17. Oktober 2016

    Obwohl der Weltraum endlos groß und sehr leer ist, drängen sich fast alle Raumfahrzeuge der Menschheit in einem engen Bereich in der unmittelbaren Umgebung unserer Erde zusammen; und selbst Raumsonden, die weiter entfernte Ziele ansteuern, müssen doch zunächst durch diesen erdnahen Bereich hindurch. Hier haben sich im Laufe der Jahre unzählige Trümmerteile (Space Debris) angesammelt, von ausgedienten Raketenstufen und Satelliten über losgelöste Einzelteile bis zu mikroskopisch kleinen Partikeln. Angesichts der hohen Geschwindigkeiten auf Erdumlaufbahnen werden bei Kollisionen sehr hohe Energien frei und drohen intakte Satelliten zu zerstören. Die Registrierung und Verfolgung wenigstens der größeren Partikel ist schon jetzt eine internationale Sysiphusaufgabe. In Zukunft müssen aktive Maßnahmen ergriffen werden, um z.B. ausgediente Satelliten zum Verglühen in der Erdatmosphäre zu bringen oder sie mittels Robotern einfangen und aus ihren Orbits entfernen zu können. Das Institut für Raumfahrtsysteme der Technischen Universität Braunschweig ist führend an diesen Entwicklungen beteiligt.

    Referent

    Prof. Dr.-Ing. Enrico Stoll war vor und nach seiner Promotion an der Technischen Universität München in einigen weltweiten Forschungsaufenthalten engagiert und auch Systemingenieur bei der Firma RapidEye. Seit 2014 leitet er als Professor das Institut für Raumfahrtsysteme an der Technischen Universität Braunschweig.

     

    Meine Gesundheit geht ins Netz

    6. Oktober 2016

    "Bin ich schon drin?"
    Vielen von uns dürfte dieser Satz aus den Anfangsjahren des Internets noch ein Begriff sein. Mittlerweile ist unser alltägliches Leben in vielen Bereichen ganz selbstverständlich geprägt durch die Nutzung von Onlinediensten, Social Media, Apps und Co. Unser Gesundheitswesen hinkt im Vergleich dazu um viele Jahre hinterher: Formulare, Papierakten und lokal gespeicherte Daten verursachen einen enormen Verwaltungsaufwand und erschweren die Kommunikation zwischen den Betroffenen und allen an der Versorgung und Betreuung Beteiligten.

    Die Initiative eHealth.Niedersachsen will Abhilfe schaffen. Neben der Arbeit an technischen Lösungen und offenen Standards werden auch Chancen und Herausforderungen auf sozialer Ebene in den Blick genommen.
    Auf unserem Podium diskutieren vier ExpertInnen untereinander und mit dem Publikum und gehen der Frage nach: Was bedeutet es eigentlich für jeden Einzelnen von uns, mit gesundheitsbezogenen Daten „drin“ zu sein?

    Diskussion mit

      • Dr. Nils Hellrung ist Gründer und Geschäftsführer der Symeda GmbH in Braunschweig und Mitglied des Beirates von eHealth.Niedersachsen. Er beschäftigt sich mit digitalen Strategien und Lösungen im Gesundheitswesen.
      • Dr. Carola Reimann ist stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion für Arbeit und Soziales und Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

        Ihr Statement: Die Digitalisierung im Gesundheitswesen birgt Chancen und Risiken: Besonders wichtig sind uns die Rechte der Patientinnen und Patienten sowie der Datenschutz. Aufgabe der Politik ist es, für gute Rahmenbedingungen zu sorgen, um die Vorteile der digitalen Möglichkeiten zu nutzen und gleichzeitig Missbräuche und mögliche Nachteile für Patienten auszuschließen.

      • Kai Florysiak ist Geschäftsführer der Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg GmbH und Mitglied im Beirat eHealth.Niedersachsen des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr.

        Sein Statement: Die Digitalisierung bietet uns die Chance, komplexe Erkrankungen deutlich besser therapieren zu können, sie unterstützt bei Mehrfachmedikationen und kann die Versorgung im ländlichen Raum sicherstellen. In einigen Jahren werden wir uns über die eigene Zögerlichkeit nur noch wundern. Andere machen es uns vor.

      • Dr. Andreas Goepfert ist Geschäftsführer und Verwaltungsdirektor des Städtischen Klinikums Braunschweig gGmbH. Er hat ein Diplom in Gesundheitsökonomie und ist Facharzt für Anästhesiologie und Intensivmedizin.

        Sein Statement: Wir müssen heute schon sehen, was morgen möglich ist, ohne uns im digitalen Angebotsdschungel zu verlieren. Wir werden Diagnostik, Behandlung und Nachsorge durch digitale, datengeschützte Prozesse unterstützen, ganz im Sinne einer patientenzentrierten Versorgung.

      Moderation

      Florian Kneifel
      Journalist und Reporter beim NDR

       

      Zwischen Ökologie und Ökonomie Stimmt die Bewirtschaftung unserer Wälder?

      1. September 2016
      • Kurzinformation
      • ausführliche Information

      "Der Wald steht schwarz und schweiget" heißt es in einem über 200 Jahre alten Gedicht von Matthias Claudius. Doch das Bild der Romantiker täuscht darüber hinweg, dass es den "natürlichen" Wald so nicht mehr gibt und eines der liebsten Stücke Natur auch früher schon genutzt und teils kräftig übernutzt wurde. Aus diesem Grund entstand schon vor 300 Jahren das Prinzip der nachhaltigen Bewirtschaftung.
      Heute steht der Wald im Spannungsfeld vieler unterschiedlicher Interessen: Er ist Holzlieferant, Lebensraum, Wasserwerk, Erholungsgebiet und nicht zuletzt wichtiger Akteur im Klimageschehen. Wie viel von ihm sollte als "Naturwald" ungenutzt bleiben? Wie kann er dem Klimawandel trotzen? Und welcher Wald ist wirtschaftlich? Je nach Blickwinkel fallen die Antworten unterschiedlich aus: In vielen Regionen sind Mischwälder mit hohem Buchenanteil ökologisch vorteilhaft, die Bauindustrie aber will vor allem Nadelholz. Wie soll der Wald der Zukunft aussehen? Und wie können wir den Spagat zwischen Ökonomie und Ökologie schaffen?

      Referenten

      • Prof. Dr. Matthias Dieter
        Thünen-Institut für Internationale Waldwirtschaft und Forstökonomie, Hamburg

        Sein Statement: Die gesellschaftlichen Vorzüge nachhaltiger Waldbewirtschaftung sind vielfältig. Der hohe Standard in Deutschland im globalen Vergleich macht gerade die Holzproduktion hier erstrebenswert.

      • Christiane Lorenz-Laubner
        Niedersächsisches Forstamt Lauterberg

        Ihr Statement: Der Wald soll allen nutzen. Denen, die ihn besuchen, denen, die ihn besitzen und denen, die von den Waldprodukten leben. Für diesen Dreiklang stehe ich.

      • Prof. Dr. Andreas Bolte
        Thünen-Institut für Waldökosysteme, Eberswalde

        Sein Statement: Es ist wichtig, Waldschutz und -Nutzung zu Fläche vereinen. Ich bin für viel Naturnähe, aber man sollte sich nicht in ein Korsett zwingen. Durch den Klimawandel können sich die Bedingungen schnell ändern, eine große Artenvielfalt ist die beste Versicherung.

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      Der Wald ist für die Deutschen nicht nur eines der liebsten Stücke Natur, er ist auch ein Stück Identität. Die Erwartungen an ihn sind hoch und sehr unterschiedlich: Der Wald soll den Menschen einerseits als Ort der Erholung dienen. Andererseits soll er ein zu schützendes Ökosystem sein, das Heimat für viele Tiere und Pflanzen ist und unsere Luft und unser Wasser sauber hält. Und dann ist er auch noch ein Wirtschaftsfaktor, Holz ist eine begehrte Ressource, an der Holzwirtschaft hängen rund eine Million Arbeitsplätze.

      All diesen Erwartungen gerecht zu werden, das passt bei vielen nicht in die romantische Vorstellung des natürlichen, unberührten Waldes. Der Wald ändert sich ständig und er muss gepflegt und verjüngt werden, wenn man Holz als Ressource nutzen will. Dass das ausgewogen passiert, das ist Christiane Lorenz-Laubners Aufgabe, sie ist Försterin am niedersächsischen Forstamt Lauterberg. Allerdings beobachtet sie eine auffallende Diskrepanz in der Erwartungshaltung an den Wald: "Auf der einen Seite haben viele Leute den starken Wunsch nach einem ökologischen Leben und wollen Holz als Baustoff nutzen. Auf der anderen Seite aber sehen es Leute oft ungerne, wenn im Wald Bäume gefällt werden."

      Dabei ist eine Waldnutzung, wenn sie nachhaltig geschieht, verträglich. Hier hat man aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt, meint Professor Matthias Dieter, Leiter des Thünen-Instituts für Internationale Waldwirtschaft und Forstökonomie in Hamburg. "Früher wurde der Wald ausgenutzt." Seit den Zeiten der alten Germanen sind Deutschlands Bewohner teilweise recht radikal mit dem Wald umgegangen, wobei sich die Nutzung über die Jahrhunderte geändert hat: "Früher war Holz vorwiegend Brennstoff. Und Waldlichtungen wurden als Viehweide genutzt, damit die Tiere die Waldfrüchte essen konnten", sagt Professor Andreas Bolte, Leiter des Thünen-Instituts für Waldökosysteme in Eberswalde. Insbesondere seit dem Mittelalter wurde Kahlschlag ausgeübt, viele Waldflächen verschwanden.

      Die Industrialisierung tat dann ihr Übriges. "Noch mehr Holz wurde als Brennstoff genutzt, bis man letztlich auf Kohle umschwenkte", sagt Dieter. Anfang des 19. Jahrhunderts war die Waldfläche Deutschlands auf einem Tiefstand angelangt. Kahle wüste Flächen prägten die Landschaft. Schon zuvor, Anfang des 18. Jahrhunderts, begann langsam ein Umdenken, die Idee der nachhaltigen Nutzung des Waldes entstand. Nach und nach erholten sich die Wälder wieder, die Waldflächen nahmen zu, der Zweite Weltkrieg war hierbei allerdings ein erneuter Rückschritt.

      Das ändert sich aber seit Jahrzehnten. "Seit den 80er des 20. Jahrhunderts ist die Waldnutzung zunehmend nachhaltiger geworden", sagt Bolte. Vorbei sind die Zeiten des sauren Regens und des Waldsterbens, strengere Umweltauflagen an die Industrie haben sich bewährt. Das Resultat kann man messen: Laut der letzten Bundeswaldinventur aus dem Jahr 2012 ist Deutschland zu einem Drittel bewaldet, das Durchschnittsalter der Bäume ist um 4,5 Jahre im Vergleich zur letzten Inventur aus dem Jahr 2002 auf 77 Jahre gestiegen, die Bäume werden immer dicker und der Anteil der Laubbäume nimmt zu.

      Damit ist das Verhältnis von Laubbäumen zu Nadelbäumen in Deutschland bei etwa 50:50 angelangt, sagt Matthias Dieter. Vier Arten dominieren den deutschen Wald: Fichte und Kiefer sowie Buche und Eiche. Und sie verdeutlichen auch den Spagat zwischen Ökologie und Ökonomie. "Für die Industrie ist das Holz von Nadelbäumen eher interessant", so Dieter. "Aber für die Umwelt sind Laubbäume von Vorteil, weil sie eher für Luft- und Wasserklärung sorgen."

      Doch auch wenn der deutsche Wald besser dasteht im Vergleich zu den 80ern - neue Herausforderungen stellen sich: "Aus Verkehr und Landwirtschaft kommt zuviel Stickstoff in die Wälder", sagt Bolte. Und: "Wir wissen noch nicht, wie sich der Klimawandel auf die Bäume auswirken wird", sagt Christiane Lorenz-Laubner. "Welche Art wird der zunehmenden Trockenheit am besten trotzen? Oder den neue Schädlingsarten, die zu uns kommen werden?" Die beste Versicherung für die Zukunft, da sind sich alle drei einig, ist, auf eine breite Artenvielfalt zu setzen.

      4. Streberschlacht

      18. Juni 2016

      Bei der Streberschlacht können Musterschülerinnen und Schlaumeier mal zeigen was sie draufhaben!

      Bei dem Wissenschaftsquiz des Haus der Wissenschaft knobeln Teams mit bis zu sechs Personen gemeinsam um die richtigen Antworten. Die Fragen sind alles andere als Allgemeinwissen und kommen von ExpertInnen aus den Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften.

      Also lasst Euch nicht zwei Mal bitten und stellt euch den ExpertInnen!

      Unsere Gäste

      • Laura Wolff
        Technische Universität Braunschweig, Institut für Sozialwissenschaften, Abteilung Kommunikations- und Medienwissenschaften
      • Tom Hensel
        Technische Universität Braunschweig, Institut für Sozialwissenschaften, Abteilung Soziologie II
      • Anikó Merten
        Technische Universität Braunschweig, Geschichte der Architektur und Stadt
      • Nadine Koch
        Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, Abteilung Mikrobielle Interaktionen und Prozesse

      Ad Astra 1784 Besitzt Braunschweig das älteste Luftfahrzeug der Welt?

      16. Juni 2016

      Als sich im Januar 1784, nur ein halbes Jahr nach den ersten Ballonaufstiegen der Brüder Montgolfier in Frankreich, zum ersten Mal ein Ballon in den Winterhimmel über Braunschweig erhob, konnte niemand ahnen, dass dies der Anfang einer langen Tradition Braunschweigs als Stadt der Luftfahrt werden würde. Der fortschrittliche Herzog Carl Wilhelm Ferdinand hatte das Gefährt mit dem himmelstürmenden Namen "Ad Astra" (Zu den Sternen) selbst in Auftrag gegeben - und doch wurde es nach den ersten Flügen für lange Zeit völlig vergessen.
      Wie konnte es dazu kommen? Wie konnte die Ballonhülle zwei Jahrhunderte überdauern, um schließlich in den Beständen des Städtischen Museums doch wiederentdeckt zu werden? Was sagen uns die Quellen in den Archiven dazu? Schließlich scheint es auf der ganzen Welt keine ältere, heute noch erhaltene Ballonhülle zu geben - ist es also Tatsache? Besitzt Braunschweig wirklich das älteste erhaltene Luftfahrzeug der Welt ?

      Referenten

      • Heidemarie Anderlik
        stellvertretende Leiterin des Städtischen Museums Braunschweig

      • Dr. Henning Steinführer
        Leiter des Stadtarchiv Braunschweig

      • Prof. Dr. Christian Kehrt
        Institut für Geschichtswissenschaft, Technische Universität Braunschweig

      • Dr. Jessika Wichner
        Leiterin des DLR-Zentralarchivs, Göttingen

      Moderation

      • Henning Noske
        Leitung Lokalredaktion Braunschweig, Braunschweiger Zeitung

      Politik und Medien Kontrolle oder Kumpanei?

      19. Mai 2016
      • Kurzinformation
      • ausführliche Information

      Die Beziehungen zwischen Politik und Journalismus werden seit jeher kritisch beäugt. Von außen wird beiden Seiten häufig ein distanzloses Verhältnis vorgeworfen, in dem zu Lasten einer unabhängigen Berichterstattung exklusive Informationen gegen unkritische Inhalte getauscht werden. Wie nahe dürfen Journalistinnen und Journalisten ihren Quellen sein? Einerseits müssen sie Distanz wahren, um kritisch zu berichten. Andererseits ist Nähe unerlässlich, um an relevante Informationen zu gelangen. In der Veranstaltung wird diskutiert, wo die Grenzen verlaufen könnten und ob sich die Beziehungen zwischen Medien und Politik auf Landes- und Bundesebene unterscheiden.

      Referenten

      • Prof. Dr. Olaf Hoffjann
        Institut für Medienmanagement, Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften

        Sein Statement: Politiker und Journalisten sind eher angefreundete Feinde als angefeindete Freunde.

      • Hubertus Heil
        Mitglied des Deutschen Bundestages

      • Armin Maus
        Chefredakteur Braunschweiger Zeitung

        Sein Statement: Journalisten sind dem Leser verpflichtet, nicht dem Politiker.
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      Das Unwort des Jahres 2014 war das Wort "Lügenpresse". Immer wieder skandiert aus der rechtsextremen Ecke, haben sich möglicherweise auch in der Mitte der Gesellschaft Zweifel breit gemacht, inwieweit es um die Unabhängigkeit der Medien und ihrer Kontrollfunktion bestellt ist. Olaf Hoffjann, Professor für Medien und Marketing an der Ostfalia Hochschule, sieht hier eine Verzerrung der Verhältnisse: "Misstrauen gegenüber Journalisten und Politikern hat es schon immer gegeben. Sie mag durch das Internet und soziale Netzwerke zugenommen haben. Dennoch hat die Mehrheit der Bürger noch immer ein großes Vertrauen in die Medien."

      Olaf Hoffjann hat auch das Verhältnis zwischen Politikern und Journalisten untersucht und dafür zahlreiche Politiker und Journalisten befragt. "Unsere Ergebnisse zeigen eindeutig: Von Kumpanei kann keine Rede sein. Beide Seiten, Politiker wie Journalisten, fühlen sich in erster Linie ihren Wählern beziehungsweise ihren Lesern verpflichtet und nicht etwa einander."

      Einerseits sollen und müssen Journalisten Distanz zu Politikern wahren, um kritisch über sie berichten zu können. Andererseits ist eine gewisse Nähe unerlässlich, um an exklusive Informationen zu gelangen. Journalisten und Redaktionen stehen miteinander in Wettbewerb um die Ware exklusive Information. "Auf öffentlichen Veranstaltungen bekommt man die nicht", sagt Armin Maus, Chefredakteur der Braunschweiger Zeitung. So treffen sich Politiker und Journalisten in den berühmten Hinterzimmer-Gesprächen, nicht öffentlichen Veranstaltungen, wo Politiker ausgewählten Journalisten exklusive Informationen geben. Dabei kann beim Leser der Eindruck der Kumpanei entstehen. "Solche Hintergrundgespräche in geschützten Räumen sind aber in Ordnung und notwendig", sagt Maus, "denn Journalisten erhalten dort häufig sensible Informationen. Oft fließen sie direkt in die Berichterstattung ein, und immer helfen sie, andere Informationen besser zu hinterfragen und einzuordnen."

      Das richtige Verhältnis zwischen Nähe und Distanz zu wahren, ist wichtig - kann sich aber in der Praxis als schwierig erweisen. "Es dürfen keine gegenseitigen Abhängigkeitsverhältnis entstehen", sagt Maus. Die können auftreten, wenn Politiker Informationen mit falschen Erwartungen verknüpfen. "Ein häufiger Irrtum, der passieren kann", so Olaf Hoffjann, "ist, dass Politiker zuweilen glauben, die Berichterstattung kontrollieren zu können oder Dankbarkeit vom Journalisten erwarten."

      Dass dies, selbst wenn es zeitweise tatsächlich passieren kann, aber am Ende ein Trugschluss ist, zeigt der Fall Christian Wulff. Der frühere niedersächsische Ministerpräsident suchte sehr die Nähe der Bild-Zeitung, die viele freundliche Berichte über ihn schrieb. Als der spätere Bundespräsident Wulff dann aber versuchte, die Journalisten und ihre Berichterstattung zu kontrollieren, wandte sich die Bild-Zeitung und andere Medien gegen ihn.

      In der Veranstaltung diskutierten wir, wie nahe sich Politiker und Journalisten im Alltag kommen, wo die Grenzen verlaufen und ob sich die Beziehungen zwischen Medien und Politik in Hannover von denen in Berlin unterscheiden.

      Referenten

      • Prof. Dr. Olaf Hoffjann
        Institut für Medienmanagement, Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften

        Sein Statement: Politiker und Journalisten sind eher angefreundete Feinde als angefeindete Freunde.

      • Hubertus Heil
        Mitglied des Deutschen Bundestages

      • Armin Maus
        Chefredakteur Braunschweiger Zeitung

        Sein Statement: Journalisten sind dem Leser verpflichtet, nicht dem Politiker.

      Moderator

      Jens Lubbadeh (Foto: ©privat)
      Jens Lubbadeh
      Wissenschaftsjournalist

      Bakterien und Menschen Ein gestörtes Verhältnis?

      21. April 2016
      • Kurzinformation
      • ausführliche Information

      Bakterien haben ein Imageproblem. Schnell denken wird an Schmutz, Krankheit oder sogar Tod. Für manchen ist die Angst vor Bakterien so groß, dass sie selbst zur Krankheit wird. Mit teilweise übertriebener Hygiene versuchen wir, sie zu bekämpfen. Dabei sind krankmachende Bakterien eher die Ausnahme. Die meisten dieser Mikroben sind für uns harmlos, viele nützlich, manche sogar lebensnotwendig.

      Auf und in unserem Körper leben Abermillionen Bakterien. Sie helfen uns bei der Verdauung und bei der Abwehr von Krankheitserregern. Aber Bakterien sind nicht immer willkommen. In Krankenhäusern sind Keime, die gegen immer mehr Antibiotika resistent sind, ein großes Problem.

      Wir brauchen ein differenziertes Bild von diesen Lebewesen. Welche Bakterien nützen uns? Welche schaden uns? Und was kann man tun, wenn die Angst vor ihnen zur Krankheit wird?

      Referenten

      • Prof. Dr. Jörg Overmann
        Leiter der Deutschen Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen

        Sein Statement: "Wir kennen 600 krankheitserregende Bakterien. Denen stehen 10 Millionen bis 1 Milliarde Bakterienarten gegenüber, die für den Menschen von Nutzen sind."

      • Prof. Dr. Ralf-Peter Vonberg
        Institut für Krankhaushygiene der Medizinischen Hochschule Hannover

        Sein Statement: "Wir brauchen Hygiene, da wo sie wichtig ist: im Krankenhaus. Aber außerhalb davon plädiere ich dafür, Hygienehysterie zu vermeiden."

      • PD Dr. med. Alexander Diehl
        Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik Städtisches Klinikum Braunschweig

        Sein Statement: "Durch Achtsamkeit können wir Gefahren reduzieren, aber der Wunsch nach 100%iger Kontrolle kann zur Geißel werden."
      Wollen Sie mehr erfahren? Dann lesen Sie hier unsere ausführliche Version!

      Bakterien haben ein Imageproblem. Denken wir an sie, denken wir an Schmutz, Krankheit oder sogar Tod. Für manchen ist die Angst vor Bakterien so groß, dass sie selbst zur Krankheit wird. Mit teilweise übertriebener Hygiene versuchen wir, sie zu bekämpfen. Dabei sind krankmachende Bakterien unter den Abertausenden verschiedenen Bakterienarten eher die Ausnahme. Die meisten dieser Mikroben sind für uns harmlos, viele nützlich, manche sind sogar lebensnotwendig.

      Das schlechte Image der Bakterien ist historisch bedingt, sagt Professor Jörg Overmann, Leiter der Deutschen Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen (DSMZ) in Braunschweig. "Viele der ersten Bakterien, die man entdeckte, waren Krankheitserreger." Tuberkulose, Diphterie, Milzbrand, Cholera, Tetanus - von Krankheiten, die vor hundert Jahren noch die Menschen in Angst und Schrecken versetzen, fanden Pioniere der Mikrobiologie wie Louis Pasteur und Robert Koch die Ursache: krankmachende Bakterien. Das prägte das Bild der Einzeller als unsichtbare Gefahr. "Man hatte damals auch noch nicht die technischen Möglichkeiten, um zu erkennen, dass Bakterien überall um uns und in uns sind. Und vor allem nützliche", sagt Jörg Overmann.

      So leben auf und in unserem Körper Abermillionen Bakterien verschiedenster Arten. Auf jede unserer Körperzellen kommt im Schnitt ein Bakterium. Ohne diese Untermieter hätten wir viele gesundheitliche Probleme. Deswegen haben wir sie von Geburt an auch immer bei uns: Die Bakterien erben wir von unserer Mutter. Durch den Vaginalschleim und die Muttermilch überträgt sie sie nach der Geburt auf uns.

      Die meisten der bakteriellen Untermieter leben im Darm. Dort helfen sie uns bei der Verdauung und bei der Abwehr von Krankheitserregern. Im Gegenzug bekommen sie von uns Nahrung und einen geschützten Raum. Wie wichtig unsere Körperbakterien für uns sind, beginnen Forscher gerade erst ansatzweise zu verstehen. Es gibt Hinweise darauf, dass eine Störung der Darmflora im Kindesalter mit Krankheiten wie Asthma und Übergewicht im späteren Leben verknüpft ist. Daher raten Mediziner zu einem sorgsamen Umgang mit Antibiotika, die nicht nur krankheitserregende Bakterien bekämpfen, sondern bei jeder Einnahme auch unsere nützlichen Darmbakterien töten. Diese regenerieren sich nach der Antibiotika-Therapie zwar wieder, aber möglicherweise verändert sich das Artenspektrum dauerhaft.

      Der übermäßige und unbedachte Einsatz von Antibiotika hat auch zur Bildung von resistenten Krankheitserregern geführt. Das ist vor allem in Krankenhäusern ein zunehmendes Problem. "Keime wie Clostridium difficile und andere schädliche Darmbakterien sind stark auf dem Vormarsch", sagt Professor Ralf-Peter Vonberg vom Institut für Krankhaushygiene der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Die Krankenhäuser haben darauf mit dem konsequenten Einsatz von Hygiene reagiert. "Hände, medizinische Geräte und sanitäre Anlagen werden regelmäßig gereinigt und desinfiziert. Und von jedem Patienten, der in der MHH eingeliefert wird, machen wir eine Aufnahmeuntersuchung auf MRSA und problematische Darmbakterien. Sollte sich dann herausstellen, dass er einen riskanten Keim hat, wird er isoliert." Diese Maßnahmen zeigen Erfolge: "MRSA haben wir auf diese Weise in den Griff bekommen", sagt Vonberg. "Die Infektionen mit diesem Keim sinken."

      Vor allem in Schwellen- und Entwicklungsländern breiten sich multiresistente Krankheitserreger dramatisch aus. Längst besiegt geglaubte Krankheiten wie Tuberkulose werden in Osteuropa, Indien und Afrika zum Problem. Manche der Flüchtlinge, die von der kräftezehrenden und gefährlichen Reise geschwächt und krank sind, bringen diese Erreger mit, sagt Ralf-Peter Vonberg. "Aber es sind Einzelfälle, die wir gut im Griff haben. Von einer Krankheitswelle, wie mitunter in der Bevölkerung angenommen wird, kann man nicht sprechen."

      So notwendig konsequente Hygiene im Krankenhaus ist - im täglichen Leben ist übertriebene Hygiene unnötig. Um sich vor Ansteckung zu schützen, seien ein paar einfache Grundregeln ausreichend, meint Vonberg. Zum Beispiel: "Regelmäßig Händewaschen und nicht so häufig mit den Händen ins Gesicht fassen." Das macht es Krankheitserregern schwerer, in den Körper einzudringen.

      Wir brauchen ein differenziertes Bild von Bakterien. Welche nützen uns? Welche schaden uns? Wie sollen wir mit ihnen umgehen? Und was kann man tun, wenn die Angst vor ihnen zur Krankheit wird?

      Referenten

      • Prof. Dr. Jörg Overmann
        Leiter der Deutschen Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen

        Sein Statement: "Wir kennen 600 krankheitserregende Bakterien. Denen stehen 10 Millionen bis 1 Milliarde Bakterienarten gegenüber, die für den Menschen von Nutzen sind."

      • Prof. Dr. Ralf-Peter Vonberg
        Institut für Krankhaushygiene der Medizinischen Hochschule Hannover

        Sein Statement: "Wir brauchen Hygiene, da wo sie wichtig ist: im Krankenhaus. Aber außerhalb davon plädiere ich dafür, Hygienehysterie zu vermeiden."

      • PD Dr. med. Alexander Diehl
        Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik Städtisches Klinikum Braunschweig

        Sein Statement: "Durch Achtsamkeit können wir Gefahren reduzieren, aber der Wunsch nach 100%iger Kontrolle kann zur Geißel werden."

      Moderator

      Jens Lubbadeh (Foto: ©privat)
      Jens Lubbadeh
      Wissenschaftsjournalist

      Flucht und Zuwanderung Wovor haben wir Angst?

      10. März 2016
      • Kurzinformation
      • ausführliche Information

      Menschen mit sehr unterschiedlichen Erfahrungen, Überzeugungen und Weltbildern kommen bei uns an. Nicht immer stimmen die Werte und das Verhalten einiger Flüchtlinge mit denen unserer Gesellschaft überein. Die Reaktionen darauf führen zu einer Spaltung der Gesellschaft. Auf der einen Seite bedingungslose Willkommenskultur, auf der anderen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus.

      Auf welche wissenschaftlichen Erkenntnisse, Rechte und Werte sollen und wollen wir uns bei dieser Auseinandersetzung berufen? Welche neuen Werte, Chancen und Herausforderungen bringen unsere neuen Mitbewohner ein? Was sollen und wollen wir tolerieren und wo müssen wir eigene Grenzen deutlich machen?

      Referenten

      • Uta Hirschler
        Pröbstin, Braunschweig

        Ihr Statement: "Staat und Religion sind getrennt, aber es gibt eine öffentliche Form der Religion. Und die muss sich an das Grundgesetz halten."

      • Dr. Riem Spielhaus
        Islamwissenschaftlerin,Georg-Eckert Institut für internationale Schulbuchforschung, Leiterin Abteilung Schulbuch und Gesellschaft, Braunschweig

        Ihr Statement: "Viele Menschen machen sich Sorgen: vor sexuellen Übergriffen, vor Brandanschlägen und nicht zuletzt vor einer erneuten Polarisierung der Gesellschaft, die ihre Werte über Bord wirft."

      • Prof. Dr. Nils Bandelow
        Lehrstuhl für Innenpolitik, Technische Universität Braunschweig

        Sein Statement:
        "Es gibt kein 'Wir' und kein 'Die'. Es gibt nicht die eine christliche Kultur, genauso wenig wie die eine islamische. Wir sind eine pluralistische Gesellschaft."

      • Norbert Wolf
        Generalstaatsanwalt, Braunschweig

        Sein Statement:
        "Es wird derzeit viel über Werte gesprochen. Wir haben ein Wertesystem: unser Grundgesetz."
      Wollen Sie mehr erfahren? Dann lesen Sie hier unsere ausführliche Version!

      Die Auswirkungen der anhaltenden Zuwanderung von Menschen aus Krisenländern beschäftigen viele Menschen in Deutschland. Anfangs dominierte die Willkommenskultur und es galt die Devise: "Wir schaffen das". Doch spätestens nach den Übergriffen auf Frauen in Köln und einigen anderen deutschen Städten, hat diese Willkommenskultur Risse bekommen.

      Menschen mit sehr unterschiedlichen Erfahrungen, Überzeugungen und Weltbildern kommen tagtäglich bei uns an. Sind ihre Werte kompatibel zu unseren, fragen sich viele Menschen mittlerweile. Und wird ihre Aufnahme uns möglicherweise überfordern - gesellschaftlich wie ökonomisch?

      Manche Ängste werden für fremdenfeindliche Zwecke instrumentalisiert. Manche jedoch sind begründet und waren auch schon vorher da. "Wir haben in Deutschland ein wachsendes soziales Gefälle und eine wachsende Zahl von Menschen, die sich von Politik und Medien nicht mehr repräsentiert fühlt", sagt Nils Bandelow, Politikwissenschaftler an der TU Braunschweig. Zudem gab es seiner Meinung nach große Probleme bei der Vermittlung der Flüchtlingspolitik. Die Folge: Laut neuesten Umfragen glauben 81 Prozent der Menschen in Deutschland nicht mehr, dass die Bundesregierung die Lage noch im Griff hat.

      Wie die Ereignisse in Köln gezeigt haben, stimmt das Verhalten einiger Flüchtlinge nicht mit den Vorstellungen unserer Werte überein. Die Frage ist, woran das liegt. Dabei fällt die Diskussion schnell zurück auf den Islam, kritisiert Nils Bandelow. "Dabei gibt es weder den einen Islam. Und viele der zu uns kommenden Menschen sind genauso säkular wie Christen hierzulande auch."

      Das Problem bei der Diskussion um Glauben und Werte: Beide sind auslegbar und können instrumentalisiert werden, um andere auszugrenzen. Der Braunschweiger Generalstaatsanwalt Norbert Wolf bringt es auf den Punkt: "Wir haben einen gemeinsamen Wert: das Grundgesetz." Hinter das können und wollen wir nicht zurücktreten, sagt Uta Hirschler, Pröpstin in Braunschweig.

      Auf welche wissenschaftlichen Erkenntnisse, Rechte und Werte sollen und wollen wir uns bei dieser Auseinandersetzung berufen? Welche neuen Werte, Chancen und Herausforderungen bringen unsere neuen Mitbewohner ein? Was sollen und wollen wir tolerieren und wo müssen wir eigene Grenzen deutlich machen?

      Referenten

      • Uta Hirschler
        Pröbstin, Braunschweig

        Ihr Statement: "Staat und Religion sind getrennt, aber es gibt eine öffentliche Form der Religion. Und die muss sich an das Grundgesetz halten."

      • Dr. Riem Spielhaus
        Islamwissenschaftlerin,Georg-Eckert Institut für internationale Schulbuchforschung, Leiterin Abteilung Schulbuch und Gesellschaft, Braunschweig

        Ihr Statement: "Viele Menschen machen sich Sorgen: vor sexuellen Übergriffen, vor Brandanschlägen und nicht zuletzt vor einer erneuten Polarisierung der Gesellschaft, die ihre Werte über Bord wirft."

      • Prof. Dr. Nils Bandelow
        Lehrstuhl für Innenpolitik, Technische Universität Braunschweig

        Sein Statement:
        "Es gibt kein 'Wir' und kein 'Die'. Es gibt nicht die eine christliche Kultur, genauso wenig wie die eine islamische. Wir sind eine pluralistische Gesellschaft."

      • Norbert Wolf
        Generalstaatsanwalt, Braunschweig

        Sein Statement:
        "Es wird derzeit viel über Werte gesprochen. Wir haben ein Wertesystem: unser Grundgesetz."

      Moderator

      Jens Lubbadeh (Foto: ©privat)
      Jens Lubbadeh
      Wissenschaftsjournalist

      Social Freezing Die besten Jahre für die Firma?

      28. Januar 2016

      Karriere oder Kinder? Diese alte Frage scheint endlich gelöst: Frauen können nun Eizellen im jungen Alter einfrieren lassen und ihren Kinderwunsch auf später verschieben. Schon bieten Firmen an, die Kosten für das "Social Freezing" zu übernehmen.

      Die neue Technologie wirft Fragen auf. Ist sie vielleicht für Politik und Wirtschaft eine bequeme Entschuldigung, sich nicht mehr um eine familienfreundlichere Arbeitswelt bemühen zu müssen? Suggeriert sie uns möglicherweise, dass wir unser ganzes Leben kontrollieren können? Und wer kontrolliert es am Ende - wir oder die Wirtschaft? Und: Was sagt es aus über eine Gesellschaft, wenn sie "Social Freezing" als eine notwendige Option sieht?

      Referenten

      • Apl. Prof. Dr. Kathrin Braun
        Universität Hannover, z.Zt. Gastprofessorin am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien

      • Prof. Dr.-ing. Corinna Bath
        Gender-Professur für Technik und Mobilität an der Technischen Universiät Braunschweig und der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaft

      • PD Dr. Heiko B.G. Franz
        Chefarzt Frauenklinik, Klinikum Braunschweig

      • Manfred Casper
        Hauptgeschäftsführer Arbeitgeberverband Region Braunchweig e.V.

      Moderator

      Jens Lubbadeh (Foto: ©privat)
      Jens Lubbadeh
      Wissenschaftsjournalist

      Kunstwettbewerb European Researchers’ Night 2015

      28. Oktober 2015

      Im Rahmen der European Researchers’ Night 2015 rief das Haus der Wissenschaft Braunschweig Schulen zur Beteiligung an einem Kunstwettbewerb auf. Oberstufenschüler der Region hatten die Möglichkeit, zu dem Zitat Albert Einsteins „Wichtig ist, dass man nicht aufhört zu fragen“ künstlerische Arbeiten aller Art einzureichen. Aus knapp 50 eingegangenen Beiträgen wählte eine vierköpfige Fachjury die elf besten Arbeiten aus, die nun im Foyer des Haus der Wissenschaft ausgestellt sind. Von Zeichnungen über Fotografien, Collagen, Kurzfilme bis hin zu dreidimensionalen Objekten haben die Schüler zahlreiche Herangehensweisen und Techniken gewählt, um dem Zitat Einsteins zu folgen und dem Thema des Wettbewerbs gerecht zu werden.

      Besonders hervorzuheben sind die Arbeiten von Milena Prus und Paula Rust (beide Gymnasium Martino-Katharineum Braunschweig), die jeweils mit dem Jurypreis ausgezeichnet wurden sowie die Arbeit von Leo W. Kraatz (Neue Oberschule Braunschweig), der mittels Onlineabstimmung den Preis des Publikums verliehen bekam.

      Alle drei Gewinner wurden zur Eröffnung der European Researchers’ Night Ende September feierlich bekannt gegeben und waren zusammen mit den anderen ausgewählten Arbeiten im Blauen Saal des Braunschweiger Schlosses ausgestellt. Während Milena Prus in ihrem Video mittels ausdrucksstarker Transformationen ihres Äußeren der Frage "WER BIN ICH?" nachgeht, begibt sich Paula Rust in ihrem Objekt "Spuren meiner Verzweiflung" mit Hilfe beschrifteter und ineinander verschlungener Papierschlaufen auf Spurensuche in die eigene Gedankenwelt. Der Beitrag von Leo W. Kraatz widmet sich dagegen Rätseln und Fragen des Alltags in Form eines 16-seitigen gedruckten Heftes mit eingescannten handgezeichneten und kolorierten Grafiken.

      Jurypreis: Milena Prus, Klasse 12, WER BIN ICH?

      3. Streberschlacht

      01. Juli 2014

      Bei der Streberschlacht können Musterschülerinnen und Schlaumeier mal zeigen was sie draufhaben!

      Bei dem Wissenschaftsquiz des Haus der Wissenschaft knobeln Teams mit bis zu sechs Personen gemeinsam um die richtigen Antworten. Die Fragen sind alles andere als Allgemeinwissen und kommen von ExpertInnen aus den Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften.

      Also lasst Euch nicht zwei Mal bitten und stellt euch den ExpertInnen!

      Unsere Gäste

      • Dr.-Ing. Franz Andert
        Institut für Flugsystemtechnik, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR
      • Dr. med. Gabriele Eden
        Spezialistin für Nieren- und Hochdruckerkrankungen, Braunschweiger Klinikum
      • Prof. Dr. Dirk Selmar
        Leiter des Instituts für Angewandte Pflanzenbiologie, Technische Universität Braunschweig

      Infektiös Fotowettbewerb

      13. Dezember 2012

      Wissenschaft anschaulich und bildhaft zu vermitteln erscheint oft als schwere Aufgabe. Aus diesem Grund haben das Haus der Wissenschaft Braunschweig und das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung den Fotowettbewerb Infektiös ausgeschrieben. Einer breiten Öffentlichkeit sollen Einblicke in das Forschungsfeld der Infektionsforschung geboten und Neugier und Interesse geweckt werden.

      Die Porträts von Aids-Witwen des Siegers Eric Pawlitzky entstanden im Rahmen eines medizinischen Hilfsprojektes in Kenia und überzeugten die Jury sowohl wegen der starken Ausdruckskraft als auch der sensiblen fotografischen Annäherung an das immer noch tabuisierte Thema Aids. Den zweiten Platz erzielte Anja Putensen. Sie zeigt Orte der Genesung, die sie auf beeindruckende Weise in Detailfotos zu vermitteln vermag, in dem sie den Betrachter in die Position der Patienten versetzt.
      Weitere Erläuterungen zu den ausgestellten Bilderserien finden Sie in der Nachberichterstattung zur Vernissage.

      Die Bilderserien der Erst- und Zweitplazierten und eine Auswahl weiterer eingereichter Arbeiten wurden als Wanderausstellung konzipiert, die vom 13. Dezember 2012 bis zum 9. März 2013 im Haus der Wissenschaft Braunschweig besichtigt werden kann.

      Begleitprogramm

      Zur Ausstellung bieten das Haus der Wissenschaft Braunschweig und das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung ein Begleitprogramm mit drei öffentlichen Führungen sowie einer Diskussionsveranstaltung zum Thema Kunst und Wissenschaft an.