KinderWissen (Foto: ©Klartext Verlag, Friedeberg)

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Fragen und Antworten für Besserwisser

Neue Gedankenräume erobern.

Warum sich Essig und Öl nicht vermischen

Der Frühling ist da und was gibt es nun besseres als einen leckeren Salat? Oft essen wir den mit Essig und Öl. Ist dir dabei auch schon einmal aufgefallen, dass diese beiden Flüssigkeiten sich nicht vermischen?

"Essig ist eine polare Flüssigkeit. Er besteht - wie viele andere Stoffe auch - aus kleinen Teilchen, die man Moleküle nennt. Ein Essigsäure-Molekül hat Bereiche, die positiv und Bereiche, die negativ geladen sind. Wegen dieser vorhandenen elektrischen Ladungen nennt man die Flüssigkeit polar", erklärt Cornelia Borchert aus der Chemiedidaktik der TU Braunschweig. Negative und positive Ladungen ziehen sich gegenseitig an, weshalb die Moleküle im Essig ganz eng beieinander bleiben. Öl hingegen ist unpolar - die Öl-Moleküle haben also keine Ladung. Darum kann es sich auch nicht mit dem Essig mischen.

Wenn ihr nun Essig und Öl in einem Gefäß schüttelt, seht ihr, dass sich kleine, kugelrunde Tröpfchen bilden. Das liegt daran, dass die Flüssigkeiten jeweils unter sich bleiben und die Kugel dafür die perfekte Form ist.

"Wenn man solche Flüssigkeiten nun doch vermischen will, benutzt man dafür sogenannte Emulgatoren. Das sind Stoffe, die Eigenschaften beider Flüssigkeiten besitzen und so eine Art 'Vermittler'-Position zwischen den Stoffen einnehmen, sodass sie sich mischen", so Cornelia Borchert. Wasser ist übrigens auch eine polare Flüssigkeit, weshalb es sich auch nicht mit Öl vermischen lässt.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 21. April 2018)

Rückschau

Warum breitet der Kormoran seine Flügel aus?

14.04.2018

Huch, was macht der Kormoran denn da? Der große schwarze Vogel sitzt auf einem Holzpflock am Hafen in Bremerhaven und breitet seine Flügel aus.

Aber er startet nicht. Er sieht fast etwas hilflos aus.Lange rätselten die Forscher, was Kormorane bei diesem Verhalten eigentlich machen. Können die Vögel so besser verdauen, ihre Temperatur regulieren oder gibt er Signale an seine Kumpel, dass das Gebiet fischreich ist oder trocknet er einfach seine Flügel? Die meisten Forscher gehen mittlerweile davon aus, dass der Kormoran, damit einfach nur seine Flügel trocknet und dabei auch den Wind mit zur Hilfe nimmt.

Anders als bei fast allen anderen Wasservögeln sind die Federn der Kormorane nämlich nicht völlig wasserabweisend. Kurios! Die Kormorane werden also beim Tauchen nass. Sie tauchen normalerweise ein bis zehn, ausnahmsweise auch mal bis 20 Meter tief. Durch das nasse Gefieder können die Kormorane leichter tauchen, da dadurch der Auftrieb vermindert wird.

Das Gefieder wird jedoch nicht vollständig durchnässt, so dass sich der Vogel nicht ständig trocknen muss. Die Knochen enthalten außerdem nur wenig Luftkammern. Das erleichtert ebenso das Tauchen, erschwert aber das Fliegen. Kormorane fangen beim Tauchen Fisch. Deswegen leben sie bei uns meistens am Meer oder an Seen.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 14. April 2018)

Warum wir uns manchmal nicht verstehen

07.04.2018

Terminologie ist die fachsprachliche Lexik. Das hast du jetzt bestimmt nicht verstanden, oder? Was du im ersten Satz gelesen hast, sind Begriffe aus der Sprachwissenschaft. Dr. Ayse Yurdakul vom Institut für Germanistik der TU Braunschweig erklärt: "In der Wissenschaft gibt es verschiedene Fächer, und die entwickeln jeweils für sich ihre eigene Fachsprache. In der Fachsprache gibt es eine Menge von Begriffen, die speziell für das Fach sind. Diese große Menge nennt man Terminologie. Der einzelne Begriff wird dann wiederum als Terminus bezeichnet."

Aber warum reden nicht alle Menschen "normal" und verzichten auf ihre Fachsprachen - schließlich führt die Benutzung von Fachsprache dazu, dass Außenstehende nichts mehr verstehen. "Der Sinn von Fachbegriffen ist, dass sie einen Sachverhalt ganz genau bezeichnen können. In der Wissenschaft, aber auch in anderen Arbeitsbereichen geht es darum, Dinge möglichst genau zu untersuchen und zu beschreiben", sagt Dr. Yurdakul. Und die Benutzung von Fachsprache ist auch sinnvoll: Ein Mediziner zum Beispiel spricht nicht von Bauchschmerzen, sondern drückt mithilfe von Fachausdrücken ganz genau aus, was dem Menschen in diesem Moment körperlich fehlt.

Neben Fachsprachen gibt es übrigens noch ganz andere Varianten von Sprache, zum Beispiel die Dialekte. Wenn wir also von einer Sprache reden, heißt das, dass darin viele verschiedene Varianten enthalten sind und wir unsere Worte manchmal "übersetzen" müssen, obwohl wir eigentlich die gleiche Sprache sprechen.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 07. April 2018)

Warum ist ein Ei oval?

31.03.2018

Wenn du ein rohes Ei und einen Tischtennisball vorsichtig auf einem Tisch rollen lässt, siehst du, warum es oval ist. Der Tischtennisball fällt sofort über die Tischkante nach unten. Das Ei kullert über den Tisch und dreht sich sogar leicht über die schmalere Seite zurück.

Am deutlichsten wird dieser Vorteil bei den Eiern der Trottellumme, die direkt am Felsen brütet. Das Ei läuft am schmaleren Ende spitz zu. Deswegen dreht es sich in einem engen Kreis um die eigene Achse. So kann es nicht so leicht vom Felsen hinabstürzen. Damit beim Brüten nichts schief geht, ist die Schale außerdem stabil gebaut. Besondere Stabilität ergeben kleine Kalzitsäulen, die direkt nebeneinander in der Schale stehen. Nimm dir mal eine Spaghetti und übe auf ein Ende von oben Druck aus. Sie zerbricht sofort. Wenn du aber viele Spaghetti in die Hand nimmst und bündelst, können sie nicht zur Seite wegknicken.

Auch die ovale Form des Eies trägt dazu bei, dass die Stabilität erhöht wird. Durch die Form wird wie bei einem Brückenbogen die Last eines Druckes entlang der Schale abgeleitet. Erst kürzlich entdeckten Wissenschaftler, dass die Eiform auch etwas mit den Flugkünsten des Vogels zu tun hat. Je wendiger ein Vogel fliegt, umso ovaler ist das Ei. Eine Kugel im Bauch würde die weiblichen Vögel nämlich beim Fliegen behindern.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 31. März 2018)

Eintauchen in eine andere Welt

24.03.2018

Schon immer haben wir versucht, uns in andere Welten zu versetzen, zum Beispiel übers Geschichten erzählen. Die Idee von einer alternativen Realität ist so alt wie die Menschen selbst. "Nichts anderes als das Eintauchen in eine andere Welt ist die computergestützte 'virtual reality'. Nur passiert das eben nicht nur über das Hören oder Fernsehen, sondern es soll der Eindruck entstehen, dass man mitten im Geschehen steckt", erklärt Professor Dr. Marcus Magnor vom Institut für Computergraphik der TU Braunschweig.

Um das zu erleben, trägt man eine große Brille, die ein bisschen aussieht wie eine Skibrille. Darin ist ein Bildschirm eingebaut, auf den man schaut. So hat man eine ganz neue Welt vor Augen und man bekommt von der Außenwelt nichts mehr mit. Mit der Brille auf der Nase kann man herumgucken und sieht alles, was um einen herum geschieht. Dafür sorgen Sensoren, die messen, wohin man seinen Kopf bewegt. Wenn sich das Bild nämlich nicht den Kopfbewegungen anpasst, wird einem ziemlich schlecht.

"Es gibt hier noch einige Herausforderungen", erklärt Marcus Magnor, "in der virtual reality kann man sich noch nicht völlig frei bewegen oder mit ihr interagieren." Hier gibt es schon Lösungsansätze, zum Beispiel, dass man währenddessen auf einem Laufband läuft. Außerdem tüfteln Forscher daran, wie die erzeugten Welten mit realistischen Bildern gefüllt werden können, da die virtual reality bis heute meist mit computergenerierten Bildern auskommt.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 24. März 2018)

Warum hat eine Kartoffel Augen?

17.03.2018

Um es gleich zu verraten: Eine Kartoffel hat natürlich keine richtigen Augen, mit denen sie so wie du sehen kann. Aber kleine Einkerbungen an der Kartoffelknolle, an denen die Kartoffel keimt, nennt man Augen. Wenn ihr Kartoffeln zu Hause habt, guck dir das mal ganz genau an. Und am besten auch eine gekeimte. Das sieht richtig interessant aus! Die Keime soll man übrigens abmachen vor dem Kochen. Diese Keime enthalten besonders viel Solanin. Das ist ein Gift, das man nicht essen sollte.

Die Kartoffel wird über Kartoffelknollen vermehrt. Saatkartoffeln werden in die Erde gelegt und keimen aus. Die Pflanze wächst und blüht und erzeugt unterirdisch viele weitere Speicherorgane. Diese können dann je nach Sorte ungefähr von Juni bis Oktober geerntet werden. Wenn eine Kartoffelpflanze geblüht hat, können auch echte Früchte entstehen, die aussehen wie sehr grünliche Tomaten. In diesen ebenfalls giftigen Beerenfrüchten reifen viele Samen heran, die auch gesät werden können. Kartoffeln werden aber im Allgemeinen aus Kartoffeln vermehrt und nicht aus den Samen. Apropos Tomaten. Die Kartoffel, die ursprünglich aus Südamerika stammt, ist auch mit der Tomate verwandt. Neben dem guten Geschmack hat die Kartoffel auch noch mehr zu bieten: Sie enthält beispielsweise sehr viel Vitamin C!

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 17. März 2018)

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