KinderWissen (Foto: ©Klartext Verlag, Friedeberg)

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Fragen und Antworten für Besserwisser

Neue Gedankenräume erobern.

Warum hat der Hammerhai seinen komischen Kopf?

Super, dass man einen Hammerhai an seinem Kopf so gut erkennen kann, oder? Ein toller Name! Tatsächlich verbergen sich dahinter mehrere Arten. Und die Wissenschaftler rätseln auch weiterhin, warum diese Kopfform so außergewöhnlich ist. Am ausgeprägtesten ist diese zum Beispiel beim Großen Hammerhai. Dabei gibt es verschiedene Annahmen. Der Hammerhai soll damit besser sehen können. Tatsächlich hat er zum Beispiel eine bessere Rundumsicht. Die Augen liegen ja sehr weit auseinander. Auch riechen kann der Hai sehr gut. Durch die Kopfform kann er besser feststellen, aus welcher Richtung ein Geruch kommt. Außerdem hat man am Kopf viele Lorenzinische Ampullen gefunden. Dies ist der Elektrosinn des Hais. Er kann damit zum Beispiel spüren, wenn die Beute mit den Muskeln zuckt.

Die Kopfform soll ihm außerdem beim Schwimmen helfen. Der Hammerhai ist damit in der Lage, ganz enge Kurven zu schwimmen. Außerdem wurden Hammerhaie schon dabei beobachtet, wie sie mit dem großen Kopf Beute auf dem Boden festhielten.

Eins steht jedoch auf jeden Fall fest: Durch die Kopfform nimmt der Hammerhai einen unvergesslichen Platz in unserem Gedächtnis ein!

Der Hammerhai hat einen merkwürdig geformten Kopf.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 17. Februar 2018)

Rückschau

Was sind Polarlichter?

10.02.2018

Vielleicht hast du schon einmal Fotos von einem grün oder rot gefärbten Nachthimmel gesehen - hier handelt es sich um Polarlichter. Aber was ist das überhaupt und wie entstehen sie?

Barbara Altstädter ist Diplommeteorologin und arbeitet am Institut für Flugführung der TU Braunschweig. Sie erklärt: "Polarlichter entstehen, weil die Sonne kleine, elektrisch geladene Teilchen aussendet. Das nennt man Sonnenwinde. Die Teilchen, vor allem positiv geladene Protonen, treffen auf die Erdatmosphäre. Unsere Atmosphäre besteht vor allem aus Stickstoff und Sauerstoff. Wenn nun die geladenen Teilchen, die von der Sonne kommen, auf die Sauerstoff- und Stickstoffteilchen in der Atmosphäre treffen, wird Energie freigesetzt. Die können wir in Form von Polarlichtern erkennen." Grünliches Licht hängt dabei mit dem Stickstoff, rötliches mit dem Sauerstoff zusammen. Das Phänomen spielt sich in etwa 100 bis 200 Kilometern Höhe ab - zum Vergleich: Wolken hängen auf etwa 10 Kilometern Höhe.

Polarlichter können wir nur in der Nacht sehen, weil es tagsüber zu hell ist. Besonders häufig sieht man Polarlichter nahe des Nord- oder Südpols. "Das hängt damit zusammen, dass die Erde von einem Magnetfeld umgeben ist, das immer in Richtung der Pole strebt. Darum ist dort besonders viel Energie vorhanden", sagt Frau Altstädter. Man kann Polarlichter aber auch in unseren Breitengeraden und sogar noch weiter Richtung Äquator sehen. Dafür müssen die Sonnenwinde allerdings sehr stark sein und es dürfen keine Wolken die Sicht versperren.

In Finnland leuchten die Polarlichter am Himmel.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 10. Februar 2018)

Was ist ein Dreikäsehoch?

03.02.2018

Im Alltag kannst du immer mal wieder auf Maßeinheiten treffen, die du vielleicht noch nicht gehört hast. Zum Beispiel könnte es dir passieren, dass deine Mama ein Dutzend Eier auf dem Markt kaufen möchte. Wie viel bekommt sie dann? Genau 12. Etwas häufiger hört man mal: Dutzende Bücher wurden verkauft. Man meint damit einfach viel. Ein weiteres Beispiel ist der Ausdruck Dreikäsehoch. Wenn du hörst: "He, du Dreikäsehoch", ist dies lustig und auch etwas abwertend gemeint. So nach dem Motto: Du bist noch so klein, was hast du dazu zu sagen. Der Ausdruck kommt eventuell wirklich von Käse: Hast du schon einmal einen Käselaib gesehen? Wenn man drei davon übereinanderstapelt, ist dies immer noch nicht sehr hoch.

Andere Wissenschaftler vermuten, dass das Wort hingegen nichts mit Käse zu tun hat, sondern vom französischen Wort caisse abstammt. Übersetzt heißt dies Kiste. Das Ergebnis bleibt das gleiche. Drei Kisten aufgestapelt, sind immer noch nicht sehr hoch.

Du merkst aber, dass die genannten Maßeinheiten nicht sehr genau oder zu kompliziert sind. Davon gab es früher noch viel mehr: Die Elle, Fuß etc. Irgendwann hat man sich dann lieber auf allgemein gültige Maßeinheiten geeinigt. In der Sprache taucht aber so mancher Begriff immer noch auf. Wenn du Lust hast, verwende sie und bewahre sie vor dem Aussterben!

Der Begriff "Dreikäsehoch" ist auch eine Maßeinheit.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 03. Februar 2018)

Was ist eine Koalition?

27.01.2018

Im September war die Bundestagswahl und noch sind die Parteien auf der Suche nach einer geeigneten Koalition. Aber was ist das eigentlich? "Koalitionen sind Zusammenschlüsse mehrerer Parteien, die gemeinsam eine Regierung bilden wollen", erklärt Professor Nils Bandelow vom Institut für Sozialwissenschaft der TU Braunschweig. Bei der Bundestagswahl wählen die Bürger das Parlament. Eine stabile Regierung braucht eine Mehrheit. Da in Deutschland eine Partei selten genug Sitze hat, um die Mehrheit zu stellen, muss sie mit anderen Parteien eine Koalition bilden und bis zur nächsten Wahl zusammenarbeiten.

Für die Bildung von Koalitionen gibt es keine verbindlichen Regeln. Wenn die Parteien erst prüfen wollen, ob und unter welchen Bedingungen sie vielleicht zusammenarbeiten wollen, nennt man die Gespräche "Sondierungen". "Im Anschluss kommt es zu den Koalitionsverhandlungen. Hier besprechen die Parteien in Arbeitsgruppen Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Finanzfragen. Die Ergebnisse werden schließlich in einem Koalitionsvertrag festgehalten", so Professor Bandelow. Der Koalitionsvertrag dient vor allem dazu, Konflikte während der Zusammenarbeit zu vermeiden und gemeinsame Ziele zu formulieren.
Rechtlich bindend ist er aber nicht. Den Prozess, wie eine Koalition gebildet wird, kannst du im Moment gut nachvollziehen, weil die Parteien CDU, CSU und SPD sich genau darauf einigen wollen.

Hier wollen alle hin: in den Bundestag.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 27. Januar 2018)

Warum bildet heißer Kakao eine Haut?

20.01.2018

Jetzt, wo gerade das Wetter mal wieder nur grau in grau ist, macht man sich doch gerne mal mit einer heißen Tasse Kakao und einem Buch einen kuscheligen Nachmittag. Doch was stört dabei regelmäßig die Gemütlichkeit? Auf der Oberfläche des Kakaos bildet sich eine Haut. Die meisten Menschen finden diese nicht gerade appetitlich. Wenn du diese Haut vermeiden willst, gibt es nur eins: Du musst während des Kochens rühren, rühren, rühren. Denn dann kann gar keine Haut entstehen. Die zweite Möglichkeit ist natürlich den Kakao einfach kalt zu trinken. Die Haut entwickelt sich nämlich beim Erhitzen. Die dritte Möglichkeit ist, du nimmst einen Löffel und entfernst die Haut einfach.

Warum bildet sich diese Haut überhaupt? Wenn du das Kakaopulver in Milch gibst, sind in dieser Milch nämlich viele Eiweiße enthalten. In kalter Milch tummeln diese sich knäuelförmig in der Milch. Werden diese Eiweiße jetzt erhitzt, verändern sie ihre Form, entwirren sich und verkleben zu netzartigen Strukturen. Dies ist die Haut, die du auf deinem Kakao verbunden mit Fett schwimmen siehst. Durch das Rühren verhinderst du einfach, dass sich die erhitzten Proteine zu Netzen verbinden können. Also beim nächsten Mal einfach: Sanfter kochen, damit sich die Eiweiße nicht so stark verändern und in Ruhe rühren und mit derselben Ruhe genießen!

Milch bekommt keine Haut, wenn man sie ständig rührt.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 20. Januar 2018)

Fahren Autos bald selbstständig?

13.01.2018

In Zeitungen oder im Fernsehen liest und hört man häufig von autonom fahrenden Autos. Aber was heißt das eigentlich?

Jens Rieken forscht am Institut für Regelungstechnik an der TU Braunschweig. Er erklärt: "Autonomes Fahren bedeutet, dass ein Fahrzeug selbstständig fährt. Dafür muss das Auto im Straßenverkehr alles erkennen, was ein menschlicher Fahrer auch erkennt, etwa Ampeln, Verkehrshindernisse oder Geschwindigkeitsvorgaben. Dafür braucht es viele Sensoren, wie zum Beispiel Kameras und Radarsysteme."

Man spricht momentan aber eher von Assistenzsystemen. Der Unterschied ist, dass der menschliche Fahrer beim assistierten Fahren zwar wenig tut, aber das Auto überwacht und die Verantwortung trägt. "Assistenzsysteme werden heute schon verwendet. Neuere Autos können zum Beispiel die Geschwindigkeit selbst halten oder bleiben automatisch in ihrem Fahrstreifen. Diese Systeme sind gut geeignet für die Autobahn. Im Stadtverkehr funktionieren sie schlechter, weil dort viel mehr zu beachten ist", so Rieken.

Das autonome Fahren hat einige Vorteile, denn es ermöglicht Mobilität für Menschen, die nicht selbst Auto fahren können. Bis Autos autonom fahren, werden wir aber noch warten müssen, denn noch können die Autos ihre Umgebung nicht so gut wahrnehmen wie der Mensch. Autonomes Fahren bedeutet nämlich auch, dass das Auto - und nicht mehr der Mensch - für Fehler und Unfälle verantwortlich ist. Dafür müssen noch einige technische und rechtliche Hürden gemeistert werden.

Die Autos erkennen durch Sensoren, was vor ihnen passiert.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 13. Januar 2018)

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