KinderWissen (Foto: ©Florian Koch)

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Fragen und Antworten für Besserwisser

Neue Gedankenräume erobern.

Was ist ein Resonanzkörper?

Die Gitarre und die Geige haben einen großen Hohlkörper aus Holz, dieser schwingt mit, wenn ein Ton angespielt wird. Der Ton wird viel lauter, als wenn man nur eine Saite ohne Holzkörper anzupft. Warum ist das so?

Zupft man eine Saite an, wird um die Saite herum die Luft in Schwingung versetzt. Diese Schwingungen verbreiten sich weiter, bis der Ton unser Ohr erreicht. Der Holzkörper der Instrumente ist so gebaut, dass er beim Anzupfen der Saite mitschwingt und so den Ton verstärkt. Viel mehr Luft kann so um das Instrument herum in Schwingung versetzt werden und unser Ohr erreichen.

Wie schön dies dann klingt, ist einerseits dem Spieler, aber auch dem Instrumentenbauer zu verdanken. Denn die Form des Instruments sowie die Verbindung zwischen schwingender Saite und dem Instrument bestimmt unter anderem, wie gut jeder angespielte Ton durch das gesamte Instrument verstärkt wird.

Ganz einfach ausprobieren kannst du diese Resonanz mit einer Stimmgabel oder einer Mini-Drehorgel für Kinder. Stellst du diese, wenn du sie anspielst, auf verschiedene Materialien, schwingt der Untergrund mal gut, mal weniger gut mit. Probiere es mal in der Wohnung aus: auf dem Bett, Schrank oder Tisch. Ein Tipp: Ganz besonders scheußlich klingt es, wenn du die Drehorgel spielst und gegen ein Fenster hältst.
Auch hier hast du die Fensterscheibe als Resonanzkörper benutzt.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 16. September 2017)

Rückschau

Wieso kann ich Leitungswasser trinken?

09.09.2017

Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel und kommt einfach aus dem Wasserhahn. Aber wie kommt es überhaupt in die Leitungen und wie wird sichergestellt, dass wir es ohne Gefahr trinken können?

"Das Wasser, das wir aus unserem Hahn zapfen, hat schon einen langen Weg hinter sich. In Braunschweig beziehen wir unser Wasser zum größten Teil aus Stauseen, die im Harz liegen", erklärt Stephanie Döring. Sie arbeitet bei BS Energy, dem Unternehmen, das weite Teile von Braunschweig mit Trinkwasser versorgt. Wenn das Wasser aus dem Stausee gelassen wird, fließt es erst ins Wasserwerk. Noch ist das Wasser zu schmutzig und sollte nicht getrunken werden. Im Wasserwerk wird Kohlendioxid, Kalkwasser und ein Flockungsmittel hinzugegeben. Das Mittel bewirkt, dass Schmutz und Schadstoffe gebunden werden und sich Flocken bilden. Das Wasser wird zweimal gefiltert, um die Flocken zu entfernen. Mineralien wie Magnesium und Kalzium bleiben aber erhalten.
"Dann wird das Wasser in der Reinwasserkammer desinfiziert. In Deutschland gibt es strenge Vorschriften, wie rein das Wasser sein muss. Daher wird es regelmäßig kontrolliert", so Frau Döring. Vom Wasserwerk aus fließt das Wasser in zwei großen Leitungen aus dem Harz nach Braunschweig. Wegen des Gefälles braucht es dafür nicht einmal Pumpen. Hier kommt es in zwei Übernahmestationen an, die das Wasser in die Leitungen der Stadt verteilen und bei euch für eine frische Abkühlung sorgen.

Das Braunschweiger Trinkwasser kommt aus dem Harz.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 09. September 2017)

Was ist eigentlich Vanille?

02.09.2017

Vanillepudding, Vanilleeis, Vanillekipferl. Lecker, aber was ist Vanille? Im Supermarkt kannst du im Gewürzregal fündig werden. In einer Glasröhre schimmert dir die Vanillefrucht entgegen. Zum Backen schneidet man die Vanille längs auf und kratzt das Mark heraus. Darin sind die Samen der Vanillefrucht enthalten.

Die Pflanze war ursprünglich in Mittelamerika heimisch. Viele Länder wollten dieses begehrte Gewürz nach der Entdeckung anbauen. Doch zuerst musste das Geheimnis der Bestäubung enthüllt werden. Da die Bestäuber nicht in den neuen Anbaugebieten leben, muss man die Pflanzen bis heute per Hand bestäuben.

Die Vanillepflanze ist eine Orchidee. Sie wird in tropischen Ländern angebaut. Da sie eine Kletterpflanze ist, braucht sie als Kletterhilfe z. B. Drachenbäume. Die Kapselfrüchte, manchmal - botanisch nicht korrekt - auch als Vanilleschoten bezeichnet, sind bei der Ernte grün. Sie werden dann getrocknet und fermentiert und sehen am Ende schwarzbraun aus. Ganz leicht kannst du daraus Vanillezucker herstellen: Einfach Zucker zusammen mit der Vanilleschote in ein Schraubglas sperren und ca. zwei Wochen warten. Fertig! In den wenigsten Produkten ist diese Vanillefrucht enthalten. Es gelang nämlich im 19. Jahrhundert das Vanille-Aroma künstlich herzustellen.
Diese Früchte sehen aus wie Bohnenschoten, sie gehören aber zur Vanillepflanze. Sie werden grün geerntet.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 02. September 2017)

Blau, grün, gelb, dann wieder weg

28.08.2017

Autsch! Mal laufen wir gegen die Bettkante, mal gegen den Türrahmen - das Ergebnis sind blaue Flecken. Aber wie entstehen die eigentlich, und wie verschwinden sie wieder?

"Blaue Flecken entstehen, wenn man sich stößt", sagt Dr. Wolfgang Eberl, Arzt für Kinder- und Jugendmedizin am Städtischen Klinikum in Braunschweig. "Unter unserer Haut liegen kleine Blutgefäße. Durch den Stoß gehen sie kaputt, und Blut tritt in das umliegende Gewebe aus."

Aufgrund des Farbstoffs Hämoglobin ist unser Blut rot. Dass die Stellen blau und nicht rot schimmern, liegt an der Eigenfarbe unserer Haut. Je nach Hautfarbe wirken blaue Flecken darum auch unterschiedlich. Wie schnell wir blaue Flecken bekommen, hängt davon ab, wie fest unser Bindegewebe ist. Darum bekommen ältere Menschen auch schneller blaue Flecken als jüngere.

Einen blauen Fleck behalten wir aber nicht für immer. "Unser Körper bemerkt, dass wir uns verletzt haben und macht sich daran, die kaputten Zellen abzubauen. Das ausgetretene Blut wird in mehreren Schritten abgebaut", erklärt Herr Eberl. So entstehen auch die verschiedenen Farben, die der Fleck annehmen kann: Erst ist er blau, dann grün-gelblich bis braunrot, bis am Ende das gesamte Blut beseitigt ist.

Blaue Flecken sind übrigens ganz normal. Jeder Mensch, der sich stößt oder hinfällt, bekommt welche. Es hilft dann, die Stelle zu kühlen, weil sich durch die Kälte die Blutgefäße zusammenziehen und so weniger Blut austritt.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 26. August 2017)

Warum eine Wespe schwarz-gelb gefärbt ist

21.08.2017

Auch du weißt sofort, wenn du eine Wespe siehst: Gefahr! Sie könnte mich stechen. Und diese Gefahr soll auch möglichst deutlich signalisiert werden. Andere Tiere erkennen sofort: Dieses Tier kann stechen oder schmeckt nicht. Allerdings müssen die Räuber (zum Beispiel Vögel) erst einmal lernen, dass von der Wespe Gefahr ausgeht. Dafür ist es wichtig, dass möglichst viele Wespenarten dieselbe Warnfarbe haben.

Ein paar einzelne Insekten werden so immer geopfert, bis auch der letzte junge Vogel sich gemerkt hat, dass diese stechen können. Die Masse der anderen schwarz-gelben Insekten ist dann aber nicht mehr gefährdet.

Auf diesen Zug springen dann wiederum andere Arten wie die Schwebfliege auf. Sie ist harmlos und ahmt die gefährliche Wespe nur nach. Du bist vielleicht auch schon einmal auf sie reingefallen. Noch pfiffiger sind jedoch weitere Insektenarten, denen die Forscher auf die Schliche gekommen sind. Sie tarnen sich gleich als Räuber. Viele Wespen jagen nämlich andere Insekten. Wenn man sich als Beutetier nun auch schwarz-gelb tarnt, wird man von den Wespen in Ruhe gelassen.

Warum allerdings einige Insekten sehr ähnlich wie ihre Vorbilder aussehen und andere nur sehr oberflächlich deren Aussehen annehmen, ist noch nicht geklärt. Vielleicht können manche Räuber einfach schlechter sehen oder beobachten als andere.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 19. August 2017)

Wenn Worten Flügel wachsen

14.08.2017

Es ist allerhöchste Eisenbahn - das hast du bestimmt schon einmal gehört. Damit meint man, dass etwas sehr dringend ist. Der Satz ist ein geflügeltes Wort. Aber was sind eigentlich geflügelte Worte?

Dr. Imke Lang-Groth ist Sprachwissenschaftlerin an der Technischen Universität Braunschweig. Sie erklärt, dass geflügelte Worte Sprachwendungen sind, die benutzt werden, weil sie eine Sache besonders gut ausdrücken und auf den Punkt bringen können. Die Bezeichnung "geflügeltes Wort" geht auf den antiken griechischen Dichter Homer zurück, der sie als "vom Mund des Redners zum Ohr des Angeredeten fliegende Worte" bezeichnete. Anders als bei Sprichwörtern ist die Herkunft von geflügelten Worten bekannt - es handelt sich nämlich um Zitate aus der Literatur oder Äußerungen von berühmten Menschen. Die allerhöchste Eisenbahn stammt zum Beispiel aus der Feder des Schriftstellers Adolf Glaßbrenner.

"Wenn Du aufmerksam zuhörst, merkst du, wie häufig wir geflügelte Worte benutzen. Sie müssen nicht unbedingt aus dem Deutschen kommen, sondern können aus jeder anderen Sprache stammen. Viele der geflügelten Worte sind auch der Bibel entnommen, zum Beispiel der Satz ?Perlen vor die Säue werfen?, den wir benutzen, wenn jemand eine schöne Sache nicht wertschätzt", sagt Frau Lang-Groth.

Die wichtigste Sammlung von geflügelten Worten stammt übrigens aus dem Jahr 1864. Damals hat der Berliner Oberlehrer Georg Büchmann alle bekannten geflügelten Worte gesammelt und in einem Buch veröffentlicht.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 12. August 2017)

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