KinderWissen (Foto: ©Klartext Verlag, Friedeberg)

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Fragen und Antworten für Besserwisser

Neue Gedankenräume erobern.

Warum sind die Pinguine schwarz und weiß?

In vielen Zoos könnt ihr Pinguine beobachten. In der Natur kommen sie nur auf der Südhalbkugel der Erde vor. Sie gehören zu den Vögeln, können aber nicht fliegen.

Das müssen sie auch nicht, denn sie können extrem gut schwimmen. Dazu trägt auch die stromlinienförmige Körperform bei. Trotzdem hat der Pinguin viele Feinde wie Robben, Haie, Schwertwale, Raubmöwen oder Riesensturmvögel. Sein Frack hilft ihm dabei zu überleben. Schwimmt ein Feind unterhalb des Pinguins, sieht er den weißen Bauch, der den Pinguin gut gegen den hellen Himmel tarnt. Wenn ein Feind jedoch den Pinguin von oben sieht, schaut er auf die schwarze Seite des Pinguins, die sich wiederum gegen die dunklen Meerestiefen kaum abhebt.

Viele weitere Anpassungen sorgen dafür, dass der Pinguin gut in seiner Umwelt zurecht kommt. Sein dichtes Federkleid mit Ölfilm, die Daunen und die dicke Fettschicht sorgen dafür, dass er nicht erfriert.

Auch die Füße weisen eine Besonderheit auf. Das warme Blut, das in die Füße strömt, wird direkt an den Adern vorbeigeführt, in denen kaltes Blut wieder in den Körper zurückströmt. Die Temperaturen beider Adern gleichen sich an. Der Pinguin hat so immer kalte Füße und verliert nicht so viel Wärme an die Umgebung. Außerdem kann er so am Eis nicht festfrieren.

Der Pinguin hat sich an seinen Lebensraum angepasst.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 14. Oktober 2017)

Rückschau

Mit Müll die Welt verbessern

07.10.2017

Du hast deinen Joghurt ausgelöffelt und wirfst ihn anschließend in die Wertstofftonne oder den gelben Sack. Aber hast du dich schon einmal gefragt, was eigentlich mit unserem Plastikmüll passiert und warum es so wichtig ist, Müll zu trennen?

"Abfall ist eine moderne Rohstoffquelle. So wird beispielsweise aus Altpapier wieder neues Papier und auch aus Kunststoff entstehen viele neue Produkte", erklärt Susanne Jagenburg von Alba, in Braunschweig zuständig für die Abfallentsorgung und das Recycling. "Der Abfall aus der gelben Wertstofftonne wird nach der Abholung in der Sortieranlage in Watenbüttel in zwölf verschiedene Materialarten getrennt." Die aussortierten Stoffe, also Alu, verschiedene Kunststoffarten, Getränkekartons und mehr, werden gepresst und gehen anschließend in die Verwertung. Kunststoff wird eingeschmolzen und mit Zusatzstoffen versetzt. Das dabei entstehende Kunststoffgranulat - kleine Plastik-Kügelchen - verarbeitet die Industrie zu neuen Plastikprodukten, zum Beispiel Waschmittelflaschen, Transportboxen oder auch Textmarkern.

"Recycling schont natürliche Ressourcen und das Klima", sagt Jagenburg. Neues Plastik wird nämlich aus Rohöl gemacht. Das findet man tief in der Erde. Aber es gibt nicht unendlich viel davon, und seine Verarbeitung stößt Treibhausgase aus. Durch Recycling werden diese Negativeffekte auf die Umwelt vermieden. Mitmachen lohnt sich also!

Alle gelben Säcke werden in eine Sortieranlage gebracht.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 07. Oktober 2017)

Was ist eine Mistel?

30.09.2017

Die Blätter fallen und jetzt sind sie wieder besser zu sehen: Die Misteln. Die Pflanze wächst hoch in Laubbäumen, kommt aber auch auf Nadelbäumen vor. Sie ist immergrün und ein Halbparasit. Das heißt, sie beschafft sich durch die Photosynthese ihre Nährstoffe selbst und bezieht nur Wasser und Mineralstoffe aus dem Wirtsbaum. Misteln sind für den Menschen giftig. Auch die Beeren sollten aufgrund der Klebrigkeit nicht verzehrt werden. Bemerkenswert ist ihre Verbreitung. Besonders Misteldrosseln fressen die Früchte und scheiden die Samen wieder aus. Reste des klebrigen Fruchtfleischs sorgen dann dafür, dass der Samen zufällig an einem Ast kleben bleibt. Ein anderer Vogel, die Mönchsgrasmücke, frisst dagegen nur die Fruchtschale. So bleibt der Samen mit dem klebrigen Fruchtfleisch am nächsten Ast hängen, wenn der Vogel versucht ihn wieder vom Schnabel zu streifen.

Zu Weihnachten werden Misteln oft als immergrüner Schmuck verkauft. Wer mag, darf sich unter einem Strauß von Misteln küssen. Doch die Mistel kann noch mehr. Seit Jahrhunderten wird die Pflanze in der Heilkunde verwendet. Schon 400 vor Christus wurde sie gegen Schwindelanfälle von dem berühmten Arzt Hippokrates empfohlen. Heutzutage rückt die Mistel wieder in den Mittelpunkt der Forschung nach neuen Wirkstoffen vor allem bei der unterstützenden Krebsbehandlung.

Die heimische Mistel ist ein Halbparasit.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 30. September 2017)

Wieso wird ein Ei beim Kochen hart?

23.09.2017

Ein rohes Ei ist noch flüssig und wird durchs Kochen hart, das weiß jeder. Aber wie genau funktioniert das?

Timm Wilke ist Juniorprofessor am Agnes-Pockels-Labor der TU Braunschweig. Er erklärt, dass das Eiklar zu 90 Prozent aus Wasser und nur zu 10 Prozent aus Proteinen, die wir auch Eiweiße nennen, besteht. "Die Bausteine von Proteinen sind Aminosäuren. Die werden in der Zelle gebildet und zu einer Kette verbunden. Diese Kette faltet sich ein, weil sich manche Aminosäuren anziehen und eine lockere Verbindung eingehen. Die gefaltete Kette ist das Protein", sagt Wilke.

Bei 65 Grad Celsius wird das Eiklar hart. Das funktioniert so: Durch Hitze bewegen sich die Proteine stark und die ursprünglichen Verbindungen brechen. Die Kette aus Aminosäuren faltet sich wieder auf und es entstehen neue Verbindungen. "Diesen Vorgang nennt man ?denaturieren?. Jetzt verbinden sich auch einige Bestandteile der entfalteten Proteine neu. Durch die neuen Verbindungen sind die Proteine nicht mehr in ihrer ursprünglichen Form vorhanden, sondern es hat sich eine Art Netz gebildet. Das ist viel fester als die frei beweglichen Proteine - das Ei wird darum hart", so Timm Wilke. Das Wasser geht in dem Vorgang nicht verloren, sondern verteilt sich in den Zwischenräumen dieses Netzes.

Eigelb stockt übrigens ebenfalls bei etwa 65 Grad. Allerdings dauert es länger, bis die Hitze die Mitte des Eis erreicht, darum wird das Eigelb erst nach dem Eiklar hart.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 23. September 2017)

Was ist ein Resonanzkörper?

16.09.2017

Die Gitarre und die Geige haben einen großen Hohlkörper aus Holz, dieser schwingt mit, wenn ein Ton angespielt wird. Der Ton wird viel lauter, als wenn man nur eine Saite ohne Holzkörper anzupft. Warum ist das so?

Zupft man eine Saite an, wird um die Saite herum die Luft in Schwingung versetzt. Diese Schwingungen verbreiten sich weiter, bis der Ton unser Ohr erreicht. Der Holzkörper der Instrumente ist so gebaut, dass er beim Anzupfen der Saite mitschwingt und so den Ton verstärkt. Viel mehr Luft kann so um das Instrument herum in Schwingung versetzt werden und unser Ohr erreichen.

Wie schön dies dann klingt, ist einerseits dem Spieler, aber auch dem Instrumentenbauer zu verdanken. Denn die Form des Instruments sowie die Verbindung zwischen schwingender Saite und dem Instrument bestimmt unter anderem, wie gut jeder angespielte Ton durch das gesamte Instrument verstärkt wird.

Ganz einfach ausprobieren kannst du diese Resonanz mit einer Stimmgabel oder einer Mini-Drehorgel für Kinder. Stellst du diese, wenn du sie anspielst, auf verschiedene Materialien, schwingt der Untergrund mal gut, mal weniger gut mit. Probiere es mal in der Wohnung aus: auf dem Bett, Schrank oder Tisch. Ein Tipp: Ganz besonders scheußlich klingt es, wenn du die Drehorgel spielst und gegen ein Fenster hältst.
Auch hier hast du die Fensterscheibe als Resonanzkörper benutzt.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 16. September 2017)

Wieso kann ich Leitungswasser trinken?

09.09.2017

Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel und kommt einfach aus dem Wasserhahn. Aber wie kommt es überhaupt in die Leitungen und wie wird sichergestellt, dass wir es ohne Gefahr trinken können?

"Das Wasser, das wir aus unserem Hahn zapfen, hat schon einen langen Weg hinter sich. In Braunschweig beziehen wir unser Wasser zum größten Teil aus Stauseen, die im Harz liegen", erklärt Stephanie Döring. Sie arbeitet bei BS Energy, dem Unternehmen, das weite Teile von Braunschweig mit Trinkwasser versorgt. Wenn das Wasser aus dem Stausee gelassen wird, fließt es erst ins Wasserwerk. Noch ist das Wasser zu schmutzig und sollte nicht getrunken werden. Im Wasserwerk wird Kohlendioxid, Kalkwasser und ein Flockungsmittel hinzugegeben. Das Mittel bewirkt, dass Schmutz und Schadstoffe gebunden werden und sich Flocken bilden. Das Wasser wird zweimal gefiltert, um die Flocken zu entfernen. Mineralien wie Magnesium und Kalzium bleiben aber erhalten.
"Dann wird das Wasser in der Reinwasserkammer desinfiziert. In Deutschland gibt es strenge Vorschriften, wie rein das Wasser sein muss. Daher wird es regelmäßig kontrolliert", so Frau Döring. Vom Wasserwerk aus fließt das Wasser in zwei großen Leitungen aus dem Harz nach Braunschweig. Wegen des Gefälles braucht es dafür nicht einmal Pumpen. Hier kommt es in zwei Übernahmestationen an, die das Wasser in die Leitungen der Stadt verteilen und bei euch für eine frische Abkühlung sorgen.

Das Braunschweiger Trinkwasser kommt aus dem Harz.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 09. September 2017)

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