KinderWissen (Foto: ©Klartext Verlag, Friedeberg)

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Fragen und Antworten für Besserwisser

Neue Gedankenräume erobern.

Was ist eigentlich Zuckerwatte?

Gerade jetzt hat die Zuckerwatte wieder Hochsaison auf den Weihnachtsmärkten. Ob weiß oder bunt - sie ist bei vielen Kindern beliebt. Doch was ist eigentlich Zuckerwatte und wie entsteht sie? Zuckerwatte hat nichts mit Watte zu tun, die man zum Beispiel zum Abschminken verwendet. Richtige Watte besteht aus Baumwollfasern oder chemisch hergestellten Fasern.

Das Geheimnis von Zuckerwatte ist vor allem Zucker, Hitze und eine spezielle Maschine, die aussieht wie eine große Schüssel. In diese wird in die Mitte ein Kolben Zucker eingefüllt. Dieser ganz normale Haushaltszucker wird erhitzt und so verflüssigt. Und dann aus kleinen Löchern in dem Kolben durch die Drehung herausgeschleudert. Bei diesem Flug kühlt der Zucker ab und erstarrt zu dünnen Fäden. Diese Fäden werden dann mit einem Holzstab aufgenommen und zu der wunderschönen Zuckerwatte verklebt.
Natürlich können vorher noch Aromastoffe oder Farbstoffe hinzuge- geben werden. Lecker!

Aber warum ist der Zucker erst so hart und dann nach dem Erhitzen so weich wie Watte? Das liegt an seiner Struktur. Zuerst sind die Teilchen im Zucker sehr regelmäßig geordnet. Beim Schmelzen kommt diese Ordnung ziemlich durcheinander. Und dann wird der Zucker so schnell wieder fest, dass keine schöne Ordnung mehr entstehen kann. Diese unregelmäßige Struktur hat aber einen Vorteil: Die Fäden sind dann so weich wie Watte!

Zuckerwatte ist besonders bei Kindern beliebt.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 09. Dezember 2017)

Rückschau

Ein Ökosystem auf der Haut

02.12.2017

Händewaschen ist eine super Sache. Nach der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel oder der Toilette sollten wir uns die Hände waschen, um "schlechte" Bakterien loszuwerden, die uns krank machen können (man nennt diese "Pathogene").

Manche benutzen dazu antibakterielle Seife, also Seife mit zusätzlichen Inhaltsstoffen, die alle Bakterien abtöten sollen. Das ist aber gar nicht so gut, weiß Nadine Koch, Doktorandin am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig. "Bakterien sind nicht immer schlecht", erklärt sie. "Unser ganzer Körper ist belebt von Bakterien, Viren, Pilzen und Einzellern. Gemeinsam bilden wir ein Ökosystem." Die Mikroorganismen unterstützen unser Immunsystem und bilden eine Art Barriere, die es den Pathogenen erschwert, an unserer Haut zu haften. Reines Wasser perlt von der Haut einfach ab, aber in Seifen befinden sich fettlösende Stoffe (Tenside), die die Fettbindungen auf unserer Haut auflösen. "Damit waschen wir die Pathogene einfach weg. Benutzen wir aber zu viel oder auch antibakterielle Seife, zerstören wir damit unser Hautklima, weil auch die nützlichen Bakterien weggewaschen werden und sich die Schutzschicht der Haut nicht schnell genug regeneriert", so Nadine Koch. Die antibakteriellen Seifen haben also keinen zusätzlichen Effekt im Kampf gegen Krankheitserreger und stellen sogar eher ein Gesundheitsrisiko dar, wie wissenschaftliche Studien zeigen konnten. Darum ist es besser, die Hände mit ganz normaler Seife zu waschen.

Hände waschen ist wichtig.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 02. Dezember 2017)

Kann man Buchstabensalat lesen?

25.11.2017

Wenn man am Computer schreibt, passiert es ganz leicht, dass man sich mal vertippt. Trotzdem kann man manchmal den Text noch lesen.

Probiere es einmal aus: Sechneflöckhcen, Wießröckcehn, wnan kmomst du geshcniet? Du whonst in den Wloken, dien Weg ist so wiet. Na, hast du herausgefunden, was da geschrieben steht? Genau, es ist der Liedanfang des bekannten Liedes "Schneeflöckchen, Weißröcken". Richtig steht dort: Schneeflöckchen, Weißröckchen, wann kommst du geschneit? Du wohnst in den Wolken, dein Weg ist so weit. Geschrieben wurde die erste Fassung des Textes 1869 von der Breslauer Kindergärtnerin und späteren Lehrerin Hedwig Haberkern. Mit ein bisschen Übung kannst du den Text trotzdem lesen. Aber nur, wenn die ersten und letzten Buchstaben der einzelnen Wörter richtig sind und nur die anderen Buchstaben vertauscht sind.

Warum das geht? Lesen bedeutet nicht buchstabieren. Das heißt: Du liest nicht jeden Buchstaben einzeln, sondern erfasst das Wort im Ganzen. Dabei scheint es dem Gehirn egal zu sein, ob die Buchstaben in der Mitte in der richtigen Reihenfolge sind. Nimm dir doch einmal dein Lieblingslied und schreibe es als Buchstabensalat um. Jetzt mach den Test: Wer kann den Salat am besten lesen? Dabei wirst du auch herausfinden, dass die Wörter nicht zu lang sein dürfen. Ansonsten wird es doch Salat.

Lesen bedeutet nicht buchstabieren.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 25. November 2017)

Wie entstehen Wellen?

18.11.2017

Ohne Wellen wäre das Meer ganz schön langweilig. Aber wie entstehen die eigentlich?

"Die Wellen, die wir als solche kennen, sind vor allem Windwellen", erklärt Stefan Schimmels vom Forschungszentrum Küste (FZK) in Hannover. "Auf hoher See bläst der Wind kräftig über das Wasser und zieht es mit. Je länger die Windstrecke ist, desto stärker werden die Wellen." Den Effekt von Wind kannst du auch schon auf einem Teich beobachten, wenn sich die Wasseroberfläche bei einem kleinen Windstoß kräuselt. Das gleiche passiert auf dem Meer - nur viel stärker.

Wellen können tausende Kilometer weit wandern. Dabei bewegt sich aber nicht das ganze Wasser mit, sondern nur die Energie. Die Wellen pflanzen sich fort, indem sich die Wasserteilchen gegenseitig anstoßen. "Die einzelnen Wasserpartikel fließen also nicht wie in einem Fluss, sondern bewegen sich nur auf Kreisbahnen. Das bedeutet, dass die Wasserpartikel an einem Punkt starten und da auch wieder ankommen. Wenn das ganze Wasser mitkommen würde, wäre das Meer ja leer", sagt Schimmels.

Wellen können sich übrigens unterschiedlich schnell fortbewegen. Lange Wellen bewegen sich auf dem offenen Meer zum Beispiel schneller fort als kurze. Wenn die Wellen brechen, verlieren sie einen großen Teil ihrer Energie. An der Küste brechen Wellen dann, wenn die Wassertiefe im Vergleich zur Wellenhöhe zu gering wird. Das Verhältnis liegt bei 80 Prozent, das heißt, eine 80 Zentimeter hohe Welle bricht bei einem Meter Wassertiefe.

Wellen können tausende Kilometer weit wandern.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 18. November 2017)

Wie viel steckt in einem Kürbis?

11.11.2017

Gerade hatte der Kürbis seinen Starauftritt als Fratze bei Halloween. Doch der Kürbis kann noch mehr. Er ist reich an Nährstoffen, hat aber wenig Kalorien. Er enthält zum Beispiel sehr viel Beta-Carotin, das der Körper in Vitamin A umwandeln kann. Vitamin A ist wichtig für Augen, Haut und Schleimhäute. Außerdem enthält der Kürbis Mineralstoffe wie Kalium.

Verwandt ist er mit der Melone oder Salatgurke. Ursprünglich heimisch war er in Mittel- oder Südamerika. Dort wurde er schon vor 8000 Jahren angebaut. Durch die Entdeckung Amerikas verbreitete er sich ganz schnell in der ganzen Welt. Hast du schon einmal Kürbis gegessen? Probiere doch mal zusammen mit deiner Familie folgendes Suppenrezept aus.

Du brauchst dafür nur einen Hokkaido-Kürbis, 3 mehlig kochende Kartoffeln, 1 Zwiebel, Crème fraîche und 1 Liter Gemüsebrühe. Kartoffeln schälen, beim Kürbis die Kerne entfernen und alles in kleine Würfel schneiden. Zwiebel häuten, schneiden und mit Butterschmalz dünsten. Die Kürbis- und Kartoffelwürfel dazugeben, mitdünsten. Dann heiße Brühe aufgießen, aufkochen und zugedeckt bei schwacher Hitze in 15 Minuten weich garen, pürieren. Crème fraîche unterrühren. Dann würzt du ganz nach deinem Geschmack: Salz, Pfeffer, Koriander, Cayennepfeffer? Lecker! Ganz nebenbei hast du dabei noch entdeckt, dass man die Schale mitessen kann.

Autor: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 11. November 2017)

Warum träumen wir beim Schlafen?

04.11.2017

Und, was hast du heute Nacht geträumt? Weißt du das noch? Vielleicht hast du dich ja auch schon einmal gefragt, woher deine nächtlichen Abenteuer kommen.

"Was jemand in seinem Traum erlebt, kann man als Forscher nicht direkt beobachten. Der Träumende kann uns auch nur im Wachen vom Traum erzählen, währenddessen schläft er ja", erklärt Professor Frank Eggert vom Institut für Psychologie an der TU Braunschweig. "Man kann aber während des Schlafes die Hirnaktivitäten messen. Dann sieht man, dass die verschiedenen Wahrnehmungszentren im Gehirn - wie beispielsweise das Sehzentrum - immer wieder aktiv sind."

Das Gehirn tut also so, als würde man etwas sehen, obwohl die Augen geschlossen sind. So schafft es das Gehirn, auch im Traum eine Außenwelt zu erzeugen, die es eigentlich gar nicht gibt. Zugleich werden bestimmte Bereiche gehemmt. Wenn wir während eines Traums rennen, liegen wir zwar oft nicht seelenruhig im Bett, aber wir rennen natürlich nicht wirklich. Und auch unser Gedächtnis wird "gehemmt", sodass wir uns an unsere Träume häufig nur kurz nach dem Aufwachen erinnern können.

Aber warum träumt man überhaupt? Forscher sind sich hierzu nicht ganz einig: "Die Psychoanalytiker meinen, aus Träumen etwas über verborgene Wünsche erfahren zu können. Biopsychologen weisen darauf hin, dass Träumen für das Lernen wichtig ist. Aber vielleicht ist dem Gehirn nachts auch einfach nur langweilig."
Die Experten rätseln.

Autor: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 04. November 2017)

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