Wie ROSETTA unser Verständnis (Foto: ©Studierende der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, Martina Lienhop)

Wie ROSETTA unser Verständnis über die...

Wie ROSETTA unser Verständnis

über die Entstehung der Planeten verbessert hat

23. Oktober 2017

Neue Gedankenräume erobern.

Astroherbst Information zur Veranstaltungsreihe

Fast kein Tag vergeht, an dem nicht neue extrasolare Planeten entdeckt werden, dabei immer häufiger auch erdähnliche. Raumsonden liefern uns faszinierende Bilder fremder Welten, und mit Weltraumteleskopen blicken wir bis in die kosmische Frühzeit zurück. Kaum eine wissenschaftliche Disziplin hat unser Weltbild so grundlegend beeinflusst wie die Astronomie. Immer wieder haben neue Entdeckungen den Menschen dazu gebracht, sein Verständnis des Universums zu revidieren.

Gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) präsentiert das Haus der Wissenschaft Braunschweig spannende Vorträge von renommierten Experten, die allgemeinverständliche Einblicke in ihre Wissenschaftsbereiche geben:
Wird es auch in den nächsten Jahrzehnten Sternstunden der Raumfahrt geben wie einst die Mondlandung - und wenn ja, welche? Was haben wir aus den Ergebnissen der ROSETTA-Mission über die Entstehungsgeschichte unseres Planetensystems gelernt? Welche Einblicke in die geheimnisvolle Welt des Saturn verdanken wir CASSINI und HUYGENS? Was lag der rätselhaften Bahnabweichung der Pioneer-Raumsonden zugrunde? Werden Astronauten der Zukunft auf Mond und Mars ihr eigenes Gemüse kultivieren?

Die Vortragsreihe "Astroherbst" geht diesen und weiteren Fragen auf den Grund. Wie immer bleibt im Anschluss an die Vorträge genügend Zeit, Fragen zu stellen und das Gehörte zu diskutieren.

Wie ROSETTA unser Verständnis über die Entstehung der Planeten verbessert hat

Die 2016 abgeschlossene ROSETTA-Mission der europäischen Raumfahrtagentur ESA war eines der erfolgreichsten Projekte der Weltraumforschung in den letzten Jahrzehnten. Zum ersten Mal wurde ein aktiver Komet von einer Raumsonde nicht nur im Vorbeiflug passiert, sondern die Sonde blieb über viele Monate in der unmittelbaren Umgebung des Kometen, erforschte ihn aus nächster Nähe und setzte im November 2014 den Lander „Philae“ auf seiner Oberfläche ab. Braunschweiger Forschungsinstitute der Technischen Universität und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt waren maßgeblich an der Mission beteiligt.

Kometen haben bei der Bildung der Planeten vor viereinhalb Milliarden Jahren, insbesondere bei ihrer Anreicherung mit Wasser und organischen Molekülen, eine Schlüsselrolle gespielt. Die ROSETTA-Ergebnisse zeigen indessen, dass diese Rolle im Detail doch wesentlich anders aussah als man vorher gedacht hatte. Auch die Struktur der Kometen selbst unterscheidet sich recht erheblich von früheren Modellvorstellungen. Unser Wissen über die Prozesse im frühen Sonnensystem hat sich jedenfalls durch die ROSETTA-Mission erheblich verbessert.

Professor Jürgen Blum hat 1990 an der Universität Heidelberg in Physik promoviert und habilitierte sich 1999 an der Universität Jena. Dazwischen arbeitete er am Max-Planck-Institut für Kernphysik und am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik sowie am Naval Research Laboratory in Washington. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Planetenentstehung und der Sternenstaub. Seit 2003 ist Jürgen Blum Professor am Institut für Geophysik und extraterrestrische Physik der Technischen Universität Braunschweig

Referent

Prof. Dr. Jürgen Blum, Institut für Geophysik und extraterrestrische Physik, Technische Universität Braunschweig

Dem Rätsel der Pioneer-Anomalie auf der Spur

06. November 2017

Inhalt folgt

Referent

Dr.-Ing. Benny Riever, Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM), Universität Bremen

Antarktis-Gewächshaus EDEN-ISS Vorbereitung für zukünftige Habitate auf Mond und Mars

13. November 2017

Inhalt folgt

Referent

Daniel Schubert, Institut für Raumfahrtsysteme, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Bremen

Die Mission CASSINI / HUYGENS zum Saturn – Enthüllungen und Geheimnisse, Überraschungen und offene Fragen

04. Dezember 2017

Inhalt folgt

Referent

Dr. Norbert Krupp, Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, Göttingen

Sternstunden der Raumfahrt – von gestern bis übermorgen

16. Oktober 2017

Einige der bedeutendsten "Sternstunden" der bisherigen Raumfahrtgeschichte sind nahezu allen Menschen bekannt, allen voran die erste bemannte Mondlandung 1969. Andere Pionierleistungen, wie die erste spektakuläre vor-Ort-Erkundung der äußeren Planeten durch die Voyager-Sonden oder der entscheidende Durchbruch, den das Hubble-Teleskop der astronomischen Forschung ermöglichte, sind wenigstens einem breiten fachlich interessierten Publikum bewusst. Aber wie sieht die Zukunft hinsichtlich solcher "Sternstunden" aus? Werden wir sie im 21. Jahrhundert erleben, oder wird sich der Fortschritt eher graduell in kleinen Schritten vollziehen?

Der Vortrag zeigt auf, dass die Forschung im Weltraum in einigen Bereichen höchstwahrscheinlich kurz vor entscheidenden Durchbrüchen steht, und dass es überhaupt keiner spektakulären Abenteuer-Trips von Einwegreisenden zum Mars bedarf, um die Raumfahrt wieder in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit zu rücken. Die Suche nach extraterrestrischem Leben wird dabei eine Schlüsselrolle spielen.

Prof. Dr. Joachim Block leitet seit 2011 die Standorte Braunschweig und Göttingen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Zuvor war er viele Jahre lang verantwortlich für Entwicklung und Bau der Struktur des Kometenlanders "Philae" der ROSETTA-Mission sowie für andere Bauelemente von Raumsonden. Daneben lehrt er seit 2005 am Institut für Geophysik und extraterrestrische Physik der Technischen Universität Braunschweig.

Referent

Prof. Dr. Joachim Block (Foto: ©DLR)
Prof. Dr. Joachim Block
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Standortleitung Braunschweig / Göttingen

Von Geckos, Raketen und Hybriden Studentische Entwicklungen in der Raumfahrttechnik

29. November 2016

Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, das Weltall zu erkunden? Die Mitglieder der ExperimentalRaumfahrt-InteressenGemeinschaft e.V. (ERIG) setzen diesen Traum in die Tat um. Die ERIG ist ein eingetragener studentischer Verein, der sich aus Studierenden unterschiedlicher Fachrichtungen der Technischen Universität Braunschweig zusammensetzt. Seit 1999 beschäftigt sich der Verein mit dem Entwurf, der Konstruktion und dem Bau von Experimentalraketen, Kleinsatelliten und Wetterballons. Mitglieder der ERIG stellen an diesem Abend ihren Verein und die Ergebnisse von zwei Projekten vor, die durch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ausgeschriebenen wurden.

Zu Beginn des Abends informiert Tobias Stelzer über aktuelle Projekte und Entwicklungen von ERIG. Er verrät dem Publikum, womit die Studierenden zurzeit beschäftigt sind und wie sie ihre Raketen, Satelliten und andere Systeme kontinuierlich verbessern wollen. Johannes Becker berichtet dann über das STERN-Programm (Studentische Experimental-Raketen). Studierende bekamen hier unter anderem die Aufgabe, eine Experimentalrakete mit allen benötigten Startvorrichtungen zu planen, zu entwickeln und zu bauen. Lasse Maywald gibt Einblicke in das REXUS/BEXUS-Programm (Raketen- und Ballonexperimente für Universitätsstudenten), innerhalb dessen ein Experiment zum Flug auf einer Rakete entwickelt wurde, die im Februar 2017 starten soll. Das Experiment untersucht das Verhalten von sogenannten „Geckomaterialien“ unter weltraumähnlichen Bedingungen. Diese Materialien haften aufgrund ihrer Oberflächenstruktur an fast allen Feststoffen. Sie können zudem leicht ausgetauscht und wiederverwendet werden. Die Erkenntnisse können in der Zukunft bei der Beseitigung von Weltraummüll helfen.

Referenten

Team der ExperimentalRaumfahrt-InteressenGemeinschaft e.V. (ERIG)

Die ungleichen Geschwister der Erde Die Entwicklung der terrestrischen Planeten im Vergleich

14. November 2016

Unsere Erde und ihre terrestrischen Nachbarplaneten Mars, Venus und Merkur sind ebenso „Geschwister“ wie die weiter entfernten Gasplaneten des äußeren Sonnensystems. Alle zusammen sind sie vor 4,6 Milliarden Jahren durch Zusammenballung zahlloser zunächst kleiner, dann immer größerer Brocken in einer Gas- und Staubscheibe um die junge Sonne entstanden. Doch seitdem haben sie sich trotz einiger gemeinsamer Merkmale relativ unterschiedlich entwickelt, und wir können durch den Vergleich zwischen ihnen sehr wertvolle Erkenntnisse gewinnen. Ob eine Atmosphäre stabil bleibt oder nicht, ob sich ein Treibhauseffekt entwickelt, welche Bedeutung der Existenz eines planetaren Magnetfelds zukommt oder ob es Plattentektonik oder Vulkanismus gibt: Alle diese Fragen hat die Weltraumforschung der letzten Jahrzehnte für die junge Wissenschaft der „vergleichenden Planetologie“ erschlossen und lässt uns auch unseren Heimatplaneten viel besser verstehen als früher.

Referentin

Prof. Dr. Doris Breuer studierte, promovierte und forschte zunächst an der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) in Münster und war Post-Doc an der University of Minnesota. Danach forschte und lehrte sie wieder an der WWU, vor allem über den inneren Aufbau der terrestrischen Planeten. Heute leitet Doris Breuer die Abteilung Planetenphysik im Institut für Planetenforschung des DLR in Berlin.

Das Finale der ROSETTA-Mission Für immer auf 67P/Churyumov-Gerasimenko

07. November 2016

Die ROSETTA-Mission der europäischen Raumfahrtagentur ESA, an der auch zahlreiche Wissenschaftler aus Braunschweig und Göttingen beteiligt sind, hat aufregende neue Erkenntnisse über Kometen und damit über die Frühgeschichte des Sonnensystems erbracht. Besonders aufschlussreich sind die Aufnahmen der Kamera OSIRIS, die die bizarre Form des Kometen 67P / Churyumov-Gerasimenko und zahllose überraschende Details auf seiner Oberfläche offenbaren. Am 30. September endete die Mission mit einem spektakulären Finale: Das Raumfahrzeug wurde direkt auf der Oberfläche des Kometen abgesetzt, nachdem in der Phase der Annäherung noch eine große Menge von Aufnahmen und Messdaten aus nächster Nähe gewonnen werden konnte. Wenige Wochen zuvor war auf einer Aufnahme der OSIRIS-Kamera auch der Lander PHILAE wiederentdeckt worden, der nach seiner Landung im November 2014 in einer dunklen Spalte zur Ruhe gekommen war, aber trotz dieser ungünstigen Position noch viele wertvolle Daten hatte übertragen können. 

Referent

Dr. Carsten Güttler ist einer der verantwortlichen Wissenschaftler für die Kamera OSIRIS auf der Raumsonde ROSETTA. Er hat zunächst am Institut für Geophysik und extraterrestrische Physik der Technischen Universität Braunschweig geforscht und arbeitet jetzt am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen.

Vom Urknall zur grenzenlosen Inflation Wie man die moderne Kosmologie vermitteln kann

24. Oktober 2016

Wir wissen heute mehr über die Entwicklung der Welt, in der wir leben, als alle Generationen vor uns. Dennoch erschließt sich dieses Wissen vielen Menschen nur unvollkommen, weil man sich dazu räumliche und zeitliche Dimensionen vorstellen muss, die um so viele Größenordnungen über unsere Alltagserfahrung hinausgehen, dass die normale Anschauung meist versagt. Durch geeignete Modellbildungen kann man jedoch eine Vorstellung davon erlangen, wie unser Universum im Großen strukturiert ist, wie es vor ungefähr 13,7 Milliarden Jahren entstanden ist und welchem Schicksal es langfristig entgegengeht, wenn seine Bestandteile immer schneller auseinandertreiben. Der Zeitabschnitt, in dem lebentragende Planeten möglich sind, erscheint dabei nur als ein Intervall in einer viel längeren kosmischen Geschichte. Die Frage, warum unsere Naturgesetze Konstanten aufweisen, die gerade eine solche Welt ermöglichen, wird ebenfalls diskutiert.

Referent

Professor Joachim Block leitet die Standorte Braunschweig und Göttingen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und lehrt auch am Institut für Geophysik und extraterrestrische Physik der Technischen Universität Braunschweig. Er ist von Haus aus Physiker und war an zahlreichen Raumfahrtprojekten beteiligt, darunter an der Kometenforschungsmission ROSETTA.

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